Bielefeld Handball: TuS 97 erhält den Vereinsförderpreis des DHB

Der Verband zeichnet den Klub aus dem Bielefelder Norden für sein Projekt "Vom Handballzwerg zum E-Jugendhandballer" aus, in dem aktuell 170 Kinder von 30 ehrenamtlichen Trainern in Bewegung gebracht werden

Hans-Joachim Kaspers
09.01.2019 | Stand 08.01.2019, 19:28 Uhr

Bielefeld. Die Jugendhandball-Abteilung des TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck hat den Vereinsförderpreis des Deutschen Handball-Bundes gewonnen. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern der DHB-Jugendkommission, benannte die "Jürmker" als Preisträger in der Kategorie "Bindung von Mitgliedern außerhalb des Wettkampfsports" und schickte einen Scheck über 1.000 Euro in den Bielefelder Norden. "Der TuS Jöllenbeck führt Kinder früh an das Spiel mit Hand und Ball heran und setzt dabei auf Qualität bei der Betreuung des Nachwuchses", begründete DHB-Vorstandsmitglied Martina Haas die Juryentscheidung. Bemerkenswert sei, dass die Eltern in das Training mit eingebunden würden. Haas: "Damit nimmt der Verein nicht nur den Gewinn von Mitgliedern in den Fokus, sondern sorgt zugleich auch für Zuwachs im Kreis der Engagierten." 30 ehrenamtliche Trainer sind im Einsatz Begonnen hat alles im September 2015, als die drei ehemaligen TuS-Handballerinnen Janina Wellhöner, Andrea Hölscher und Nina Wickemeyer die Idee hatten, eine erste Gruppe für drei- bis siebenjährige Kinder als Unterbau für die E-Jugend ins Leben zu rufen. Daraus entstand schnell das Projekt "Vom Handballzwerg zum E-Jugendhandballer", das in den vergangenen Jahren enormen Zulauf erhalten hat. "Mittlerweile sind bei uns von den drei Zwergen- über die vier Minigruppen bis zu den drei Mannschaften der E-Sonderstaffeln 170 Kinder innerhalb des Projekts aktiv", berichtet Mirko Lenz, der sich seit einiger Zeit um die Koordination kümmert. Die Kids kommen dabei nicht nur aus Jöllenbeck, auch viele Eltern aus "unserem Speckgürtel" (Lenz) von Schildesche und Vilsendorf bis Enger und Spenge bringen ihre Sprösslinge am Samstagmorgen zu den Zwergengruppen, die in der Regel von zwei bis drei Trainern plus engagierten Eltern angeleitet werden. "Von den Zwergen bis zur E-Jugend sind insgesamt etwa 30 ehrenamtliche Trainer und Betreuer im Einsatz", erläutert Lenz. Die Angebote vermitteln nach dem Motto "Früh übt sich..." sowohl allgemeine sportmotorische Grundlagen als auch eine handballspezifische Basis. So werden die Kinder noch früher als bisher an den Handballsport gebunden. »Der Erfolg gibt uns Recht« "Der Erfolg gibt uns Recht", sagt Dirk Rabeneick, Jugendleiter beim TuS 97. Jede Woche erreichten den Verein ein bis zwei Emails oder Anrufe interessierter Eltern, die gerne sofort ihre Kinder zum Schnuppern vorbei schicken wollten. "Sehr schnell mussten wir deshalb Wartelisten anlegen, die wir durch die Bildung weiterer Gruppen auflösen konnten", erläutert Rabeneick. Dass irgendwann einmal eines der bei den Handballzwergen geförderten Talente den Sprung in den Leistungsbereich schafft, interessiert die Macher nur am Rande. "Der Ansatz ist eher breitensportlich: Wir wollen Kinder an den Ball und in Bewegung bringen", sagt Mirko Lenz. Es geht also nicht darum, den großen Rückraumschützen für das Oberligateam des Jahres 2035 zu finden oder auszusieben. Wenn?s doch klappt, wäre das ein schöner Nebeneffekt.

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