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Maike Naomi Schnittger von der TG Ennigloh fährt zur EM. - © Foto: Björn Kenter
Maike Naomi Schnittger von der TG Ennigloh fährt zur EM. | © Foto: Björn Kenter

Mit Weltrekord zur Europameisterschaft

SCHWIMMEN: Maike Naomi Schnittger in Topform

01.05.2014 | Stand 29.04.2014, 17:56 Uhr

Bünde (nw). Für Maike Naomi Schnittger steht der nächste große Wettbewerb an. Die sehbehinderte Schwimmerin der TG Ennigloh qualifizierte sich mit gleich zehn unterbotenen Normen für die Europameisterschaft, die vom 4. bis 10. August in Eindhoven/Niederlande ansteht.

Voraussetzung für eine Nominierung war die Teilnahme an zwei Qualifikationswettkämpfen, den British Open in Glasgow vom 18. bis 20. Aprilund den Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) in Berlin vom 24. bis 27. April, um die vom Ausschuss für Leistungssport festgelegten Normen zu unterbieten. Dies bedeutete für die A-Kader-Athletin der Deutschen Nationalmannschaft 20 Starts in zehn Tagen, inklusive einer Flugreise nach Glasgow und von da aus direkt nach Berlin.

Die Ergebnisse waren absolut überzeugend: Die 20-Jährige hat es wie immer seit ihren ersten internationalen Meisterschaften 2009 (EM in Reykjavik) geschafft auf den Punkt fit zu sein und schwamm in ihrer Klasse S 12 neben ihren insgesamt zehn Normen eine Bestleistung über 100 Freistil, zehn Saisonbestleistungen und als Krönung ihrer Leistungen zwei Weltrekorde über 200 Freistil. Über diese Strecke holte sie sich am letzten Wettkampftag der IDM im Vorlauf mit 2:14,71 Minuten den Weltrekord von ihrer Konkurrentin Oxana Savjenko wieder zurück und verbesserte ihn im Finale noch einmal auf 2:14,55 Minuten.

Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften erreichte Maike Naomi Schnittger insgesamt viermal Gold (100 Meter Freistil, 200 Meter Freistil, 400 Meter Freistil, 100 Meter Schmetterling) und einmal Silber (50 Meter Freistil), wofür als Lohn die EM-Nominierung durch die Bundestrainerin Ute Schinkitz erfolgte.

In den nächsten Wochen wird sich die Preußisch Oldendorferin gezielt auf die europäischen Titelkämpfe vorbereiten. Dazu gehören neben den täglichen zwei Trainingseinheiten im Wasser und dem ebenfalls tägliche Athletiktraining auch zwei Trainingslager. "Für das Psychologiestudium an der Universität Potsdam wird bei diesem wöchentlichen Pensum von 30 Stunden wenig Zeit bleiben. Aber wer Maike näher kennt, wird wissen, dass ihr Tag mitunter auch mehr als 24 Stunden haben kann", sagt ihr Vater Rainer Schnittger, Cheftrainer der TG Ennigloh, der sie auf den anstehenden Wettkämpfen erneut betreuen wird.

Für ihren ostwestfälischen Heimatverein wird Maike Naomi Schnittger, die im Bereich des Behindertensports für den SC Potsdam startet, Ende Mai bei den NRW-Meisterschaften in Wuppertal schwimmen. In Absprache mit ihrer Stützpunktrainerin Dörte Paschke vom Paralympischen Leistungsstützpunkt Brandenburg wird sich die sehbehinderte Athletin der Deutschen Nationalmannschaft auch weiterhin bei Wettkämpfen mit nichtbehinderten Sportlerinnen messen.

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