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Jetzt kommt Horst

Orientierungsläufer aus Oberweser siegt vor den Bielefeldern Biehl und Reins

24.04.2005 | Stand 24.04.2005, 22:59 Uhr

Detmold/Bielefeld. Einsam und verlassen fühlte sich Ingo Horst am Sonntagmorgen gegen 11 Uhr am Hermannsdenkmal. Karte und Kompass hatte Deutschlands bester Orientierungsläufer in seinem Rucksack gelassen. Von den übrigen 7.149 Startern des 34. Hermannslaufes kannte er lediglich seinen Kumpel Axel Fischer, ebenfalls ein exzellenter Orientierungsläufer.

Knapp zwei Stunden später war der Name Ingo Horst in aller Munde. Tausende von Zuschauern an der Rennstrecke und dem Ziel auf der Bielefelder Sparrenburg applaudiertem dem 27-jährigen Bauingenieur aus dem hessischen Oberweser, der bei seiner "Hermann"-Premiere gleich auf Anhieb ein Zeichen setzte und die stärkste Konkurrenz seit Jahren in 1:48:59 Stunde hinter sich ließ. Alle kannten jetzt Ingo Horst. Er musste unzählige Hände schütteln.

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Platz zwei bei idealen Wetterbedingungen belegte Marcus Biehl (SV Brackwede), der bei seiner 13. Teilnahme 1:49:41 Stunde lief. Einen bemerkenswerten dritten Platz feierte Oliver Reins (SV Brackwede), der sich bei seinem zweiten "Hermann" über eine Zeit von 1:52:04 Stunde freute. Glücklich war auch Freundin Antonia Klarhorst ?“ über die tolle Platzierung ihres Olivers und die bevorstehende Hochzeit am 27. Mai.
Seitenstiche bei Kilometer 20 werfen Brouwer weit zurück
Während im Hause Reins eitel Sonnenschein herrschte, zog Philipp Brouwer (LC Paderborn), Sieger des Jahres 2003, ein langes Gesicht. Bis Kilometer 20 gehörte der 22-Jährige zur Spitzengruppe um Horst und Biehl. "Dann bekam ich Seitenstiche. Nichts gings mehr", erzählte Brouwer. "Am liebsten hätte ich aufgegeben, aber ein Auto war nicht in Sicht", meinte Brouwer, der dann im lockeren Tempo die restlichen zehn Kilometer abspulte und in 2:03:05 Stunden 31. wurde.

Folglich mussten der 35 Jahre alte Biehl, der die Strecke mindestens schon 100 Mal abgelaufen ist, und Debütant Horst das Rennen unter sich ausmachen. Titelverteidiger Biehl glaubte bis Kilometer 25 an seinen dritten Sieg nach 2000 und 2004. "Am Berg hinter dem Eisernen Anton habe ich mich übernommen und musste Ingo ziehen lassen", beschrieb Biehl die entscheidende Phase des diesjährigen Hermannslaufes. Enttäuscht zeigte sich Biehl, der ebenso wie Horst das Trikot von "Laufladen Endspurt" trug, nicht. "Kompliment an Ingo. Er ist seinen ersten Hermann abgezockt angegangen."

Erster Gratulant am Ziel war Ingo Horsts Trainer Peter Gehrmann, der 1972 zu den Gründungsvätern des Hermannslaufes gehörte. "Ich habe seinen Sieg erwartet", sagte Gehrmann, der nach zahlreichen Überredungsversuchen in der Vergangenheit in diesem Jahr endlich Erfolg bei Ingo Horst hatte. "Der Hermann passte gut in meine Vorbereitung", sagte Horst, dessen Saison-Höhepunkte die World Games in Duisburg und die Weltmeisterschaften in Japan sind.
Horsts Eindruck vom Rennen: "Es war ein langsamer Lauf. Durch die Senne sind wir gebummelt ?“ es war fast wie im Training. Ernst wurde es erst im Schopketal. Aber ich war am Berg der stärkste und habe deshalb auch gewonnen", freute sich Ingo Horst über sein gelungenes sportliches Fremdgehen.

Ob der aktuelle Champion ein zweites Mal von Detmold nach Bielefeld laufen wird, steht noch nicht fest. "Orientierungslaufen bleibt für mich Nummer eins, obgleich ich von der herrlichen Landschaft in Ostwestfalen-Lippe und den tollen Fans begeistert bin." Möglicherweise wird Horst in zwölf Monaten wieder schwach.

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