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Rowen Fernandez am Pool des Mannschaftshotels - der Bus der Bafana Bafana wartet schon abfahrbereit. - © FOTO: MAIK ROSNER
Rowen Fernandez am Pool des Mannschaftshotels - der Bus der Bafana Bafana wartet schon abfahrbereit. | © FOTO: MAIK ROSNER

Fernandez: "Ausleihe ab Januar ist denkbar"

Torhüter Fernandez kämpft in Südafrika um seine WM-Chance

14.11.2009 | Stand 14.11.2009, 12:14 Uhr

Port Elizabeth. Nur noch knapp sieben Monate, dann wird am 11. Juni 2010 in Johannesburg das erste Weltmeisterschaftsspiel auf afrikanischem Boden angepfiffen. Rowen Fernandez hat als einziger Profi des Zweitliga-Spitzenreiters DSC Arminia Bielefeld eine realistische Chance, sich den großen Fußballtraum von einer WM-Teilnahme zu erfüllen. Unser Mitarbeiter Maik Rosner sprach in Port Elizabeth, wo WM-Gastgeber Südafrika heute gegen Japan spielt, mit dem Torhüter.

Herr Fernandez, nach zuletzt acht Niederlagen in neun Spielen treten Sie mit Südafrika zu den letzten beiden Tests vor dem WM-Jahr am Samstag in Port Elizabeth gegen Japan und drei Tage später in Bloemfontein gegen Jamaika an. Welche Bedeutung kommt diesen Spielen zu?
Rowen Fernandez: Das sind zwei sehr wichtige Spiele zur Vorbereitung auf die WM. Besonders Japan ist ein starker Gegner und spielt einen guten Fußball. Aber auch Jamaika ist für uns ein guter Test. Wir bereiten uns seit Sonntag intensiv auf diese beiden Spiele vor, um sie erfolgreich zu absolvieren.

Carlos Alberto Parreira ist nach seinem Rücktritt 2008 gerade als Nationalcoach zurückgekehrt und hat seinen Nachfolger Joel Santana wieder abgelöst. Rechnen Sie sich durch den Trainerwechsel bessere Chancen auf den Platz im WM-Tor aus?
Fernandez:  Ich persönlich habe einen besseren Draht zu Parreira als zu Santana. Für mich ist es gut, dass Parreira zurückgekommen ist. Als er Cheftrainer war, habe ich gespielt. Meine Chance für die WM ist durch den Trainerwechsel sicherlich etwas gestiegen. Es gibt bei uns aber mehrere Torhüter, die die Nummer eins werden können. Ich werde jedenfalls Vollgas geben, um meine Chance zu nutzen.

Bei Arminia Bielefeld gelingt Ihnen das derzeit nicht. Ihre Aussichten auf einen Stammplatz im Verein haben sich durch Dennis Eilhoffs lange Serie ohne Gegentor weiter verschlechtert.
Fernandez: Für mich ist es natürlich ein bisschen schwierig. Ich will immer spielen, aber momentan macht Dennis das sehr gut, er hat einen Lauf, wie die gesamte Mannschaft, dazu kann ich ihm nur gratulieren. Die Rückkehr in die Bundesliga ist unser gemeinsames Ziel, und dadurch, dass es für die Mannschaft gut läuft, komme ja auch ich meinem Ziel näher, wieder in der Bundesliga zu spielen. Ich kann nur jeden Tag im Training mein Bestes geben und geduldig auf meine Chance warten.

Können Sie sich auch vorstellen, den Verein bei einem entsprechenden Angebot im Winter zu verlassen, um ihre WM-Chancen zu erhöhen?
Fernandez:  Vor meiner Vertragsverlängerung haben wir auch darüber gesprochen. Ich möchte bei Arminia bleiben, aber ich will eben auch die WM spielen. Wenn es bei Arminia kurzfristig nicht mit dem Stammplatz klappt, dann wäre eine Ausleihe ab Januar für sechs Monate denkbar, damit ich mich vor der WM zeigen kann. Diese Option ist mit dem Verein besprochen worden. Momentan gibt es keine Kontakte, aber ich hoffe, dass sich das bald ändert. Ich würde gerne in Deutschland bleiben, ich fühle mich hier sehr wohl, aber letztlich geht es nur darum, dass ich spiele. Ich möchte meine WM-Chancen nicht riskieren.

Was erhoffen Sie sich bei der Bafana Bafana durch die Rückkehr Parreiras?
Fernandez:  Ich freue mich sehr, wieder mit Parreira zusammenarbeiten zu können. Ich hoffe, dass die Tore und damit die Erfolge mit ihm zurückkommen. Mit Santana ist es in den letzten Spielen ein bisschen unglücklich gelaufen. Hoffentlich kommt mit Parreira der richtige Geist in die Mannschaft zurück.

Was unterscheidet Parreira von seinem Vorgänger Santana?
Fernandez:  Beide haben die gleiche brasilianische Philosophie: Möglichst viel Ballbesitz, den Gegner und das Spiel kontrollieren. Allerdings sind beide Trainer vom Typ her anders. Die Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft ist unter Parreira sicherlich besser.

Parreira hat das Achtelfinale für die WM als Ziel ausgegeben, angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen Südafrikas eine scheinbar kaum lösbare Aufgabe.
Fernandez:  Die Chance besteht auf jeden Fall, ins Achtelfinale zu kommen. Wir haben nicht nur die Fans im Rücken, sondern das ganze Land. Wir können das genauso schaffen wie die Südkoreaner, die 2002 sogar das Halbfinale erreicht haben. Die haben damals einen super Job gemacht – warum sollte uns das nicht auch gelingen?

Am 4. Dezember findet in Kapstadt die WM-Gruppenauslosung statt. Welche Gegner wünschen Sie sich?
Fernandez (lacht): Ich habe eigentlich vor, gegen Deutschland im Finale zu spielen. Ich will bei der WM gegen die besten Mannschaften der Welt spielen, also wäre auch eine Gruppe mit Deutschland und Spanien super.

In Deutschland ist im Hinblick auf die WM die Sorge um die Sicherheit ein großes Thema. Wie schätzen Sie die Gefahr für die Gäste aus aller Welt ein?
Fernandez:  Am einfachsten und sichersten ist es natürlich, eine organisierte Reise zu buchen. Dann ist alles kontrolliert, die Reiseveranstalter werden alles darauf abstimmen, dass die Touristen nicht in Gefahr geraten. Es ist aber auch möglich, sich selbst zu organisieren. Nur ist es dann wichtig, seine Hausaufgaben zu machen und sich vorab genau zu informieren, wo man hingehen kann und welche Gebiete man besser meidet. Man sollte schon vorher wissen, wo es ein bisschen gefährlich ist und sich darauf einstellen. Aber zu Panik besteht kein Anlass: Südafrika ist ein wunderschönes Land.

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