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Zwei Nachwuchstalente des TuS Lipperreihe (weiße Trikots) spielen ihren Gegenspieler vom SV Hilden-Nord aus.
Zwei Nachwuchstalente des TuS Lipperreihe (weiße Trikots) spielen ihren Gegenspieler vom SV Hilden-Nord aus.

Kleine Hertha ganz groß

JUGENDFUSSBALL: Beim U11-Hallenmasters des TuS Lipperreihe stellt Zehlendorf Berlin die beste Elf / Gastgeber im Viertelfinale

VON MARKUS VOSS
07.01.2013 | Stand 06.01.2013, 22:12 Uhr

Oerlinghausen. Am Ende waren sich alle einig: Die beste Mannschaft hat verdient den Turniersieg und damit den großen Silberpokal gewonnen. "Hertha hatte eine überragende Truppe am Start", zollte Lipperreihes Trainer Frank Fulland dem Sieger allerhöchsten Respekt. Beim U11-Porta-Hallenmasters des TuS Lipperreihe im Oerlinghauser Schulzentrum war die "kleine Hertha" aus Zehlendorf das Maß aller Dinge. Im Finale des zweitägigen Hallenfußball-Turniers für U11-Mannschaften war der MSV Duisburg chancenlos. Mit 0:5 wurden die Zebras von den Hauptstädtern nach Hause geschickt.

Von wegen "kleine Hertha": Auch am Tönsberg bestätigte sich, dass die Jugendabteilung des Berliner Stadtteilklubs ganz groß ist. Die Zehlendorfer Nachwuchsarbeit findet seit Jahrzehnten bundesweit Beachtung. Profis wie Pierre Littbarski, Christian Ziege, Carsten Ramelow, Uwe Kliemann oder die Kovac-Brüder haben in Zehlendorf gespielt. Wobei die Bundesliga am Wochenende keine Rolle spielte. Der Spaß stand im Vordergrund – und den hatten alle sowohl auf dem Spielfeld als auch auf der Tribüne. Wie die Eltern und Betreuer aus Berlin die beiden Hauptstadt-Teams aus Zehlendorf und vom TSV Rudow anfeuerten, war schon aller Ehren wert. "Die Berliner machen immer kräftig Bambule", freute sich Frank Gernhuber vom TuS.

Bambule gab es auch auf dem Parkett. Ballstaffetten, Tricks, Kampf, schöne Tore – die Talente aus ganz Deutschland waren mit Feuereifer bei der Sache. "Wie gut die Kinder heute fußballerisch ausgebildet sind, wie stark ihre Technik ist und wie sie mit dem Ball am Fuß den Kopf oben haben – das ist schon super", sagte TuS-Abteilungschef Ralph Marquart beeindruckt.

Beeindruckend war auch die Leistung der Gastgeber. Als Kreisligist gegen die Großen der Zunft schafften die jungen Lipperreiher den Einzug ins Viertelfinale. Erst dort war mit einem knappen 2:3 gegen Rudow Berlin Endstation. "Die Jungs haben sich super geschlagen", sagte Frank Fulland. Etwas enttäuschend dagegen die Auftritte von Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und vom VfL Bochum. Diese drei Mannschaften waren für den zweiten Turniertag gesetzt, kamen aber durch die Bank nicht übers Viertelfinale hinaus. Mehr noch: Rostock überstand noch nicht einmal die Gruppenspiele. "Die Rostocker sind seit Freitagmorgen unterwegs, irgendwann sind die Kids einfach kaputt", bat TuS-Jugendleiter Oliver Pape um Verständnis.

Umso wacher präsentierte sich am zweiten Tag Arminia Bielefeld. Am Samstag kamen die Almbuben als Gruppenvierter nur hauchdünn weiter, am Sonntag stand der DSC plötzlich im Halbfinale – und hatte auch noch Pech. Erst in der allerletzten Minute erzielte Zehlendorf den 1:0-Siegtreffer. Ganz anders im Finale: Innerhalb von 20 Sekunden erzielte die Hertha gegen Duisburg zwei Tore, das 3:0 folgte nur zwei Minuten später – damit war das Spiel gelaufen, das 4:0 und 5:0 nur noch Ergebniskosmetik. "Wir sind bei sieben Turnieren in Folge im Viertelfinale nach Neunmeterschießen rausgeflogen", sagte Herthas Co-Trainer Hannes Schwedtke lachend, "über diesen Sieg freuen wir uns darum ganz besonders."

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