Das Bundeskartellamt hat alle 36 Profiklubs der Bundesliga aufgefordert, sich zu den Lizenzierungsvorgaben der DFL zu erklären. - © picture alliance/Kirchner
Das Bundeskartellamt hat alle 36 Profiklubs der Bundesliga aufgefordert, sich zu den Lizenzierungsvorgaben der DFL zu erklären. | © picture alliance/Kirchner

Fußball 50+1-Regel: Kartellamt prüft Investoren-Beteiligung in 1. und 2. Bundesliga

Bundesbehörde schreibt Brief an 36 Bundesliga-Vereine

Bielefeld. Das Bundeskartellamt hat Anfang Januar alle 36 Profiklubs der ersten und zweiten Bundesliga schriftlich aufgefordert, sich zu den Lizenzierungsvorgaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu erklären.

In einem Brief vom 2. Januar an die Präsidenten der Klubs, der der Neuen Westfälischen vorliegt, heißt es, die 6. Beschlussabteilung des Kartellamtes sei „im Rahmen der Ermittlungen in diesem Verwaltungsverfahren sehr an der Meinung der Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga zur 50+1-Regel interessiert".

Martin Kind bereitet weitere Klage vor

Die umstrittene Regel besagt, dass die Mehrheit der Stimmrechte an einem Profifußballklub beim dahinterstehenden Verein liegen muss. Gegen diese Entscheidung war 96-Boss Martin Kind vor das Schiedsgericht gezogen, das sich im Dezember vertagt hatte. Anders als die DFL sieht es der 74 Jahre alte Hörgeräte-Unternehmer als erwiesen an, den Club seit mindestens 20 Jahren finanziell in „erheblichem Umfang" unterstützt zu haben.

Eine Ausnahme müsse ihm nach den Statuten daher erteilt werden, argumentiert Kind.Wird der Antrag aber erneut abgelehnt, will Kind vor das Landgericht Frankfurt am Main ziehen. Die entsprechende Klage - dann gegen die 50+1-Regel als solche - ist bereits vorbereitet. Experten rechnen damit, dass diese Regelung nicht mit EU-Recht vereinbar ist und dann fällt. Dann könnten theoretisch bei jedem Proficlub Investoren mehrheitlich einsteigen.

Gespräche mit Vereinen bis Mitte März

Im vergangenen Sommer hatte die DFL den Antrag von Hannover 96 zunächst abgelehnt, künftig wie die TSG 1899 Hoffenheim, Bayer Leverkusen oder der VfL Wolfsburg eine Ausnahme von der 50+1-Regel zu bekommen. Diese nur in Deutschland geltende Regel verhindert, dass externe Investoren mehrheitlich bei ausgegliederten Profi-Kapitalgesellschaften einsteigen können.

Die DFL hatte daraufhin angekündigt, das Kartellamt einzuschalten, um Rechtssicherheit zu erhalten. Die Gespräche mit den 26 Vereinen sollen bis Mitte März abgeschlossen sein.

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