Duell der Liga-Sorgenkinder: EGB gewann jüngst bei der TSG III mit 27:26. In dieser Szene wirft Jonathan Warlich auf das EGB-Tor. - © Barbara Franke
Duell der Liga-Sorgenkinder: EGB gewann jüngst bei der TSG III mit 27:26. In dieser Szene wirft Jonathan Warlich auf das EGB-Tor. | © Barbara Franke

Bielefeld Zwei Bielefelder Handball-Teams sind in der Bezirksliga abstiegsgefährdet

Brake II und Senne nur Mittelmaß

Arne Schütforth

Bielefeld. Die Bezirksliga verspricht heuer reichlich Stadtderbys - und Abstiegskampf. Zwei Bielefelder Teams sind nach etwas mehr als einem Drittel der Saison akut versetzungsgefährdet. Zudem wird ein Topteam vermisst. Die HSG EGB Bielefeld leidet unter extremem Verletzungspech. Die erneute Knieverletzung von Nils Rusche (wir berichteten) trifft EGB besonders hart. Im Oktober letzten Jahres hatte sich Rusche das Kreuzband gerissen, jetzt ist mindestens der Meniskus lädiert. Der Rückraumspieler konnte einfache Tore erzielen. Gegen Rietberg waren es zehn, gegen die TSG III der siegbringende Wurf. Und er war der letzte Spieler dieses Typs im Kader der Spielgemeinschaft. Mit Felix Halbgebauer, Dario Kleen, Kai Muesmann und Yonte Werner fehlten EGB bereits zuvor vier Rückraumspieler, "die sicher nicht wenig gespielt hätten", sagt Trainer Ivo Kraft. Zwei Wochen nach seinem 40. Geburtstag spielte Kraft gegen Abstiegskandidat Rietberg/Mastholte schon wieder selbst mit und führte Regie. "Eine Dauerlösung kann das natürlich nicht sein", sagt er. "Wir müssen sehen, dass wir die Zeit bis zur Weihnachtspause irgendwie überbrücken und uns über die Pause neu aufstellen." »Wir Trainer sind gefragt, Lösungen zu finden« Vor Weihnachten spielt EGB noch gegen die HSG Gütersloh, einen direkten Konkurrenten im untersten Mittelfeld, und Senne. Dass die Situation kaum zu verbessern ist, ahnt Kraft. Torgefährliche Rückraumspieler können nur schwer nachverpflichtet werden. Zum Stadtderby wird immerhin der zweite Trainer Alex Wötzel zurück erwartet, so dass Kraft nur spielen und Wötzel nur coachen kann. "Wir müssen noch viel mehr über die Breite kommen - aber welche Breite? Wir hatten schon nach der Verletzung von Kai Muesmann die Last auf andere Schultern verteilt", sagt Wötzel. "Und wir mussten eh schon einen enormen Aufwand betreiben, um Tore zu erzielen. Wir Trainer sind gefragt, Lösungen zu finden", so Wötzel. Die Anzahl der Absteiger ist noch unklar. Entscheidend ist, ob und wenn ja wie viele Mannschaften aus Bielefeld, Herford und Gütersloh die Landes- in Richtung Bezirksliga verlassen müssen. In der offiziellen Tabelle ist lediglich das Minimum von einem Absteiger mit einem roten Pfeil markiert. Direkt vor diesem Pfeil, auf dem vorletzten Platz, rangiert aktuell die TSG Altenhagen-Heepen III. Tegtmeyer hat die Herausforderung Abstiegskampf angenommen Die Mannschaft von Trainer Jens Tegtmeyer hat jüngst ihr wichtiges Spiel gegen die zuvor sieglose HSG Rietberg/Mastholte verloren. "Das war die große Chance, zu verhindern, dass wir nicht mit nur drei Punkten in die Weihnachtspause gehen - das hatten wir letztes Jahr ja schon", erinnert Tegtmeyer. Der Coach, der am Wochenende noch sehr niedergeschlagen und deprimiert war, hat die Herausforderung Abstiegskampf mittlerweile voll angenommen: "Ich sehe es als Herausforderung, die Jungs aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen. Und ich glaube an die Jungs", sagt Tegtmeyer. "Wir passen uns häufig der Leistung des Gegners an", hat Tegtmeyer beobachtet. Oft habe, besonders gegen gute Mannschaften, der Killerinstinkt gefehlt. Immer wenn es möglich ist, möchte Tegtmeyer seinen Kader mit den A-Jugendlichen Niklas Brauer und Jannick Osha verstärken. Mit Osha kann er neben Marius Moning einen zweiten Shooter in seinen Kader holen - diese Möglichkeiten hat EGB beispielsweise nicht. Das wenig erfreuliche Gesamtbild runden Brake II und Senne ab. Mit dem 37:33-Derbysieg der Süd-Bielefelder über die Verbandsligareserve hat Brake seine bis dato hervorragende Position etwas eingebüßt, auch wenn der zweite Aufstiegsplatz lediglich einen Punkt entfernt ist. Senne ist sorgenfrei, eine Versetzung scheint ebenso unwahrscheinlich wie ein Abstieg.

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