Bielefeld Über den Sport zum Stipendium in den USA

Lucas Kampmeier aus der Theesener U 19 möchte nach dem Abitur in Alabama studieren und dort unter profiähnlichen Bedingungen trainieren

Bielefeld. Viele Abiturienten haben den Traum von einem Studium in den USA. Für Lucas Kampmeier soll er in Erfüllung gehen, wenn demnächst die Visa-Hürden genommen und alle anderen Formalitäten geklärt sind. Der U-19-Fußballer des VfL Theesen hat sich um ein Stipendium an einer amerikanischen Hochschule beworben und eine Zusage von der Auburn University in Montgomery, Alabama, bekommen. "Schon als ich jünger war, habe ich mir vorgestellt, später mal in den USA zu leben", sagt Kampmeier. Zuletzt reifte der Wunsch, in den Staaten zu studieren. Bei der Planung und Recherche stießen Kampmeier und seine Eltern auf die Agentur Scholarbook, die Sportstipendien vermittelt. Ein Stipendium ist für die meisten Interessenten die einzige Möglichkeit, ein Studium in den USA aufzunehmen. 25.000 Dollar verschlingen im Schnitt allein die Studiengebühren für ein Jahr. Dazu kommen Ausgaben für Wohnen und Verpflegung. "Es läuft darauf hinaus, dass ich nur für meinen Lebensunterhalt aufkommen muss", sagt Lucas Kampmeier. Er profitiert davon, dass er im Nachwuchsbereich höherklassig gespielt hat. So zählte er in der Saison 15/16 zur U-17-Bundesligamannschaft des SC Paderborn. Danach schloss er sich der U 19 von Rödinghausen an. "Das hat nicht so gut geklappt, auch weil die Fahrt lang war", erzählt Kampmeier. So entschied er sich, zu seinem Stammverein VfL Theesen zurückzukehren, bei dem er schon bis zur U 15 aktiv war: "Dort wird auch Leistungsfußball gespielt, und ich wollte einfach wieder Spaß an der Sache haben." Gern würde er seine Jugendzeit mit dem Aufstieg in die Westfalenliga abschließen. Theesen liegt in Schlagdistanz zu Spitzenreiter Hamm. Der Fußball wird auch in den USA für den Schüler des Helmholtz-Gymnasiums eine große Rolle spielen. Das Team der Auburn University, an der Kampmeier International Business studieren wird, spielt auf zweithöchster College-Ebene. Seine künftigen Mitspieler sind zwischen 18 und 24 Jahren alt. Kampmeier schätzt, dass die Mannschaft Landes- bis Westfalenliganiveau haben dürfte. "Man trainiert dort nahezu jeden Tag unter profiähnlichen Bedingungen, nur halt auf schwächerem Level", sagt Kampmeier. Mit seinem Coach hat er schon gesprochen. Dabei ist ihm auch mitgeteilt worden, dass kontinuierlich gute Leistungen erwartet werden. "Sonst wird einem das Stipendium nach zwölf Monaten gestrichen", weiß Kampmeier. Er würde gern vier Jahre bleiben und mit dem Bachelor abschließen. Nicht nur die sportliche Qualität der Stipendiaten muss stimmen. In diversen Tests müssen sie im Vorfeld ihre Tauglichkeit beweisen. "Das ist nicht einfach, aber man kann es schaffen", meint Kampmeier, der am Helmholtz die Leistungskurse Englisch und Sport belegt. Kampmeier musste mit dem "Toefl" (Test of English as a Foreign Language) beweisen, dass er englische Texte versteht und sich in der Fremdsprache auch ausdrücken kann. Mit dem SAT (Scholastic Assessment Test) wurden allgemein schulische Leistungen abgefragt. Viele Tests also für den 18-Jährigen, für den in den nächsten Wochen auch noch die Abitur-Prüfungen in Bielefeld auf dem Plan stehen. Spätestens am 8. August muss er an der Uni in Alabama sein. "Ich werde ein wenig eher anreisen, um mich zu akklimatisieren und einzurichten", sagt Kampmeier, der gespannt und voller Vorfreude ist.

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