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Derartige Großveranstaltungen wird es zur diesjährigen EM wohl nicht geben. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Derartige Großveranstaltungen wird es zur diesjährigen EM wohl nicht geben. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Public Viewing Öffentliches Fußballgucken: Das ist in NRW zur EM möglich

Die EM steht vor der Tür und die Inzidenzzahlen sinken - und deshalb werden Forderungen nach einer Übertragung unter freiem Himmel laut. Die Landesregierung hat nun erste Rahmenbedingungen festgelegt.

Jan Sternberg
09.06.2021 | Stand 09.06.2021, 14:17 Uhr

Düsseldorf. Pünktlich zur Fußball-EM sinken die Corona-Infektionszahlen weit rascher als die Erwartungen an Jogis Mannschaft in Löws letztem Turnier. Fast überall in Deutschland liegt die Inzidenz weit unter der Marke von 35. Dann müsse auch gemeinsames Fußballgucken in größerem Rahmen wieder erlaubt sein, fordert FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki gegenüber RND. Die NRW-Landesregierung hat Bedingungen geschaffen.

„Das wäre die rechtliche Konsequenz. Denn nach dem Infektionsschutzgesetz sind die Beschränkungen aufzuheben, wenn die Sieben-Tage-Inzidenzzahl im jeweiligen Kreis unter 35 pro 100 000 Einwohner fällt. Dementsprechend gibt es keine rechtliche Handhabe gegen pauschale Verbote von Public Viewing", betont Kubicki.

Keine Großveranstaltungen

Klar ist aber auch: Das ganz große öffentliche Fußballgucken wird es dieses Mal nicht geben. Das betont auch das das NRW-Ministerium für Verbraucherschutz. In einer Presseerklärung heißt es: "Wenn die Corona-Lage es zulässt, sind in der Außengastronomie Bild- und Tonübertragungen grundsätzlich bis 24 Uhr möglich."

Die Organisatoren von Groß-Events halten sich allerdings teils aus Vernunft oder Vorsicht zurück: Eine Fanmeile in Berlin rund ums Brandenburger Tor wird es dieses Jahr nicht geben, teilt das zuständige Bezirksamt Berlin-Mitte dem RND mit. „Es gab keine Anfragen. Das gemeinsame Fußball-Liveerlebnis ist nur in der Innen- und Außengastronomie unter Einhaltung der Corona-Regeln möglich." Hunderttausende, die ekstatisch Aerosole tröten und Fremde umarmen – das wäre wohl zu viel des Guten gewesen.

Möglichkeiten sorgen für gute Stimmung

Auch traditionelle Fußball-Biergärten in der Hauptstadt halten sich zurück. „Bis auf Weiteres haben wir uns entschieden, keinen Fußball zu zeigen", teilt zum Beispiel das Golgatha in Berlin-Kreuzberg mit. „Wir können und wollen unsere Gäste und Mitarbeiter keinem unnötigen Risiko aussetzen." Im Freiheit 15 in Köpenick hingegen werden alle Deutschlandspiele gezeigt. Auch auf dem Hamburger Spielbudenplatz soll es einen EM-Biergarten geben – mit Kontaktverfolgung und Maskenpflicht bis zum Tisch.

„Dass Public Viewing jetzt möglich sein wird, sorgt bei Fans und Betrieben für gute Stimmung", sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga: „Nach vielen Monaten ohne echtes Livefußballerlebnis ist die Sehnsucht nach Ausgehen mit Freunden und nach Mitfiebern in der Gemeinschaft groß. Und auch unsere Gastronomen haben ihre Gäste schmerzlich vermisst." Trotz der Lockerungen seien „die Auflagen wie Hygiene- und Abstandsregeln konsequent einzuhalten".

Corona-Regeln haben Vorrang

Das betont auch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: "Ich appelliere an alle, sich an die Spielregeln zu halten. Auch wenn die Infektionszahlen kontinuierlich sinken und immer mehr Menschen geimpft werden, ist die Pandemie noch nicht vorbei." Es sei Aufgabe der Kommunen, die Einhaltung der Corona-Regeln auch beim gemeinsamen Fußballgucken sicherzustellen und für einen Ausgleich zwischen ruhebedürftigen Anwohnern und Fußballfans Sorge zu tragen.

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