Der Jubel der Siegerinnen: Die TSG Altenhagen-Heepen triumphierte gleich bei ihrer ersten Finalteilnahme und feierte den Gewinn des Kreispokals. Die Heeper Frauen stellten nebenbei die beste Spielerin und Torfrau des Turniers. - © Andreas Zobe
Der Jubel der Siegerinnen: Die TSG Altenhagen-Heepen triumphierte gleich bei ihrer ersten Finalteilnahme und feierte den Gewinn des Kreispokals. Die Heeper Frauen stellten nebenbei die beste Spielerin und Torfrau des Turniers. | © Andreas Zobe

Bielefeld Frauenhandball: TSG triumphiert bei Finalpremiere

Die TSG Altenhagen-Heepen gewinnt zum ersten Mal den NW-Kreispokal. Im Endspiel schlagen die Ost-Bielefelderinnen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II. TuS 97 und Senne scheiden vorzeitig aus

Hans-Joachim Kaspers
07.01.2019 | Stand 06.01.2019, 22:11 Uhr

Bielefeld. Natürlich musste dieses Finale im Siebenmeterwerfen entschieden werden. 5:5, 7:7, 7:7 - gleich drei Spiele der Endrunde gingen unentschieden aus. Und das Endspiel selbstverständlich auch. Der Kreispokal wurde nach einem nervenaufreibenden Duell vom Punkt vergeben, in dem der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II gleich vier Mal scheiterte und Anna-Lena Käppel und Leslie Meyer für die TSG Altenhagen-Heepen trafen. "Natürlich war der Sieg am Ende etwas glücklich, aber wir haben uns diesen Triumph über den Tag verdient", sagte TSG-Trainer Simon Dreier. Seine TSG hatte im Finale schon mit 5:3 (14.) geführt, doch Lena Pult konnte für die Jöllenbeckerinnen noch einmal ausgleichen. »Torhüterin Lina Möller hat fantastisch gehalten« "Eigentlich konnten wir das Spiel schon in den ersten zehn Minuten für uns entscheiden", meinte Dreier, der in den Schlussminuten viele technische Fehler erkannt hatte. "Ich muss meiner gesamten Mannschaft dennoch ein riesen Kompliment machen. Und Torhüterin Lina Möller hat natürlich fantastisch gehalten", erkannte Dreier. Sekunden vor dem Ende hatte die TSG das Finale schon fast verloren, doch die sensationell aufspielende TSG-Torfrau hielt einen freien Wurf von Sina Brünger und rettete ihrer Mannschaft das Siebenmeterwerfen. Auch im Strafwurfvergleich konnte Möller zwei Würfe abwehren. "Das Unentschieden nach Ablauf der regulären Spielzeit hat den Spielverlauf korrekt wiedergegeben. Wir haben zwei Siebenmeter an den Pfosten geworfen. Das ist natürlich unglücklich, aber wir ärgern uns nicht", meinte Jöllenbecks Trainerin Tanja Höner. Für den TuS traf nur Christin Wemmel. Schon der Finaleinzug war denkbar knapp. Weil sich TuS 97 II und TuS 97 III im ersten Spiel des Tages - natürlich - unentschieden trennten, musste ein nachträglich einberufenes Siebenmeterwerfen über die Finalteilnahme entscheiden. Alle vier Würfe der Reserve fanden ihr Ziel - Finale. Matthias Foede, Trainer einer als TuS III spielenden verstärkten A-Jugend, war trotzdem nicht unzufrieden: "Es muss sich keiner schämen. Unterm Strich haben wir im gesamten Turnier nur ein Spiel verloren - gegen unsere Erste. Es war ein tolles Wochenende für uns. Mit der Finalteilnahme hätten wir uns natürlich extra belohnen können", meinte Foede, dessen Mannschaft immerhin noch mit 14:13 gegen den TuS Brake gewann. Auch wenn die Brakerinnen an die guten Pokalleistungen aus den Vorjahren anknüpfen konnten, gelang ihnen kein Erfolg. Verbandsligist und Turnierfavorit TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck schied nach einer 7:8-Niederlage im letzten Endrundenspiel gegen die TSG aus. Die Gastgeberinnen lagen gegen den vermeintlichen Underdog schon 2:4 (7.) zurück, bevor Trainer Timo Brändel seine vermutlich stärkste Rückraumreihe um Maike Hüttemann, Sandrina Tineo Ade und Maria Storz aufstellte. Falsch gepokert? "Nein, finde ich nicht, weil wir auch in der Liga häufig so beginnen, wie wir es gegen die TSG gemacht haben", erklärte Co-Trainer Frank Brennecke. "Wir haben TSG-Torfrau Lina Möller in 20 Minuten zur Torfrau des Turniers geworfen und Chancen für zwei Ligaspiele vergeben", ergänzte Trainer Timo Brändel, der Möllers Finalleistung nicht vorausahnen konnte. Über 4:7 und 5:8 liefen die TuS-Frauen kontinuierlich einem Rückstand hinterher - der Anschluss zum 7:8 gelang erst in der Schlusssekunde. "In der verkürzten Spielzeit wird eine Mannschaft eben schneller für eine starke Leistung belohnt, als in der Liga. Glückwunsch an die TSG", kommentierte Brändel enttäuscht. Auch wenn das HT SF Senne in der Endrunde keine Niederlage hinnehmen musste und überraschend auch im Verbandsliga-Derby ein Remis erkämpfte, schieden die Süd-Bielefelderinnen aus.

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