TBV-Trainer Florian Kehrmann. - © Fotostand / Caliskan
TBV-Trainer Florian Kehrmann. | © Fotostand / Caliskan

Handball GWD Minden ringt TBV Lemgo nieder

Das OWL-Derby ist von technischen Fehlern geprägt. Doch ein Gäste-Spieler ragt heraus

Torsten Ziegler

Lemgo. Die Sky-Experten waren sich uneinig. Martin Schwalb sah vor dem Handball-OWL-Derby "einen kleinen Vorteil für Minden", während Rolf Hermann, der langjährige Kapitän des TBV, "wegen des Heimvorteils Lemgo knapp vorne" erwartete. Recht behalten sollte Schwalb. GWD Minden gewann mit 25:23 (11:11) und setzte sich in der Tabelle von den bis dahin punktgleichen Lippern ab. ,Aber beider Einschätzung, dass es eng zugehen würde, traf zu. Die 3.732 Zuschauer in der Phönix-Contact-Arena erlebten von Beginn an eine packende Partie. Kein allzu hohes Niveau, dafür passierten auf beiden Seiten zu viele technische Fehler. Je länger die Begegnung dauerte, desto mehr dominierte die Abwehrarbeit. Ein typisches Derby. Aber es blieb immer spannend, ging an die Nerven. Lemgo führte anfangs (1:0, 2:1), dann gewann Minden knapp die Oberhand. Mehr als ein Zwei-Tore-Vorsprung (2:4, 3:5, 8:10, 9:11) war allerdings nicht zu notieren. Und als Routinier und Top-Motivator Christoph Theuerkauf in einer Auszeit appellierte, "in jeden Angriff so" reinzugehen "als wäre es der letzte", glich Donat Bartok wenig später zum 11:11-Halbzeitstand aus. Tim Suton schmerzlich vermisst Im ersten Durchgang hatte es den Lippern an einfachen Toren aus der Distanz gemangelt, die Außen, insbesondere der künftige Magdeburger Tim Hornke, waren dagegen gut im Spiel. Es fehlte auch der erst spät wegen einer Fußverletzung eingewechselte Tim Suton als Spielgestalter und Torschütze. GWD stellte auf der anderen Seite mit Christoffer Rambo, Marian Michaelczik und Dalibor Doder einen Rückraum, der beweglich, top eingespielt und sehr torgefährlich agierte. Doders Schlagwürfe ragten wieder einmal heraus. Nach dem Seitenwechsel fand Lemgo etwas besser ins Spiel. Jonathan Carlsbogard gelangen endlich zwei Tore aus der Ferne (14:13, 19:18). Sicherheit zog deshalb nicht in die Aktionen ein. Im Gegenteil: Zwei sehr simple technische Fehler der Hallenherren von Donat Bartok und Dominik Ebner beim 19:19 brachten Minden auf die Siegerstraße. Die Gegenstöße nutzten Luka Zvizej und Magnus Gullerud zur Vorentscheidung (21:19). Tim Hornke erzielt acht Tore Schließlich nahm auch Nationalspieler Marian Michalczik noch eine wichtige Rolle ein. Mit seinen Treffern zum 23:20 und 24:21 machte er alles klar. Nachher lobte er die Mindener Teamleistung: "Wir waren kämpferisch sehr geschlossen und jeder hat seine Stärken ins Spiel gebracht." Für den Gegner stellte Fabian van Olphen enttäuscht fest: "Mit dieser Anzahl an technischen Fehlern kannst Du bis übermorgen spielen und wirst nicht gewinnen." Bester Lemgoer Torschütze war Tim Hornke (8/2). Für GWD traf Marian Michalczik (5) am häufigsten.

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