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Alexander Nübel geht mit seinem Wechsel von Schalke 04 zum FC Bayern ein Risiko ein. Unser Kolumnist Uli Stein ist zwiegespalten. - © picture alliance/Sven Simon
Alexander Nübel geht mit seinem Wechsel von Schalke 04 zum FC Bayern ein Risiko ein. Unser Kolumnist Uli Stein ist zwiegespalten. | © picture alliance/Sven Simon

Schalke 04 Weihnachts-Steinwurf: Ich kann Nübels Entscheidung noch nicht verstehen

Uli Stein kommentiert den bevorstehenden Wechsel von Alexander Nübel zum FC Bayern im kommenden Sommer. Auf seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt blickt er mit immer größerer Sorge.

Uli Stein
24.12.2019 | Stand 23.12.2019, 19:37 Uhr

Zunächst einmal wünsche ich allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest, geruhsame Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2020. Auf das uns auch das neue Jahr mit viel spektakulärem Erstliga-Fußball verwöhnt, für reichlich Spannung ist ja im Meisterschaftsrennen als auch im Abstiegskampf gesorgt.

Die Bundesliga fährt ihr Programm nun für ein paar Wochen herunter – wobei es bei längst nicht jedem Verein besinnlich zugehen wird. Ein wenig blutet mir das Herz, wenn ich sehe, in welch schwieriger Lage sich etwa mein früherer Verein Eintracht Frankfurt manövriert hat. Seit dem 5:1 gegen den FC Bayern und der daraus entstandenen Euphorie läuft nichts mehr zusammen, Verletzungen und Sperren von wichtigen Spielern wie David Abraham schwächen die Eintracht.

Bremen: Der HSV ist mahnendes Beispiel

Dazu kommt die Dreifachbelastung mit mehr als 25 Pflichtspielen in der bisherigen Saison. Der Kreislauf zeigt in die falsche Richtung und das neue Ziel lautet: Klassenerhalt. Dies zeigt übrigens die Ausgeglichenheit der Bundesliga in beeindruckender Art und Weise. Wer nicht um den Europapokal spielt, der muss in den meisten Fällen bereits ein Auge nach unten werfen. Je früher das in Frankfurt geschieht, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie die Krise überstehen.

Nicht nur für die SGE gilt: Fußball muss wieder gekämpft werden, die Zeit der Schönspielerei ist vorbei. Werder Bremen ist der zweite Klub, der in den vergangenen Wochen durchgereicht worden ist. Ein Blick zum Nordrivalen HSV zeigt, wo ein vermeintlich unabsteigbarer Verein landen kann. Bremen ist zwar spielerisch stark, hat aber im Vergleich zu den anderen Abstiegskandidaten viel zu wenige Kämpfertypen im Kader, mit denen sie „dreckig" spielen können. Diese Mentalität geht Werder völlig ab, und das wird den Kampf um den Klassenerhalt sicher nicht erleichtern.

Nübel könnte sich als Bankdrücker verschlechtern

Und dann ist da ja noch die Causa Alexander Nübel. Sein Wechselwunsch ist zu respektieren, er bringt die nötige Leistung. Was ich noch nicht verstehe, ist die Entscheidung für den FC Bayern. Dort steht ihm noch für einige Zeit Manuel Neuer im Weg. Zwar wird Neuer bald 34 – aber das ist für einen Torhüter doch überhaupt kein Alter. Ich selbst habe mit 42 Jahren noch zwischen den Pfosten gestanden.

Nübel wird daher, sofern sich Neuer nicht verletzt, nur im DFB-Pokal oder bei weniger wichtigen Champions-League-Spielen Einsätze erwarten können. Dabei ist in seinem Alter wichtig, dass er spielen muss. Ich kenne einige Torhüter, deren Fähigkeiten sich verschlechtert haben, weil sie nur auf der Bank saßen. Positiv sehe ich an der Konstellation hingegen, dass Neuer seinen Nachfolger anlernen könnte. Alexander Nübel wirkt mit seiner gesamten Ausstrahlung, seiner Präsenz im Tor bereits wie eine junge Ausgabe unseres Nationaltorhüters. Bekommt er die Spielpraxis, dann könnte sich der Wechsel doch noch auszahlen.

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