Der Auftritt stimmt: Wenn die TSG A-H Bielefeld, wie hier Carl-Moritz Wagner, das Feld betritt, dann muss die Mannschaft auf ihre Aufgabe brennen. Es kommt Tabellenführer Hamm II. - © Andreas Zobe
Der Auftritt stimmt: Wenn die TSG A-H Bielefeld, wie hier Carl-Moritz Wagner, das Feld betritt, dann muss die Mannschaft auf ihre Aufgabe brennen. Es kommt Tabellenführer Hamm II. | © Andreas Zobe

Bielefeld Handball-Oberliga: TSG und TuS 97 stehen schon mächtig unter Druck

Nach dem Remis gegen Mennighüffen hat die TSG A-H Bielefeld nur kurz Zeit, sich auf Tabellenführer Hamm II einzustellen. TuS 97 sucht den Dosenöffner

Arne Schütforth
Gregor Winkler

Bielefeld. Die Fragen: Wie lange dauert eine Findungsphase? Wann wird aus einem holprigen Saisonstart eine waschechte Krise? Beide Bielefelder Oberligisten müssen sich in diesen Tagen mit dem Thema auseinandersetzen. Drei Minuspunkte nach fünf Spielen - das war anders geplant bei der TSG A-H Bielefeld. "Mit der Art und Weise, wie die Minuspunkte entstanden sind, können wir nicht zufrieden sein", sagt Trainer Stephan Just. Geschäftsführer Christian Sprdlik stellt klar: "Von einer Krise rede ich noch gar nicht. Wir müssen aber darauf achten, dass wir in der Situation bleiben, in der wir es durch eigene Siege vermeiden, auf andere gucken zu müssen." Die nächste Partie wird dadurch zum Schlüsselspiel: Es kommt der ungeschlagene Tabellenführer ASV Hamm Westfalen II. Für Sprdlik "die Mannschaft der Stunde!" »Alle sind gegen uns heiß, aber wir müssen noch heißer sein« Ein Primus ohne Minuspunkt reist an. "Zum ersten Mal sind wir vielleicht in der Nicht-Favoritenposition", formuliert der Geschäftsführer etwas umständlich. Eigentlich sei sein Team immer der Gejagte: "Alle sind gegen uns heiß, aber wir müssen noch heißer sein." Probleme mit der Einstellung kamen in der Analyse des Trainers zuletzt häufig vor: "Jeder muss in die Selbstreflexion gehen und erkennen, wo seine Schwächen liegen", fordert Just. Die Temperatur vor dem Gipfeltreffen steigt. "In der zweiten Halbzeit gegen Mennighüffen hat man gesehen, dass das Feuer in der Mannschaft brennt. Aber wir dürfen nicht erst ab der 40. Minute die Faust ballen", beschreibt Sprdlik. Einig sind sich Trainer und Manager, dass die Qualität im Team stimmt. "Ich will keinem unterstellen, dass er nicht einhundert Prozent gibt", sagt Just, während Sprdlik anmerkt: "Zugegeben, es sah manchmal etwas wie mit angezogener Handbremse aus. Gegen Hamm muss ich den Zeigefinger heben und sagen: Jetzt wird es höchste Zeit." Junge hungrige Spieler, aber auch zwei, drei hochklassig erfahrene laufen für Hamm auf. Just weiß: "Sie haben hohe Qualität im Wurf und spielerisch. Und die werden keinen Druck haben." Ein Spitzenspiel? "Ich bin gespannt", sagt Sprdlik, "das ist auf jeden Fall eine Partie, wie wir sie uns wünschen." Auch der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hinkt, wenn auch auf einem anderen Niveau, seinen Ansprüchen hinterher und ist enttäuscht. Im Heimspiel gegen den HSV Hemer soll unbedingt der erste Saisonsieg gelingen. "Wir müssen einfach mal ein Spiel gewinnen", sagt TuS-97-Spieler Daniel Meyer, der annimmt, dass es dann besser laufen wird. Die Emotionalität, die Sebastian Reinsch und Jakob Röttger bislang auf der Bank initiieren, hat die übrigen Spieler noch nicht nachhaltig angesteckt. "Dies hängt sicher auch mit Mentalität und Selbstvertrauen zusammen", sagt Meyer. Im zugegebenermaßen schwierigen Auftaktprogramm hatten es die Bielefelder schwer, ebenjenes Selbstvertrauen zu steigern. "Jetzt müssen wir für Stimmung sorgen", sagt Meyer."Der Dosenöffner muss kommen - heute. Das habe ich meinen Spielern bewusst gemacht", so Jöllenbecks Trainer Sven-Eric Husemann.

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