Hier spielt die Musik: Patrick Pradella, Sebastian Linda und Kevin Kaczynski (v. l.), die im Vorjahr mit dem Bielefelder TTC Regionalligameister wurden, freuen sich auf die 2. Bundesliga, in der es gegen renommierte Gegner geht. - © Sarah Jonek
Hier spielt die Musik: Patrick Pradella, Sebastian Linda und Kevin Kaczynski (v. l.), die im Vorjahr mit dem Bielefelder TTC Regionalligameister wurden, freuen sich auf die 2. Bundesliga, in der es gegen renommierte Gegner geht. | © Sarah Jonek

Bielefeld Bielefelder TTC rockt die zweite Bundesliga

Tennis: Der Klub von der Voltmannstraße kann nach dem Aufstieg aus der Regionalliga auf sein seit Jahren zusammengewachsenes Team zurückgreifen. Neu kommt nur der Niederländer Tallon Griekspoor hinzu

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Als Sebastian Linda gewohnt pünktlich um 11.50 Uhr auf der Anlage des Bielefelder TTC an der Voltmannstraße erscheint - als Termin war 11.30 Uhr ausgemacht worden -, zuckt Maxi Wilde nur grinsend mit den Schultern: "Das hätte ich dir auch vorher sagen können!" meint er. Man kennt sich halt in der ersten Mannschaft des Zweitliga-Aufsteigers, und innerhalb der paar Monate nach dem Titelgewinn in der Regionalliga haben sich Verhaltensmuster und Gewohnheiten nicht groß geändert. Gleiches gilt auch für das Team des BTTC, das das "Unternehmen Klassenerhalt" in der 2. Bundesliga mit annähernd dem Spielerstamm angeht, der im Vorjahr für Furore gesorgt hatte. Neu ist als dritter Ausländer nur der 20-jährige Niederländer Tallon Griekspoor, Bruder des schon länger für den BTTC aktiven Scott Griekspoor. "Wir haben uns nichts davon versprochen, neben Alex Ward und unseren beiden Holländern weitere Ausländer zu verpflichten, und trauen unserer über Jahre zusammengewachsenen Mannschaft zu, die Liga halten zu können", erklärt Trainer Georg Magnus. Es ist das erste Zweitligajahr des Bielefelder Traditionsvereins: Als der BTTC in den 1980er-Jahren mehrfach an das Tor zur Bundesliga klopfte, gab es als Unterbau noch keine 2. Liga, sondern mehrere Regionalligen. "Wir freuen uns, dass wir im Tennis neben Arminia Bielefeld im Fußball das sportliche Profil unserer Stadt schärfen können", sagt Clubmanager Markus Theine, dem beim Blick auf die Konkurrenz das Wasser im Munde zusammenläuft: "Es ist einfach toll, dass wir es mit Vereinen zu tun bekommen, die ebenso wie wir für eine lange Tennis-Tradition stehen." Die namhaften Gegner beflügeln auch die Fantasie der Spieler: "Gegen den TC Blau-Weiß Berlin oder den Meisterschaftsfavoriten Oldenburger TeV hoffen wir schon auf 400 bis 500 Zuschauer - das würde dann natürlich richtig Spaß machen", sagt Patrick Pradella. Wie das Abenteuer 2. Liga ausgehen wird, weiß natürlich niemand. "Zunächst einmal wollen wir ordentliches Tennis spielen und zeigen, dass man für diese Spielklasse keine Legionärstruppe braucht", sagt Wilde. Trotzdem sind die drei Ausländer natürlich hochwillkommen. So könnten die Griekspoors, die beide an den ersten beiden Spieltagen zum Einsatz kommen, oben locker die Punkte abgreifen, glaubt Wilde: "Den Rest machen wir dann auf den unteren Positionen!" Erst im Lauf der Woche stoßen Louis Weßels, der nach seinem Halbfinaleinzug im Junioren-Doppel in Wimbledon eine Wildcard für das Hauptfeld des ATP-Turniers in Hamburg erhielt, und Valentin Günther, der aktuell ein Futureturnier spielt, zur Mannschaft. Alles kein Problem: Im Tennis kommt das individuelle Weiterkommen halt immer vor dem Engagement in einer Mannschaft.

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