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UEFA-Ordner sollen einem dänischen Fan eine Regenbogenfahne abgenommen haben. - © AFP
UEFA-Ordner sollen einem dänischen Fan eine Regenbogenfahne abgenommen haben. | © AFP

Fan nicht "stark betrunken" Regenbogenfahne beschlagnahmt: Dänemark widerspricht UEFA-Darstellung

Ordner der UEFA sollen einem Fan eine mitgebrachte Fahne abgenommen haben. Der Verband erklärt, der Mann sei als "stark betrunken" gemeldet worden. War er das?

04.07.2021 | Stand 04.07.2021, 09:47 Uhr

Baku (dpa). Der dänische Verband hat die Darstellung der Europäischen Fußball-Union UEFA im Streit um eine Regenbogenfahne beim EM-Viertelfinale gegen Tschechien in Baku zurückgewiesen. Vor dem Anpfiff des Spiels am Samstag war auf Fotos zu sehen, wie zwei Ordner heftig mit dänischen Fans diskutierten. Diese hatten eine kleine Regenbogenfahne mit ins Olympiastadion gebracht. Ein Ordner zerrte an der Fahne, diese war kurz darauf verschwunden.

Man habe Mitarbeiter in der Nähe des Vorfalls gehabt und werde zur Untersuchung der UEFA beitragen, twitterte Ronnie Hansen, kaufmännischer Leiter des Verbands, in der Nacht zu Sonntag. Man teile die Ansicht der UEFA überhaupt nicht, dass der betroffene Fan stark betrunken gewesen sei und warte nun auf die UEFA.

Der Kontinentalverband hatte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt, weder die Ordner in Baku noch in anderen EM-Stadien angewiesen zu haben, Regenbogenflaggen zu konfiszieren. Der Vorfall werde untersucht, die Flagge sei dem Fan zurückgegeben worden.

Fan schockiert über den Vorfall

Die UEFA gab an, zunächst die Information erhalten zu haben, dass der dänische Anhänger „stark betrunken" sei und Ärger mit lokalen Fans gehabt habe. „Natürlich werden wir uns mit dem UEFA-Delegierten, dem UEFA-Sicherheitsbeauftragten und den lokalen Behörden in Verbindung setzen, um das zu klären", hieß es.

In dänischen Medien sagte der Fan, der die Fahne ins Stadion gebracht hatte, dass Ordner ihm diese aus der Hand gerissen hätten. Er sei schockiert darüber gewesen. Nach dem Spiel habe er die Fahne über den Fan-Koordinator des Verbands wieder erhalten.

Woher die Anordnung kam, bleibt bisher ein Rätsel. Ob die Handlungen der Ordner womöglich sogar in Zusammenhang mit dem Austragungsort des Spiels stehen, ist ebenso unklar.

Homosexualität ist im mehrheitlich muslimischen Aserbaidschan zwar nicht verboten. Das Auswärtige Amt schreibt aber: "Homosexualität wird gesellschaftlich jedoch kaum akzeptiert und ist mit Tabus belegt." In einem Ranking von 49 europäischen Ländern, das die International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association herausgegeben hat, landete Aserbaidschan mit Blick auf die Rechte von LGBTQ-Personen auf dem letzten Platz.

Streit wegen Symbol für Toleranz schon in München

Die Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt waren bereits in der vergangenen Woche ein riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt.

Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf den Protest gegen ein in Ungarn erlassenes Gesetz zielte, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

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