Guter Start - © Foto: Soeren Stache
Die DHB-Auswahl mit Trainer Christian Prokop ist erfolgreich in das Heim-Turnier gestartet. | © Foto: Soeren Stache

Auftakt geglückt «Gänsehaut»: Deutsche Handballer starten souverän in Heim-WM

Berlin - Gut gelaunt verfolgte Bundestrainer Christian Prokop nach dem geglückten Auftakt in die Heim-WM, wie die deutschen Handballer von den Fans begeistert gefeiert wurden.

Die 13.500 Zuschauer in Berlin erhoben sich nach dem klaren 30:19 (17:10) gegen Korea mit lautstarkem Applaus von ihren Sitzen, als sich Uwe Gensheimer und Co. mit einer kleinen Ehrenrunde verabschiedeten. «Es waren viele Emotionen im Spiel. Meine Mannschaft hat das bravourös gelöst», lobte Prokop seine Schützlinge. «Wir haben clever und intensiv verteidigt und wenige technische Fehler gemacht.»

Der stimmungsvolle Auftakt der Endrunde in Deutschland und Dänemark war ganz nach dem Geschmack der Spieler. «Wir sind alle mit einem Grinsen eingelaufen und hatten Gänsehaut», berichtete Kapitän Gensheimer. «Für uns war es erst einmal wichtig, gut ins Turnier zu starten. Für den Auftakt war das super heute.» Mit sieben Treffern war der Kapitän bester Werfer der DHB-Auswahl gegen den aus Nord- und Südkoreanern zusammengesetzten Außenseiter.

Den nächsten Schritt zum Einzug in die Hauptrunde kann Prokops Team am Samstag (18.15 Uhr) machen, wenn es ebenfalls in der Mercedes-Benz Arena gegen Brasilien geht. «Das ist sportlich ein ganz anderes Kaliber», sagte Prokop. «Aber wir wollen diese geile Stimmung wieder genießen.»

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Einen ersten Vorgeschmack auf die außergewöhnliche Stimmung, die sie bei der WM erwartet, hatte die DHB-Auswahl bereits vor dem Anpfiff erhalten. Kurz nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Turnier in der ausverkauften Arena eröffnet hatte, wurde Prokops Mannschaft vom tosenden Applaus der Fans empfangen. «Als wir die volle Halle gesehen haben, war das der Moment, in dem für jeden Spieler ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Das war Stolz und Freude», sagte Linksaußen Matthias Musche.

Die Atmosphäre sorgte nicht nur bei Torhüter Silvio Heinevetter für große Augen, sondern beeindruckte offenbar einige Spieler der DHB-Auswahl noch in den Anfangsminuten. Steinmeier, Bundesinnenminister Horst Seehofer, Altkanzler Gerhard Schröder mit Frau und der IOC-Präsident Thomas Bach - sie alle schauten von der Tribüne aus zu, als Jung Suyoung die koreanische Auswahl nach wenigen Sekunden mit dem ersten Treffer des Turniers in Führung brachte.

Zwar glich die deutsche Mannschaft aus und baute ihre Führung anschließend schnell aus. Geprägt wurde der erste Durchgang aber nicht von Toren, sondern von etlichen Zwei-Minuten-Strafen. Die aus 16 Süd- und vier Nordkoreanern zusammengesetzte Auswahl ging alles andere als zimperlich mit den deutschen Spielern um. Und die DHB-Auswahl reagierte darauf ebenfalls mit zahlreichen vermeidbaren Fouls. Allein in der ersten Hälfte kassierte Prokops Mannschaft fünf Zwei-Minuten-Strafen. «Jetzt kennen wir die Linie der Schiedsrichter bei der WM», sagte der Bundestrainer.

Zudem vergaben Patrick Groetzki, Gensheimer, Hendrik Pekeler und Co. gegen den überragenden Torhüter Park Jaeyong teils hochkarätige Chancen und verpassten eine noch höhere Führung. «Das stört mich heute aber nicht», urteilte Prokop milde.

Bundespräsident Steinmeier war schon zur Pause begeistert. «Es herrscht eine tolle Stimmung in der Halle, die das Spiel am Anfang emotional ein wenig aufgeheizt hat», sagte er. Das fiel aber alles nicht groß ins Gewicht, weil die Koreaner über weite Strecken klar unterlegen waren. Zudem vereitelte Wolff mit etlichen starken Paraden weitere Treffer der Asiaten, die in der zweiten Halbzeit einbrachen. «Jetzt konnten wir endlich loslegen und sind unheimlich erleichtert, dass wir es gut hinbekommen haben», sagte der starke Keeper vom THW Kiel.

Schon die Einwechslung des Berliner Torhüters Heinevetter sorgte im zweiten Durchgang für weitere Begeisterung. Auch die Trefferquote stimmte jetzt. Jannik Kohlbacher, Patrick Wiencek und Co. bauten die deutsche Führung kontinuierlich aus. Die Koreaner hatten dem kaum noch etwas entgegenzusetzen.

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