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Aktuell können Sportreporter keine Fußballspiele kommentieren, da der Spielbetrieb vorerst ruht. - © picture-alliance / dpa
Aktuell können Sportreporter keine Fußballspiele kommentieren, da der Spielbetrieb vorerst ruht. | © picture-alliance / dpa

Netzwelt Fußballkommentator begeistert mit Übertragung aus dem Homeoffice

Robby Hunke macht die Neusser Straße zum Stadion

Talin Dilsizyan
20.03.2020 | Stand 27.03.2020, 13:07 Uhr |

Köln. Robby Hunke kommentiert normalerweise Bundesligaspiele für Sportschau, Teleclub oder den kostenpflichtigen Sport-Streamingdienst DAZN. Da der Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie ruht, hat er wenig zu tun. Das ist aber kein Grund, seine Analysefähigkeiten und Beobachtungsgabe nicht anderweitig und besonders unterhaltsam zu nutzen. Auf Twitter begeistert er seit Mittwoch mit Übertragungen aus seiner Wohnung in der Neusser Straße in Köln.

"Wenn es nichts mehr zu kommentieren gibt, einfach mal auf die Straße gucken" lautet sein Motto. Und schon beginnt die Partie mit einem Fahrradfahrer, der einfach eindringt, "in das letzte Drittel der Neusser Straße". Auch "zwei Herren mit viel Platz zwischen den Linien" greifen in das Spielgeschehen ein.

Eine gelbe Karte wird am Donnerstagabend vergeben. Ein Transporter hatte sich die für das Halten an unpassender Stelle, um zwei E-Rollern abzuholen, verdient. "Die Iraner" greifen in die Partie ein, "die dafür bekannt sind vorne zu glänzen, aber hinten den Laden nicht dicht zu halten" - der "Bazar" gegenüber war tatsächlich noch geöffnet.

Reaktionsschnelligkeit ist gefragt

Am Freitagnachmittag kommentiert Hunke "zur klassischen Anstoßzeit" 16 Uhr, was sich vor seinem Fenster abspielt und setzt auf die Fertigkeiten eines Passanten. Er wirft einen kleinen Ball herunter, um zu testen "ob die Spieler hier eingreifen". Der Mann zeigt tatsächlich eine "super Ballannahme". Ohne Handspiel wird es aber nichts, den Ball wieder nach oben zu befördern.

"Das ist richtig gut", "bitte weitermachen und Verlängerung", "Deiner Stimme kann man aber auch bei Belanglosem zuhören" - tausende User freuen sich über die genialen Videos des 36-Jährigen.

Wie gewitzt Sportreporter mit der Situation umgehen können, wenn es gar kein echtes Spielgeschehen gibt, zeigten eindrucksvoll 1998 Marcel Reif und Günther Jauch. Zwei Minuten vor Anpfiff beim Champions-League-Halbfinale Real Madrid gegen BVB - ausgerechnet am 1. April - kippte eines der Tore um. "Wir brauchen jetzt unbedingt noch ein schnelles Tor", sagt Reif. "Das würde dem Spiel jetzt gut tun", ergänzt Jauch und es sind legendäre 76 Minuten, die die beiden überbrücken und in die Fernsehgeschichte eingegangen sind.

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