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Mit seinem Freekickerz-Kollegen Luca Homolka besuchte Lukas Steinlein den weltberühmten Fußballer Cristiano Ronaldo in seinem Domizil in Madrid. - © Cyril Masson
Mit seinem Freekickerz-Kollegen Luca Homolka besuchte Lukas Steinlein den weltberühmten Fußballer Cristiano Ronaldo in seinem Domizil in Madrid. | © Cyril Masson

Bielefeld Bielefelder Youtuber kickt mit Ronaldo und Co.

YouTuber Lukas Steinlein trifft sich regelmäßig mit den ganz Großen aus der Fußballbranche. Für den Kanal "Freekickerz" dreht er Videos. Zum Beispiel von der Freistoß-Challenge gegen Cristiano Ronaldo.

Anastasia von Fugler
05.09.2019 | Stand 05.09.2019, 15:41 Uhr

Bielefeld. Das Zuhause von Cristiano Ronaldo in Madrid: Der Bielefelder Lukas Steinlein darf den Ball mit keinem anderen als dem "CR7" hochhalten. Bevor es in den Garten des damaligen Real-Madrid-Weltstars geht, zeigt Ronaldo ihm sein Wohnzimmer und die Trophäenwand mit den Schuhen. Anschließend bleiben noch fünf Minuten - in einem Garten mit dem eigenen Fußballfeld.

Es wird ein Freistoßtor nachgestellt. Wer das am besten macht, gewinnt. Dann muss Ronaldo sich dem nächsten Termin zuwenden. "Ein richtig netter Typ", sagt Steinlein. Ähnliche Treffen hatte der 24-Jährige bereits mit Sergio Ramos, Manuel Neuer, Antoine Griezmann und vielen weiteren.

Doch wie kommt ein Amateur-Fußballer aus Bielefeld dazu mit den ganz großen Stars zu kicken?

Mit "Freekickerz" zum Youtube-Star

Gegen den spanischen Nationalspieler Sergio Ramos gab es eine Elfmeter-Challenge. - © Agentur
Gegen den spanischen Nationalspieler Sergio Ramos gab es eine Elfmeter-Challenge. | © Agentur

Ganz einfach: Er wird selbst zu einem YouTube-Star. Mit einem fünfköpfigen Team bespielt er den Kanal "Freekickerz", der 2018 mit dem Preis der "Goldenen Kamera" geehrt wurde. In dem Kanal, der acht Millionen Abonnenten hat, fordern die "freekickerz" die Top-Fußballstars heraus und zeigen dabei auf unterhaltsame Weise, dass diese in der Regel lockere Typen sind - nicht Halbgötter in Stollenschuhen.

Doch angefangen hat Lukas mit seinen eigenen Ideen und Videos. Wie jeder fußballbegeisterte Junge, schaute sich der damals 13-Jährige regelmäßig Fußball-Videos an. In einem Kurzwerbeclip habe er Cristiano Ronaldo und Ronaldinho gesehen, wie sie ihr Können am Ball zeigten.

Steinlein machte die Tricks nach und ließ sich dabei filmen. Nebenbei testete er die Schuhe, die er sich gerade gekauft hatte. Das Ganze lud er auf YouTube hoch und bekam auch prompt positive Resonanz. Seitdem drehte der Bielefelder immer wieder kleine Filme und stellte sie auf die Video-Plattform. Innerhalb weniger Monate hatte er bereits seine Stammzuschauer.

Heute hat der Bielefelder seinen eigenen Kanal "Lukasfootball7", auf den monatlich etwa fünf Millionen Nutzer zugreifen. Die Abonnentenzahl liegt hier bei 220.000.

So verdient er als YouTuber sein Geld

"Ab einem gewissen Popularitätsgrad kommen die Werbefirmen selbst auf einen zu", sagt Steinlein. Dann binde er die Werbeblöcke der Firmen in seine Videos ein und bekommt Geld dafür. Zudem zahlt YouTube ab 1.000 Aufrufen im Monat ein bis zwei Euro. Der Kanal "Lukasfootball7" liegt in etwa bei fünf Millionen Aufrufen. Zusätzlich bekommt er ein Honorar für die Clips, die er für Freekickerz dreht.

Aber über Geld redet man ja sprichwörtlich nicht. Trotzdem kann er so viel dazu sagen: "Mit dem Verdienst lässt es sich in einer Großstadt wie Dortmund gut leben", sagt der Ex-Bielefelder

Statt Studium nach Paris

Seit knapp drei Jahren ist Steinlein jetzt selbstständig. Während er das Drehen der Videos in der Schulzeit eher als Hobby oder Nebenverdienst betrachtet hatte, nimmt ihn das heute ganztägig in Beschlag. "Da bleibt keine Zeit mehr mit meinen Jungs in Hücker-Aschen zu kicken", sagt Steinlein. Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass er kürzlich nach Dortmund gezogen ist und er seiner Freundin sowie deren Hund Baluna auch Zeit schenken müsse.

Die Entscheidung das Studium nach ein paar Monaten abzubrechen und dafür fünf Tage lang nach Paris zu reisen, um dort für neue Marken-Fußballschuhe zu werben, fiel ihm nicht schwer. Denn für diesen Weg hat er sich entschieden und diesen Weg möchte er weiter beschreiten.

Deshalb plant er als nächstes Projekt eine Fußball-Online-Schule zu gründen. Dort soll es dann um die 50, laut Steinlein, vernünftige Nachmach-Videos für Fußballaffine geben, die sich keinen Bundestrainer leisten können.

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