0
Vor fünf Jahren starb Fußballprofi Junior Malanda bei einem Unfall auf der A 2 bei Porta Westfalica. - © picture alliance / dpa
Vor fünf Jahren starb Fußballprofi Junior Malanda bei einem Unfall auf der A 2 bei Porta Westfalica. | © picture alliance / dpa

Unfall auf A2 Vor fünf Jahren in OWL verunglückt: VfL Wolfsburg gedenkt Junior Malanda

Heute vor fünf Jahren wurde die Welt beim VfL Wolfsburg durch den tödlichen Unfall des Spielers Junior Malanda erschüttert. Er starb auf der A 2 bei Porta Westfalica nach einem schweren Unfall.

Lukas Brekenkamp
10.01.2020 | Stand 10.01.2020, 20:41 Uhr

Wolfsburg/Porta Westfalica. "Genau fünf Jahre ist es heute her. Du bist für immer in unseren Herzen, Junior!" Mit diesen Worten erinnert der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg an den Spieler Junior Malanda, der damals im Alter von nur 20 Jahren auf der A 2 bei Porta Westfalica tödlich verunglückt ist. Ein Tag, der die Welt in Wolfsburg innerhalb von Sekunden erschütterte.

Es waren emotionale Szenen, als die VfL-Fans vor dem Spiel gegen Bayern München mit einer Choreografie an den Mittelfeldspieler erinnerten. Die Wolfsburger Spieler kämpften sichtlich mit ihren Tränen. Dass der VfL am Ende 4:1 gegen den deutschen Rekordmeister gewonnen hat - es schien nebensächlich. Denn nur kurze Zeit zuvor kam es zu dem tödlichen Unfall.

Junior Malanda wechselte im Sommer 2013 aus seiner belgischen Heimat nach Wolfsburg. Er galt schon damals als großes Talent, hatte bereits in jungen Jahren alleine in der ersten Liga Belgiens 42 Einsätze auf dem Buckel. Heute wäre er 25 Jahre alt.

Auf dem Weg nach Wolfsburg

In seiner belgischen Heimat verbrachte er auch die Winterpause der Saison 2014/2015. Gemeinsam mit einem 20-jährigen Freund war Malanda am Schicksalstag 10. Januar 2015 auf der A 2 unterwegs, in Richtung Wolfsburg. Immerhin sollte die Mannschaft schon am nächsten Tag ins Trainingslager nach Südafrika fliegen. Doch es kam anders.

Der 20-jährige Fahrer ist bei Porta Westfalica mit dem VW Touareg-Geländewagen plötzlich von der Fahrbahn abgekommen, über die rechte Leitplanke geraten und schließlich in einen Baum gerast. Er war zu schnell unterwegs, wie ein Gutachten später feststellte. Erlaubt waren auf dem Abschnitt 80 Stundenkilometer. Junior Malanda hatte auf dem Rücksitz gesessen. Er wurde durch den Aufprall aus dem Fahrzeug geschleudert. Weil er nicht angeschnallt war; er griff kurz zuvor nach einem Handykabel. Malanda starb sofort.

Der Fahrer musste sich später vor Gericht verantworten. In der belgischen Presse, so betonte dessen Anwalt damals, sei eine regelrechte Hetze gegen den damals 20-Jährigen entstanden. Dort soll es geheißen haben, er sei alkoholisiert und ohne Führerschein unterwegs gewesen. Diese Anschuldigungen waren jedoch haltlos. Das Verfahren gegen den Fahrer wurde damals gegen eine Geldauflage von 4.000 Euro eingestellt. Er ist ebenfalls Profifußballer und spielt aktuell in der ersten Liga in Portugal.

"Junior war wie ein Bruder für mich"

Die Wunde in Wolfsburg scheint noch immer tief zu sein. Nicht zuletzt bei VfL-Kapitän Josuha Guilavogui. "Junior war wie ein Bruder für mich", zitiert ihn der Kicker. Auch der damalige Trainer Dieter Hecking (jetzt Hamburger SV) wird von dem Magazin zitiert: "Was das Zwischenmenschliche angeht, war es meine schwerste Zeit als Trainer", sagt der Trainer demnach.

Als die Wolfsburger knapp ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unfall den DFB-Pokal gewannen, traten sie beim Finale gegen Borussia Dortmund mit Sondertrikots an, auf denen ein kleines Herz mit Malandas Rückennummer 19 zu sehen war.

Noch heute soll laut Medienberichten in Guilavoguis Spind ein gemeinsames Foto der beiden Freunde hängen. Bei Twitter schreibt Guilavogui: "Die Erinnerungen, die wir hinterlassen, sind ewig. Vielen Dank, mein Bruder, für alles, was wir erlebt haben. Du lebst in mir." Auch noch nach fünf Jahren.

Links zum Thema


Newsletter abonnieren

Update zum Mittag

Die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe zum Ausbruch von Covid-19 und Neuigkeiten aus OWL und der Welt.

Wunderbar. Fast geschafft!

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group