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Der Vorsitzende des PSV Rudolf Stahl zeigt den Zeitungsausschnitt aus der NW anlässlich der Vereinsgründung vor 25 Jahren. Links die Original-Vereinssatzung. - © FOTO: MARKUS VOSS
Der Vorsitzende des PSV Rudolf Stahl zeigt den Zeitungsausschnitt aus der NW anlässlich der Vereinsgründung vor 25 Jahren. Links die Original-Vereinssatzung. | © FOTO: MARKUS VOSS

Ein Verein für alle

PSV STUKENBROCK-SENNE: Vor 25 Jahren wird in der Polizeischule ein Sportklub gegründet – ein Jubiläum

VON MARKUS VOSS
19.01.2013 | Stand 20.01.2013, 21:34 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Überschriften in Zeitungen gelten als die "Nachricht über der Nachricht", bringen also im Idealfall den Inhalt eines Textes auf den Punkt. Als der PSV Stukenbrock gegründet wurde, titelte die NW: "Polizeisportverein für jedermann offen – mit PSV aus dem Zaun heraustreten". Genau das war das Anliegen, als sich am 20. Januar 1988 sportbegeisterte Polizisten und Zivilie zusammenfanden, um auf dem Gelände der Polizeischule einen Sportverein ins Leben zu rufen. Das ist jetzt exakt 25 Jahre her. An diesem Sonntag wird das Jubiläum gefeiert.

Es war ein Mittwoch. Rudolf Stahl kann sich noch genau an den Tag der Vereinsgründung erinnern. "Wir haben zweieinhalb Stunden gebraucht, um alles in trockene Tücher zu bekommen", sagt der PSV-Chef und blättert in der Original-Satzung, die an jenem Tag getreu dem Vereinsrecht von sieben der insgesamt 28 Gründungsmitglieder unterschrieben wurde. "Wir waren in der Mehrzahl Polizisten, aber es waren auch zwei oder drei Zivile dabei", sagt Stahl, der vom ersten Tag an im Vorstand dabei ist, erst als Vize-Vorsitzender und seit 1998 als oberster PSV-Sportler. Erster Vorsitzender des just konstituierten Vereins wurde vor 25 Jahren Albrecht Müller. "Er ist der Urvater des Vereins und hat maßgeblich die Gründung betrieben", so Stahl über seinen Vorgänger.

Albrecht Müller war seinerzeit Leiter der Bereitschaftspolizei, Abteilung VII "Erich Klausener", wie die bis heute im Volksmund als Polizeischule betitelte Institution auf dem riesigen Gelände auf der Senne damals hieß. "Albrecht Müller war der Meinung, dass die Polizisten nicht einfach die Tür hinter sich zumachen, sondern die in sich geschlossene Liegenschaft für die Bevölkerung öffnen sollten", sagt Rudolf Stahl. "Und wie kann man sich besser annähern und in Kontakt treten, als durch Sport?", fragt der 64-Jährige. Sporthalle, Schwimmbad, Gymnastikhalle, Sauna, Judohalle, Krauftraum, Sportplatz, Schießstand – alles war anno 1988 ganz neu. "Und alles stand im Grunde genommen nach Dienstschluss leer", erinnert sich Stahl.

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PSV-Jubiläum

"25 Jahre ist nicht die Welt, darum werden wir am Sonntag bescheiden feiern", sagt PSV-Chef Rudolf Stahl.

Dennoch ist der PSV durchaus selbstbewusst. Stahl: "Wir sind seit vielen Jahren der zweitgrößte Verein der Stadt hinter dem FC Stukenbrock."

Am meisten freut sich Rudi Stahl auf den Imagefilm von Marwin Gansauge, der auf 25 Jahre PSV zurückblickt und am Sonntag gezeigt wird.

Alina Potthof spielt dann auf dem Klavier und singt.

Ganz groß will der PSV im Frühsommer die Einweihung des neuen Vereinsheims auf der Senne-Alm feiern. "Darum haben wir die Jubiläumsfeier auch kleiner gehalten", sagt Rudi Stahl.

Das sollte sich ändern. Zwar gab es im Vorfeld durchaus Bedenken was die Sicherheit in der abgeschotteten Polizeischule mit ihren sensiblen Elementen wie Waffenkammer, Munitionsdepot oder Schießstand angeht. "Das war kein einfacher Prozess", sagt Rudi Stahl, "aber der Bedarf nach einem Sportverein auf der Senne war da und wir konnten die Sportstätten nicht einfach brachliegen lassen." Albrecht Müller und seine Mitstreiter setzten sich durch. Stahl: "Heute ist klar, dass das ein echter Volltreffer war." Schon nach dem ersten Jahr hatte der neue Verein 300 Mitglieder, bereits 1994 wurde die 1.000er-Marke übersprungen. "Bei 1.300 war unsere Sportstätten-Kapazität so gut wie erschöpft", sagt Stahl, "seit wir unsere Mitglieder-Kartei entstaubt haben, hat sich Zahl zwischen 1.000 und 1.100 eingependelt." Aktuell hat der PSV genau 1.087 Mitglieder.

Als erste Abteilung wurde am 28. April 1988 die Radsport-Sparte ins Leben gerufen. Im August 1988 kamen die Sportschützen dazu, im März 1989 der Breitensport – mit 600 Mitgliedern heute die größte PSV-Abteilung. Budo (Judo, Karate, Ju-Jutsu, Modern Arnis) folgte Anfang Juni 1989, am 20. Juni 1989 wurde die Fußballabteilung vom Verband offiziell anerkannt. Kurz vorher war der PSV Stukenbrock mit dem SSV Stukenbrock-Senne, in dem nur Fußball gespielt und geturnt wurde, eine Fusion eingegangen. "Seitdem heißen wir PSV Stukenbrock-Senne", sagt Rudi Stahl. Und seitdem kickt der PSV auch auf der Senne-Alm.

Die Struktur der fünf Abteilungen hat sich bis heute nicht geändert. Neu ist seit einigen Jahren das PSV-Kurssystem, in dem auch Nichtmitglieder Sport treiben können – etwa bei Aquafitness mit Sauna. Stahl: "Dieses Angebot ist in der Region einzigartig." Überhaupt spielt der Gesundheitssport beim PSV eine große Rolle. Der neueste Renner ist Zumba. "Uns rennen sie die Bude ein. Über 60 Frauen sind dabei", sagt Rudi Stahl lachend.

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