Bielefeld TSG kann sich zum Auftakt auf ihren Rückraum verlassen

Oberliga: Die TSG A-H Bielefeld gewinnt ihr Auftaktspiel gegen Harsewinkel deutlich

Arne Schütforth

Bielefeld. Die Mannschaftsaufstellung der TSG A-H Bielefeld schaut imposant aus. Ein groß gewachsener Spieler überragt den nächsten, doch zwei kommen besonders hünenhaft daher. Luca Sewing ist nicht neu, Maximilian Schüttemeyer schon. Er kam vor der Saison aus der 3. Liga zur TSG. Zusammen sind sie im Wettkampfmodus offensichtlich kaum zu kontrollieren. Die TSG gewann ihre Oberliga-Auftaktspiel gegen die TSG Harsewinkel auch dank der Macht der zwei Türme deutlich mit 34:22 (20:12). TSG-Trainer Stephan Just erlebte ein durchaus angenehmes Pflichtspieldebüt. Seine Mannschaft distanzierte "einen Gegner, der ohne Druck herkam" (Just) deutlich. "Spielerisch gesehen moniere ich Kleinigkeiten, ein Trainer kann nie zufrieden sein", sagte Just. "Wir wollten schnell umschalten, auch eine zweite oder dritte Welle laufen. Das war die Marschroute", beschrieb der neue Bank-Chef. Gäste wollten mit einer offensiven Abwehrausrichtung überraschen Die Gäste wollten mit einer offensiven Abwehrausrichtung überraschen, doch dieses Unterfangen misslang. "Wir hatten den Vorteil, dass 'Baba' immer schnell in Schussposition gekommen ist", erkannte Maximilian Schüttemeyer, der zuvor das 1:0 und 2:0 höchst selbst besorgt hatte. "Baba", das ist der Spitzname von Luca Sewing. In Harsewinkel hatte man gehofft, dass der einzige Linkshänder im Rückraum der TSG dem mentalen Druck - Sewing trat gegen seinen Ex-Verein an - nicht standhalten könne, was sich aber als Trugschluss herausstellte. "Ich habe mir keine Gedanken gemacht", sagte Sewing, der in nur 25 Minuten Spielzeit acht Mal traf. "Natürlich hat Luca ein gutes Spiel gemacht", lobte Just, "er muss seine Aktionen jedoch noch weiter verfeinern." Tatsächlich profitierte Sewing auch von der mäßigen Tagesform der Gästekeeper. Wie wichtig Sewing inzwischen aber für die TSG ist, wurde offensichtlich, als er früh auf der Bank Platz nehmen durfte. "Mit drei Rechtshändern sind wir weniger variabel", formulierte Just diplomatisch. Nach Wiederbegin prägte insbesondere der TSG-Abwehrverbund das Geschehen; auch hier übernahm Schüttemeyer eine wichtige Aufgabe im Deckungszentrum: "Wir standen gut zusammen. Natürlich geht es immer noch besser", befand Schüttemeyer, der aber das bereits gute Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten betonte: "Die Ansagen zwischen Carl-Moritz Wagner, Mario Bergen und mir sind klar." Auch Trainer Just befand: "Phasenweise haben wir sehr gut gedeckt." Irgendwie hatte es sich angedeutet, dass der ausgedünnte Kader der TSG Harsewinkel um den eigentlich zurückgetretenen "Turm" Moritz Schneider ergänzt werden würde: "Am Donnerstag um 15:26 kam der Anruf, ob ich nicht spielen könne", verriet Schneider. "Ein Kurzeinsatz war geplant", so Schneider, der dann tatsächlich knapp 45 Minuten schuften musste. Gegen die "Macht der zwei Türme", die das OWL-Derby binnen Minuten entschieden, war aber auch Schneider machtlos.

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