Bielefeld Tobias Fröbel ist seit einer Dekade in der Vorbereitung der TSG dabei

Ungefähr 60 Mitspieler hat Fröbel kommen und gehen sehen, zweimal war er Interimstrainer

Arne Schütforth

Bielefeld. Die Jahre hinterlassen Spuren. Man kann sie deutlich sehen, auch wenn Tobias Fröbel zu Beginn der zweiten Vorbereitungszeit frisch und erholt daherkommt. Zwei Kreuzbandrisse warfen ihn in seiner Zeit bei der TSG A-H Bielefeld zurück, Narben zieren beide Knie. Ungefähr 60 Mitspieler hat Fröbel kommen und gehen sehen, zweimal war er Interimstrainer, für sechs - bald sieben - Trainer hat er gespielt. Fröbel ist immer noch da. Der dienstälteste TSG-Akteur bereitet sich auf seine zehnte Spielzeit vor. "Wir haben in den ersten Jahren einige klassische Trainingslager bezogen", erinnert sich Fröbel an Vorbereitungsphasen seiner Anfangszeit. 2009 kam er aus Lemgo in die "Ur-Aufsteiger-Truppe" (Fröbel). Seine damaligen Mitspieler: Typen wie Henrik Ortmann, Carsten Kappelt, Johann-David Starck und viele weitere. "Im ersten Jahr sind wir unter Helmut Bußmeyer bis nach Naumburg in Sachsen-Anhalt gefahren", berichtet Fröbel, der die Wichtigkeit eines Trainingslagers herausstellt: "Zwischen den Einheiten werden Freundschaften geboren." Dank einer starken Drittligasaison 2010/11 klopfte die TSG wieder laut an das Tor zu 2. Bundesliga. Gerüchte besagten, dass die Konkurrenten der TSG auf einen Aufstieg verzichten würden. Es wurde debattiert, ob die TSG nachrücken könne. "Das waren zwei super erfolgreiche Jahre, an die ich mich gerne zurück erinnere. Der Zusammenhalt war super", meint Fröbel. "Natürlich haben wir uns in der Kabine viel Mist erzählt; eine Insta-Story gab es noch nicht." Es folgten teils turbulente Jahre. In einem einwöchigen Trainingslager in Inzell sollte sich die TSG mit ihrem neuen Trainer Bernd Schramme gut auf die anstehende Saison in der 3. Liga vorbereiten. Es hätte, trotz einer Verletzung, Fröbels Highlight aller schweißtreibenden Vorbereitungszeiten bei der TSG werden können. "Bungalows, Pools, Laufbahn und eine riesige Sporthalle." Fast klingt es so, als würde Fröbel aus dem Campo Bahia, jener sagenumwobenen Unterkunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2014 in Brasilien, erzählen. Bernd Schramme blieb indes nicht einmal bis zum Saisonstart - Tobias Fröbel folgte ihm interimsweise. Am Ende der Saison 2014 stand dennoch der Abstieg in die Oberliga. Nach einigen Jahren in der erweiterten Oberligaspitze möchte die TSG wieder dorthin zurück, wo Fröbel längst schon war. "Ich hätte Christian Sprdlik gerne schon etwas eher in Heepen gesehen und trage seine Vision voll mit", sagt Fröbel. Als Geschäftsführer Sprdlik kam, ging es im vergangenen Jahr ins Trainingslager nach Norderney. In dieser Saison kam wohl die recht kurzfristige Trennung von Trainer Michael Boy dazwischen. Geschwitzt haben die TSG-Spieler unter ihrem neuen Coach Stephan Just bislang hauptsächlich in den Fitnessräumen von Partner Vita-Sol. "Ich freue mich riesig, dass jetzt der Ball dazukommt", sagt Fröbel, auch wenn ihm einige aus dem Umfeld der TSG eine weitere starke Saison nicht zutrauen. "Sie sagen mir: Tobi, du bist alt, ihr habt vier Kreisläufer", doch das erfüllt Fröbel nicht mit Sorge: "Für mich ist die Konkurrenzsituation nicht neu", lacht er. Viele Jahre teilte er sich die Position mit Carl-Moritz Wagner, 2011 bekam er Pierre Limberg vor die Nase gesetzt. Das ist lange her - fast eine Dekade. Jetzt kämpfen tatsächlich vier Kreisläufer um Minuten. "Am Ende ist es dann 'Apollos' Problem, wen er aufstellt", sagt Fröbel. Und sein Blick lässt keinen Zweifel daran, dass er seinem Coach die Entscheidung so schwer wie möglich machen will.

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