Bielefeld Tenniscracks des BTTC vor schwieriger Saison

Der Bielefelder TTC sieht sich in seinem dritten Zweitligajahr Konkurrenten gegenüber, die ihren Kader erheblich aufgerüstet haben

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Bielefelder TTC, die Dritte. Am Sonntag fällt die Klappe für eine weitere Tennis-Zweitligasaison des Klubs von der Voltmannstraße - und es dürfte die bislang schwierigste werden. Meint jedenfalls Georg Magnus. Der langjährige Coach des BTTC hat die Meldelisten der Konkurrenz intensiv studiert und kommt zu dem Schluss, "dass das dieses Jahr ein ganz dickes Brett für uns wird": Alle Klubs von Hamburg bis Aachen hätten sich enorm verstärkt und einige Hochkaräter in ihren Reihen. "Es wird schwierig, aber wir brauchen auch nicht in Ehrfurcht zu erstarren und werden uns nicht verstecken", kündigt Magnus an. »Bei uns macht keiner sein eigenes Ding« Die Stärke seiner Truppe ist die mannschaftliche Geschlossenheit, die sich auf dem Platz im gegenseitigen Coaching bei den Einzeln und unbändigem Kampfgeist in den Doppeln widerspiegelt. "Bei uns macht keiner sein eigenes Ding, alle freuen sich, gemeinsam etwas zu erreichen", betont der BTTC-Coach. Insofern ist das verletzungsbedingte Fehlen von Patrick Pradella, obwohl der schon in der Vorsaison nicht immer spielte, ein großer Verlust. "Patrick war der Teamplayer schlechthin, der die anderen immer mitgezogen hat", sagt Magnus. Hartnäckige Probleme mit einer alten Fußverletzung, die bei seinen Einsätzen für die zweite Mannschaft auftauchten, haben indes dazu geführt, dass "Pepe" kaum trainieren konnte und somit aktuell keine Alternative darstellt. Für ihn müssen andere "aggressive leaders", wie es mittlerweile so schön heißt, in die Bresche springen. In der Aufstellung fehlt zudem der Name Tallon Griekspoor: Die letztjährige Nummer eins des BTTC ist zum Bundesligisten Blau-Weiß Halle abgewandert, verpasste aber wegen einer Verletzung den Saisonauftakt mit seinem neuen Team. Trotzdem steht der Name Griekspoor ganz oben auf der Meldeliste des BTTC, denn Tallons Bruder Scott hat den Bielefeldern die Treue gehalten. "Witzigerweise steht Scott, der neulich einen Challenger im französischen Blois gewonnen hat, in der Weltrangliste mittlerweile weiter vorne als Tallon (nämlich auf Position 215, die Redaktion)", berichtet Magnus und kann sich dabei ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen: "Alles richtig gemacht", soll das wohl heißen. Ob neben Scott auch Kevin, der dritte im Bunde der niederländischen Griekspoor-Brüder zum Einsatz kommt, ist dagegen ungewiss. "Er ist in die Firma seines Vaters eingetreten und tritt deshalb sportlich etwas kürzer", weiß Magnus, der sich deshalb einfach bei Scott erkundigen wird, "was sein Bruder noch drauf hat". Wobei für das gute zwischenmenschliche Verhältnis im Team spricht, dass Magnus fest davon ausgeht, "dass Scott mir keinen Quatsch erzählt". »Das wird gleich ein harter Prüfstein für uns« Hinter der Nummer eins ist in der Meldeliste zwar der Engländer Alex Ward (ATP 313) geführt, spielen werden an den Positionen zwei und drei aber überwiegend die beiden TTC-Youngster Louis Weßels (ATP 566) und Valentin Günther (ATP 961), zwei Stammkräfte der Jahre 2016 und 2017. Weßels stellte seine aktuell gute Form am Wochenende mit der Finalteilnahme bei den Saarland Open, einem ITF-Turnier in Saarlouis, unter Beweis, Günther gibt sich aktuell noch - gemeinsam mit Kevin Kaczynski - bei einem Future-Turnier in Amstelveen den letzten Kick für die 2. Bundesliga. Außer den genannten vier Akteuren fahren Jannik Rother, Matthias Wunner und Lars Behlen sowie Maxi Wilde (für einen möglichen Doppeleinsatz) mit nach Hamburg, wo am Sonntag beim Club an der Alster der Startschuss für die Zweitliga-Saison fällt. "Das wird gleich ein harter Prüfstein für uns", sagt Georg Magnus und verweist darauf, dass die Norddeutschen neben vier Ausländern auch einen gewissen Julian Reister in ihren Reihen haben. Der stand 2013 mal unter den Top 100 der ATP-Weltrangliste und hatte zuvor bei den French Open in Paris einmal die dritte Runde erreicht. Bange machen gilt aber nicht für den Bielefelder TTC und seinen Trainer, der "sofort unterschreiben würde, wenn mir jemand wieder einen guten Mittelfeldplatz wie in den Vorjahren anbieten würde". Wichtig sei, so Magnus, gar nicht erst unter Druck zu geraten, sondern so früh wie möglich mit dem Punktesammeln anzufangen. Am besten also schon am Sonntag in Hamburg.

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