Beweglichkeit ist gefragt: Julius Hinz, Linksaußen der TSG A-H Bielefeld, muss bei seinen Aktionen gegen Ferndorf II seine ganze Schnelligkeit in die Waagschale werfen. - © Oliver Krato
Beweglichkeit ist gefragt: Julius Hinz, Linksaußen der TSG A-H Bielefeld, muss bei seinen Aktionen gegen Ferndorf II seine ganze Schnelligkeit in die Waagschale werfen. | © Oliver Krato

Bielefeld Der TuS 97 braucht gegen den Aufsteiger einen Sieg

Handball-Oberliga: Mit dem TuS Ferndorf II kommt ein Gegner zur TSG A-H Bielefeld, der in der Abwehr unberechenbar ist. Der TuS 97 ist zum Siegen verdammt

Arne Schütforth

Bielefeld. Die Frage, ob besonders viele Dortmund-Fans in seiner Mannschaft spielen, kann TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann "gar nicht genau beantwortet". Die Spieler und Verantwortlichen werden ihre Motivation woanders finden müssen, wenn der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck die erste Handballmannschaft des Fußballclubs Gelsenkirchen-Schalke 04 empfängt. Zum Beispiel in der Tabellensituation: Die aktuelle Rangliste führt die Nord-Bielefelder auf Platz zwölf, der Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet steht schon etwas besser da. "Wir müssen zeigen, dass es um viel geht", sagt Trainer Husemann und legt gleich noch einen drauf: "Die Punkte müssen zwingend her." Denn bevor der TuS 97 im Dezember gegen Möllbergen, Soest und Harsewinkel spielt, die als schlagbar gelten, müssen die Nord-Bielefelder im November nach dem Schalke-Spiel gegen LiT Tribe Germania und Loxten antreten, die gemeinhin als schwer zu schlagen gelten. Aber auch Aufsteiger Schalke 04 hat Stärken: "Sie stehen in ihrer 6:0-Abwehr wirklich gut", hat Husemann erkannt. Und im Angriff sei Thorben Kirsch ein Spieler, auf den man aufpassen müsse, meint Husemann. Verzichten muss der Coach weiterhin auf Daniel Meyer, der grippekrank fehlt. »Maximilian Kroll wird sich noch einmal ärztlichen Rat einholen« Für etwas Erleichterung dürfte in Ost-Bielefeld die Nachricht gesorgt haben, die TSG-Keeper Maximilian Kroll aus dem MRT mitgebracht hat: Kein struktureller Schaden im Knie. Die gleiche Diagnose hatte Kroll auch in der vergangen Saison erhalten, nachdem er sich im April am Knie verletzt hatte. "Ein Problem des Schleimbeutels", skizziert Stephan Just, Trainer der TSG A-H Bielefeld, das aktuelle Dilemma. "Max wird sich noch einmal ärztlichen Rat einholen und die weitere Vorgehensweise besprechen", sagt Just. Ein Risiko möchte Just im Heimspiel gegen den TuS Ferndorf II nicht eingehen, weswegen sich höchstwahrscheinlich Tobias Ehlentrup aus der Landesligamannschaft für den Notfall bereithalten wird. Zusätzlich muss die TSG gegen die Siegerländer wieder den langfristigen Ausfall des finnischen Nationalspielers Richard Sundberg (wir berichteten) kompensieren. "Ein Verlust, der uns schon trifft, auch wenn Arne Kröger zuletzt seine aufsteigende Form nachgewiesen hat", sagt Just. Und Vincent Kroll, dem in Hemer fünf Tore gelangen, ist ja auch noch da. "Wir wollen unsere ansteigende Form weiter verbessern, auch an den Kleinigkeiten arbeiten", sagt Coach Just. "Zuhause sind wir noch ein Stück mehr der Favorit, noch ein wenig mehr in der Pflicht", sagt Just, der ahnt, dass die Zweitligareserve seiner Mannschaft das Heimspielerlebnis möglichst unangenehm gestalten möchte. Wenn er über die Vorzüge der Siegerländer spricht, klingt es, als hätte er sich mit Sven-Eric Husemann, dessen Mannschaft am vergangen Wochenende in Ferndorf verloren hat, abgesprochen: "Eine dynamische Mannschaft, die sehr variabel verteidigen kann. Wir müssen Geduld aufbringen und beweglich sein, mit und ohne Ball", sagt Just, der im Videostudium erkannt hat, dass Ferndorf in diesem Jahr schon fast alle möglichen Abwehrvaritationen gespielt hat.

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