Bielefeld Kugelstoßer Northoff verpasst seine Chance bei der U-20-WM

Der Athlet schied mit 17,84 Metern in der Qualifikation aus

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Es hat nicht sollen sein: Kugelstoßer Timo Northoff vom TuS Jöllenbeck blieb gestern beim Qualifikationswettkampf der U-20-WM in Tampere (Finnland) hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nach einem guten, aber ungültigen Auftaktstoß gelangen ihm nur noch 17,84 m. Der Sprung ins Finale der zwölf Besten hatte ohnehin nur mit viel Optimismus erwartet oder erhofft werden können, brachten doch 16 Konkurrenten bessere Vorleistungen mit. Aber die Chance war da, sie war sogar überraschend groß. Northoffs Saisonbestweite (19,21 m) wurde nur von insgesamt sieben Athleten der Qualifikationsgruppen übertroffen. Der deutsche Saisonbeste und Anwärter auf einen Spitzenplatz, Valentin Moll (20,74 m), scheiterte ebenfalls: Mit 18,89 m fehlten ihm zwei Zentimeter, um sich als Zwölfter zu qualifizieren. Timo Northoff belegte am Ende den 19. Platz unter 26 Bewerbern. "Ich bin schon enttäuscht, muss aber jetzt nach vorn blicken", erklärte der 18-Jährige, dem im Unterschied zu Moll noch ein weiteres U-20-Jahr bleibt. "Im ersten Versuch hat er die Kugel gut getroffen", beobachtete Tilman Northoff, "sie schlug bei etwa 18,80 m auf, aber leider rechts außerhalb der Sektorenlinie." Für den Vater und Trainer war dieser Wettkampf das Spiegelbild einer Saison, der zwischen Abiturstress und Training mit technischem Experimentieren die Sicherheit und Konstanz fehlte. Sein Sohn habe in Tampere auch mit der Belastung umgehen müssen, als U-18-Weltmeister wahrgenommen zu werden. "Doch die Erfahrung, die er hier machen musste, wird ihn weiterbringen." Die Northoffs wissen, woran es technisch haperte, und wollen jetzt in Ruhe daran arbeiten, die Drehung zu optimieren. Sie hat im Vorjahr die großen Weiten gebracht; momentan aber ist die Differenz zu Standstoßweiten relativ gering. Dass Timo Northoff schneller und stärker geworden ist, kann er noch nicht adäquat umsetzen.

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