Spitzensportlerin: Mieke Kröger ist Gründungsmitglied der neuen Interessenvertretung deutscher Sportler und wirbt für die Ideen des Vereins. - © Christian Weische
Spitzensportlerin: Mieke Kröger ist Gründungsmitglied der neuen Interessenvertretung deutscher Sportler und wirbt für die Ideen des Vereins. | © Christian Weische

Bielefeld Im Radsport für die gute Sache unterwegs

Peter Burkamp

Bielefeld. Mit Mieke Kröger und Sabine Ellerbrock zählten zwei heimische Sportlerinnen zu den Gründungsmitgliedern des Vereins "Athleten Deutschland", der sich am Wochenende in Köln konstituiert hat. Radsportlerin Kröger ist voller positiver Eindrücke heimgekehrt. "Ich finde es wichtig, dass wir als mündige Athleten geschlossen auftreten und mit diesem Verein unsere Interessen vertreten können. Das kommt uns allen zugute", sagte die Deutsche Straßenmeisterin von 2016 und frühere Team-Weltmeisterin. "Ohne viel Ahnung", als Vertreterin für die verhinderte BDR-Aktivensprecherin Lisa Brennauer, war die 24-Jährige angereist und ließ sich nach der Erörterung "vieler komplexer Themen" schnell von der Idee einer organisierten Vertretung deutscher Leistungssportler begeistern. Die beiden Initiatoren Silke Kassner und Max Hartung hätten viel Herzblut in das Projekt investiert und sollten durch die Vereinsgründung entlastet werden, so Kröger. Es ist geplant, drei Hauptamtliche einzustellen, die für den Verein arbeiten. "Das ist ein erster Schritt. Als aktiver Athlet kann man das nebenbei nicht leisten", meinte Kröger. Die deutschen Spitzenathleten wollen sich Gehör verschaffen und mit dem Verein unabhängiger vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) werden sowie professioneller ihre Interessen vertreten. Zwar sieht der DOSB keinen Bedarf für eine derartige Organisation, auf Konfrontationskurs müsse man ja auch nicht zwingend gehen, meinte Kröger: "Es wäre wünschenswert, dass eine gemeinsame Entscheidungsfindung für alle Parteien möglich ist." Besonders die neuen Richtlinien zur Leistungssportförderung, die mit Kürzungen oder einschneidenden Veränderungen für viele einher gehen, beschäftigen die Sportler. Die Gründung einer Profigewerkschaft ist angedacht. Rollstuhltennisspielerin Sabine Ellerbrock, das zweite Bielefelder Gründungsmitglied, sieht die paralympischen Athleten zwar nur als kleinen Baustein. "Aber wir haben mit den gleichen Ängsten zu kämpfen wie die nichtbehinderten Sportler. Von Existenzängsten können wir Behindertensportler auch ein Lied singen. Von daher freue ich mich, dass es da jetzt ein Organ gibt, bei dem ich in Zukunft sehe, dass es vorangeht", betonte Ellerbrock i-m Deutschlandfunk. Am Beispiel Doping in Russland erhofft sich Ellerbrock, durch den Verein unabhängig von einem Organ Meinungen äußern zu können. "Ich glaube, dass das Thema vielen an die Nieren gegangen ist, weil wir sehr, sehr hart dafür arbeiten, faire Wettkämpfe zu haben. Es ist halt nicht so, dass wir uns als Athleten so positionieren können, dass wir eine Möglichkeit haben, dass unsere Stimme gehört wird", sagte Ellerbrock dem DLF. Mit den Athleten Deutschland soll das anders werden. "Nach einem "emotionsgeladenen Wochenende" wartet Mieke Kröger nun auf die nächsten Schritte. Selbst werde sie versuchen, "weitere Mitglieder für den Verein zu werben, denn es ist eine gute Sache".

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