0
Wie geht es weiter mit dem Fußball in Zeiten der Corona-Pandemie? - © picture alliance/dpa
Wie geht es weiter mit dem Fußball in Zeiten der Corona-Pandemie? | © picture alliance/dpa

Fußball DFL und DFB begleiten mehrere Corona-Studien - auch zu Fan-Verhalten

03.09.2020 | Stand 03.09.2020, 15:05 Uhr

Frankfurt/Main (dpa). Die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund werden sich im "finanziell signifikanten" Umfang an mehreren Studien zur Coronavirus-Pandemie beteiligen und diese wissenschaftlich begleiten. Das kündigte DFL-Chef Christian Seifert am Donnerstag in Frankfurt/Main an.

Konkret geplant sind Studien, die Aufschlüsse zur Wiederzulassung von Zuschauern in die Stadien liefern könnten, beispielsweise zu „konkreten Ansteckungsgefahren bei verschiedenen Zuschauerszenarien", sagte Seifert. "Die Studien beginnen so schnell wie möglich. Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Start des Spielbetriebs so schnell als möglich die ersten Ergebnisse vorlegen können."

Ergebnisse mit Interessierten teilen

Weiterhin sollen Zuschauerbewegungen innerhalb und außerhalb der Stadien erforscht werden. Eine weitere Studie soll sich auf Aerosole in geschlossenen Räumlichkeiten fokussieren, eine andere auf die Erarbeitung von alternativen Testverfahren. Die gewonnen Erkenntnisse sollen "so früh wie möglich" mit allen interessierten Partien geteilt werden, sagte Seifert. Das gelte insbesondere auch für den gesamten Kultur- und Veranstaltungsbereich.

Trotz des noch mindestens bis Ende Oktober geltenden Verbots für Sport-Großveranstaltungen hat DFL-Chef Seifert zudem erneut für eine Zulassung von Zuschauern geworben. Die Frage, ob dies bei steigenden Corona-Infektionszahlen das richtige Zeichen wäre, sei zwar "absolut berechtigt und die muss auch gestellt werden", sagte der Geschäftsführer der DFL. Die Rückkehr von Fans könne aber auch "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen sein. Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können", sagte Seifert.

Kampf um blanke Existenz

Sein Wunsch nach der Wiederzulassung von Zuschauern gelte auch für andere Sportligen. "Meine Kollegen im Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball kämpfen in den nächsten Monaten um ihre blanke Existenz und viele Einzelsportarten auch", sagte der DFL-Chef. Auch viele Veranstalter und Beschäftigte im Kulturbetrieb „blicken derzeit in einen ziemlich tiefen und finsteren Abgrund", fügte der 51-Jährige hinzu.

Die Angst vor möglichen Folgen einer Zuschauer-Rückkehr dürfe die Entscheider nicht lähmen, mahnte Seifert. Mit den vielen Unsicherheiten müsse man "offensiv und bedacht umgehen". Er wünsche sich einen angstfreien Umgang mit der Corona-Pandemie.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten zuletzt entschieden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die bis Ende Oktober Regelungen für den Umgang mit Zuschauern im Sport vorlegen soll. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Verfügungslage droht bis dahin ein Flickenteppich bei der Rückkehr von Fans in die Arenen.

Keine Wettbewerbsverzerrung

Die unterschiedlichen Verfügungslagen zur Zulassung von Zuschauern sind für die 36 Profifußball-Vereine keine Wettbewerbsverzerrung. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", sagte Seifert zudem. "Das trifft für mich auch nicht den Kern." Selbst mit einigen Zuschauern werde wegen der Corona-Pandemie unter sehr besonderen Voraussetzungen gespielt. "Ich finde es viel zu hoch geschossen, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen", sagte Seifert.

In Leipzig hatten die zuständigen Behörden am Dienstag grünes Licht für die Zulassung von bis zu 8.500 Zuschauern bei Heimspielen von Bundesligist RB gegeben. In Berlin sieht die Corona-Verordnung bis zu 5.000 Fans vor. In anderen Bundesländern werden dagegen keine oder nur wenige Hundert Zuschauer zugelassen. "Grundsätzlich" sei die DFL dafür, dass es zu einer „bundeseinheitlichen Regelung" kommt, sagte Seifert. Das sei bei der Mitgliederversammlung kein Streitthema gewesen.

Information
Weiter fünf Auswechselungen

Den Mannschaften der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga werden auch in der kommenden Saison fünf Auswechslungen zur Verfügung stehen. Das beschlossen die Vertreter der 36 Profiklubs bei der virtuellen Versammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag. Damit wird die Regelung verlängert, die seit dem Neustart der vergangenen Spielzeit gilt.
Links zum Thema
Arminia-Trainer Neuhaus über RBL-Zuschauerpläne: "Nicht zu akzeptieren"

Empfohlene Artikel

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Newsletter abonnieren

Arminia-Newsletter

Der unabhängige Arminia-Newsletter. Leidenschaftlich. Für Fans.

DER Newsletter für das schwarz-weiß-blaue Lebensgefühl.

Emotional – und authentisch.

Wunderbar. Fast geschafft!

realisiert durch evolver group