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In die Schüco-Arena dürften künftig wieder mehr als 5.000 Fans. - © Wolfgang Rudolf
In die Schüco-Arena dürften künftig wieder mehr als 5.000 Fans. | © Wolfgang Rudolf

Abschied vom Geisterspiel Fans dürfen wieder ins Stadion: 20 Prozent der Plätze werden freigegeben

Wir erklären, wie viele Plätze das für die Fans von Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn bedeutet.

Christian Burmeister
15.09.2020 | Stand 17.09.2020, 10:21 Uhr
Philipp Kreutzer

Martin Fröhlich

Bielefeld. Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld darf offenbar wieder mit Zuschauern planen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat angekündigt, bis zu 20 Prozent der Stadionplätze wieder freizugeben. In der vergangenen Rückrunde hatten wegen der Corona-Pandemie die Spiele ohne Publikum stattfinden müssen. Nun haben sich die Bundesländer auf einen sechswöchigen Testbetrieb geeinigt.

Für die Schüco-Arena wären 20 Prozent bei einem Fassungsvermögen von rund 27.000 Zuschauern etwa 5.400 Plätze - allerdings nur, wenn man Stehplätze mit einrechnet. Diese könnten umfunktioniert werden. Von Vereinsseite hieß es, man rechne mit der Zahl 5.400.

Laut Laumann gelten die 20 Prozent für die 1. und 2. Bundesliga sowie die 3. Liga, wie er gegenüber dem WDR erklärte. Damit würde auch der Zweitligist SC Paderborn wieder vor Fans spielen dürfen. Das Stadion in Paderborn fasst maximal 15.000 Plätze. Damit wären rein rechnerisch 3.000 wieder verfügbar.

"Wir freuen uns natürlich, dass wir zeitnah wieder Zuschauer ins Stadion lassen können", kommentiert Geschäftsführer Martin Hornberger die Entscheidung der Bundesländer. "Ob wir dank der 20-Prozent-Regel gleich die Maximalkapazität von 3.000 Zuschauern ausschöpfen dürfen, wird sich zeigen." Dies müsse zunächst mit den zuständigen Behörden vor Ort geklärt werden. Erst dann wird der SCP Informationen zum Kartenvorverkauf bekanntgeben. Beim ersten Heimspiel am 28. September gegen den Hamburger SV werden aus Lärmschutzgründen aber nur 300 Zuschauer in der Benteler-Arena sein.
Falls Drittligist SC Verl bei seinen Heimspielen in die Paderborner Benteler-Arena ausweicht, würde diese Größe damit auch für den Aufsteiger aus dem Kreis Gütersloh gelten.

Die Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer hatten über eine bundeseinheitliche Lösung beraten und sich auf 20 Prozent geeinigt, wie Laumann sagte. Ursprünglich war eine Entscheidung erst für Ende Oktober geplant, doch der Druck wächst. Das Handelsblatt hatte berichtet, eine eingesetzte Arbeitsgruppe habe über eine Auslastungsgrenze von bis zu 40 Prozent der Stadionkapazität gesprochen. Auch fixe Obergrenzen seien diskutiert worden.

NRW drängte auf rasche Einigung

Vor allem NRW gilt mit seinen insgesamt neun Erst- und Zweitligavereinen als Treiber hinter einer raschen Einigung. "Sportveranstaltungen, egal ob in Hallen oder Stadien, leben in jeder Hinsicht von den Zuschauern. Und dies gilt ebenso für Vereine und Verbände”, sagte eine Sprecherin der NRW-Landesregierung auf Anfrage von nw.de.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass bundesweit einheitliche Regeln für den Umgang mit Zuschauern bei Bundesligaspielen gebraucht würden. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte aus Gründen des fairen Wettbewerbs Einheitlichkeit angemahnt. Im "Ländle” gibt es sechs Profivereine.

Mehrere Tausend Fans erwartet

Von Einheitlichkeit war bisher wenig zu sehen: Zum Bundesligaauftakt werden in vier von neun Stadien mehrere Tausend Fans erwartet. Tendenz steigend. Die Behörden in Leipzig (8.500 Besucher), Frankfurt (6.500), Berlin (5.000) und Bremen (8.500) segneten die Hygienekonzepte der jeweiligen Clubs bereits ab.

Und auch beim DFB-Pokal am Wochenende waren vereinzelt schon Zuschauer in den Stadien. Bei Hansa Rostock gehörte sogar Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zu den 7.500 Besuchern. Sie lobte einen "großen Schritt in Coronazeiten”. Allerdings saßen die Zuschauer teilweise dicht an dicht, Mund-Nasen-Masken waren nur wenige zu sehen, wie Videoaufnahmen dokumentieren.

"Einbindung von Fan-Projekten unverzichtbar"

Und so gibt es durchaus auch Zweifler an einer Rückkehr der Fans zum jetzigen Zeitpunkt. "Aufgrund der wieder steigenden Infektionszahlen bin ich zurückhaltend, was einen möglichen Probebetrieb mit Zuschauern bei Bundesligaspielen im September und Oktober angeht”, erklärte Monika Lazar, sportpolitische Sprecherin der Grünen, nw.de. "Wenn man das austestet, sollte es nur auf Regionen mit geringen Infektionszahlen beschränkt sein.”

Eine bundeseinheitliche Regelung müsse flexibel genug sein, um dem lokalen Infektionsgeschehen Rechnung zu tragen, fordert die Politikerin. Entscheidend sei auch, die Regeln den Fans gegenüber gut zu kommunizieren - was eine Einbindung verschiedener Fan-Projekte unverzichtbar mache.

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