Gegner am Boden – TSG obenauf: Kreisläufer Mario Bergen überzeugte in der ersten Halbzeit mit vier Toren. - © Andreas Zobe
Gegner am Boden – TSG obenauf: Kreisläufer Mario Bergen überzeugte in der ersten Halbzeit mit vier Toren. | © Andreas Zobe

Bielefeld TSG-Mauer besteht gegen die Trompete von Ferndorf

Handball-Oberliga: Weil das Team aus Altenhagen-Heepen vor allem in der zweiten Halbzeit eine bärenstarke 6:0-Deckung stellt, hat die Zweitligareserve aus dem Siegerland keine Chance. Die Bielefelder gewinnen souverän mit 33:18

Gregor Winkler

Bielefeld. In den ersten Spielen der Saison entstand beim Betrachter bisweilen der Eindruck, die TSG A-H Bielefeld habe mit der Favoritenbürde zu kämpfen. Beim 33:18 (15:10) am Sonntag gegen den TuS Ferndorf II füllten die Bielefelder kämpferisch und selbstbewusst die Favoritenrolle aus. Am Ende blieb den Gästen, die von allen Gegnern die weiteste Anreise hatten, nur der Parte des Statisten. Um die 20 Fans und eine rostig-heiser klingende Tröte brachten die Siegerländer mit. Im stoischen Rhythmus lang-lang-kurz-kurz-lang versuchte der Trompeter, sein Team nach vorne zu peitschen – wobei „peitschen" angesichts des kümmerlichen Geräuschs eher beschönigt wäre. Immerhin – das Instrument hielt bis zum Ende durch, was man vom dazugehörigen Team weniger behaupten kann. »Ab der 15. Minute stand unsere Abwehr stabil« Ferndorf begann engagiert, begünstigt vom etwas holprigen Start der Bielefelder. Ein 1:4, vorzugsweise mit Treffern über die rechte Abwehrseite der TSG, war nicht im Sinne der Gastgeber, aber auch noch weit von einer Vorentscheidung entfernt. „In den ersten sechs, sieben Minuten sind wir irgendwie noch nicht wach. Das war zu statisch hinten, und vorne gab es ein paar halbgare Sachen", fasste TSG-Trainer Stephan Just zusammen. Aus dem 3-Tore-Rückstand wurde innerhalb von zehn Minuten ein 8:5 für die Bielefelder. Julius Hinz hatte auf dem Weg dahin den ersten Ausgleich (4:4, 10.), Luca Sewing die erste Führung (5:4, 13.) erzielt. „Ab der 15. Minute stand unsere Abwehr heute stabil. Bis auf die ersten zehn Minuten waren wir überlegen", sagte Johannes Krause, der erst im Laufe der ersten Halbzeit (26.) kam. Zunächst hatte Vincent Kroll Regie geführt. Es war ein erstes spielerisches Highlight, als Kroll per No-Look-Pass auf Mario Bergen das 7:5 (16.) einleitete. Ansonsten bestand die erste Halbzeit aus viel Kampf und der ein oder anderen Einzelaktion im Angriff. Mit einem sicheren 15:10 verabschiedeten sich die Bielefelder von den 550 Fans in der Seidensticker Halle in die Pause. Für TSG-Kapitän Carl-Moritz Wagner stand fest: „Wir wollten nach dem Seitenwechsel gleich nichts mehr anbrennen lassen." Und Krause ergänzte: „Wir haben es durchgezogen!" »Das muss unser Grundniveau sein« Eine grundsolide 6:0-Deckung rührte nach der Pause Beton an. Eine Mauer, die – anders als vor Jericho – weder von der kümmerlichen Trompete, noch vom immer müder wirkenden Angriff der Gäste zum Einsturz gebracht werden konnte. „Das muss unser Grundniveau sein", so Wagner, der in der Defensive hinten rechts mit wechselnden Nebenleuten rackerte. Coach Just tauschte munter aus, gab allen Akteuren Spielanteile, ohne dass ein Bruch entstand. „Dass da mal ein Unterhandwurf durchkommt, passiert. Aber das wäre Jammern auf hohem Niveau", so Just. Am Ende saßen die Auswechselspieler flachsend und lachend auf der Bank, während die Feldspieler konzentriert bis zum letzten Angriff ihr Spiel zu Ende brachten. Sicher werden stärkere Gegner kommen, aber fürs erste hat der Favorit geliefert – trotz der Tuterei. TSG: Hendrich; Zwaka (2/2), Kröger (5), Wagner (1), Fröbel (1), Krause (3), Schüttemeyer (1), Strathmeier, Wortmann, Bergen (4), Hinz (8/2), Sewing (8).

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