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Vorbild für Amateure: Türkische Nationalspieler salutieren beim Spiel gegen Frankreich. - © imago images/Le Pictorium
Vorbild für Amateure: Türkische Nationalspieler salutieren beim Spiel gegen Frankreich. | © imago images/Le Pictorium

Syrien-Krieg Konflikt um türkischen Militär-Salut erreicht Amateurfußball

Drei Vereine aus Recklinghausen vor dem Sportgericht

16.10.2019 | Stand 16.10.2019, 13:42 Uhr

Recklinghausen (dpa). Drei Amateurfußball-Vereine aus dem Kreis Recklinghausen müssen sich wegen eines Militär-Saluts ihrer Spieler vor dem Verbandssportgericht verantworten. Kreisvorsitzender Hans-Otto Matthey bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich dabei um die SG Hillen, um Genclikspor Recklinghausen und um die zweite Mannschaft der DTSG Herten handelt. Der Gruß ist eine demonstrative Solidaritätsadresse an die türkische Armee und Präsident Recep Tayiip Erdogan, die zurzeit heftige Angriffe gegen Kurden im Nachbarstaat Syrien durchführen. „Wir lassen uns nicht auf der Nase rumtanzen und von Minderheiten kaputtmachen", sagte Matthey nach einer Sitzung des Kreisvorstandes am Dienstagabend. Dem Gremium lagen Bilder vor, die die Fälle dokumentieren. „In einem Fall handelte es sich um die komplette Mannschaft, bei den anderen ging es um Gruppierungen von fünf bis sechs Spielern", erläuterte Matthey. Verein äußert Unverständnis Beim Genclikspor, Tabellenführer in der A-Klasse, zeigt man dagegen kein Verständnis für das Vorgehen des Verbandes. „Dass mit Geldstrafen oder Punktabzug gedroht wird, verstehe ich überhaupt nicht. Wo bleibt da die Meinungsfreiheit", fragte der Vorsitzende Hakki Gürbüz. Man habe in der Kabine ein Foto mit türkischer Fahne gemacht, dabei hätten einzelne Spieler den Militärgruß gezeigt. „Aber das war als reine Gedenkminute für die verstorbenen Soldaten gedacht", sagte Gürbüz: „Das Thema Militärgruß wird derzeit ohnehin viel zu hoch gehängt. Ich weiß nicht, was das soll." Das entsprechende Foto habe der Verein inzwischen bei Facebook entfernt und sich „bei denjenigen entschuldigt, die sich dadurch angegriffen gefühlt haben", sagte Gündüz und versicherte: „Unser Verein hält sich eigentlich von allem Politischen fern. Wir vereinen Spieler aus vielen Völkern. Dafür haben wir den Verein 1994 gegründet. Dafür haben wir 2011 den Integrationspreis der Stadt bekommen, und es gab sogar einen Kinofilm über uns." Zeichen der Abschreckung Matthey erklärte, das Vorgehen solle natürlich auch als Zeichen der Abschreckung dienen. „Wir wollen vermeiden, dass sich solche Vorgänge wiederholen. Deshalb halte ich es für ein starkes Zeichen des Verbandes, dass die Fälle vor seinem höchsten Sportgericht verhandelt werden", erklärte der Kreisvorsitzende: „Ich gehe davon aus, dass wir am nächsten Wochenende keine politisch geprägten Zwischenfälle haben werden." Strafmaß 500 Euro aufwärts Dafür will der Kreis auch bestmöglich sorgen. „Wir werden unsere Schiedsrichter anhalten, alles zu protokollieren, was ihnen auffällt", sagte Matthey. Zudem würden Staffelleiter vermehrt vor Ort sein: „Wir werden auf jeden Fall mit dem langen Arm dabei sein." Das Strafmaß beginnt bei 500 Euro Geldstrafe und ist theoretisch nach oben offen. „So einen Fall hatten wir noch nicht", erklärte der Kreisvorsitzende: „Wir hatten schon rassistische oder politisch motivierte Fälle. Aber da ging es um Einzelpersonen. Das hier ist für uns komplettes Neuland." Die Vereine müssen sich zunächst erklären, dann wird entschieden, ob es zur Verhandlung kommt. Sollte dort kein Urteil fällen, könnten die Fälle bis zum DFB-Sportgericht gehen. „Das glaube ich allerdings nicht", sagte Matthey. Die türkische Nationalmannschaft hatte herbe Kritik geerntet und die UEFA auf den Plan gerufen, weil Spieler statt eines Torjubels mehrfach militärisch gegrüßt hatten. Auch die deutschen Nationalspieler Emre Can und Ilkay Gündogan waren in den Fokus geraten, weil sie Bilder von dem Salut auf Instagram mit "gefällt mir" markiert hatten. Allerdings zogen beide die Likes schnell wieder zurück. Schon Zehnjährige salutieren In Belgien hat das Salutieren von zehnjährigen Nachwuchsfußballern für Aufregung gesorgt. Der Verein Turkse FC Beringen veröffentlichte mehrere Posts, die seine Spieler bei der Geste zeigen und als Gruß an die türkischen Soldaten verfasst sind. Turkse FC begrijpt niets van heisa over 'militaire groet' jeugdspelertjes https://t.co/pmomaAufoVpic.twitter.com/HGhX1Wij67 — TV Limburg BE (@TVLbe) 16. Oktober 2019 Konflikt erreicht auch deutsche Städte Bei kurdischen Demonstrationen gegen die türkischen Militäraktionen kommt es zusehends zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Deutschland. Auch in Bielefeld kam es zu Tumulten.

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