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Schalker Fans protestierten gegen ihren Aufsichtsratschef. - © imago images / RHR-Foto
Schalker Fans protestierten gegen ihren Aufsichtsratschef. | © imago images / RHR-Foto

Rassismus-Vorwurf Schalke-Fans zeigen Tönnies die Rote Karte

Die Anhänger des FC Schalke 04 haben vor dem Spiel in Drochtersen ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt - und gegen ihren Aufsichtsratschef Clemens Tönnies

10.08.2019 | Stand 10.08.2019, 23:37 Uhr

Drochtersen (SID/scha). Beim ersten Spiel nach den rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies haben die Anhänger des FC Schalke ihren Aufsichtsratschef kritisiert. Fast geschlossen hielt der Block der mitgereisten Fans vorm Anpfiff des DFB-Pokalspiels bei Drochtersen/Assel rote Schilder hoch, auf denen "Rassismus" oder "Clemens Tönnies" stand. An der Bande vor dem Gästeblock war zudem ein Transparent mit der Aufschrift "Wir zeigen Rassismus die Rote Karte" zu sehen. Wenig später wurde das Wort "Rassismus" durch "Tönnies" ersetzt. Der Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück lässt nach den Entgleisungen bei seiner Rede in Paderborn derzeit sein Amt drei Monate ruhen, ein selbst auferlegtes Strafmaß. Tönnies hatte sich als Festredner beim Tag der Handwerker rassistisch gegenüber Afrikanern geäußert. Vor 1600 Gästen kritisierte er Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel. Dabei stellte er einen angeblichen Zusammenhang von Energieversorgung, Klimawandel und Überbevölkerung in Afrika her. Statt die Abgaben zu erhöhen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", so Tönnies. "Erstmal haben die Fans ein starkes Statement gegen Rassismus abgegeben", sagte S04-Sportvorstand Jochen Schneider nach der Partie, "sie haben gezeigt, dass sie wenig einverstanden sind. Was wir nicht brauchen sind Hetzjagden." Das Thema werde die Königsblauen noch eine zeitlang begleiten, so der Sportvorstand, der sichtlich darum bemüht war, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Der Schalker Ehrenrat hatte Tönnies vom Vorwurf des Rassismus freigesprochen und den Vorfall als Diskriminierung eingestuft. Am 15. August befasst sich die DFB-Ethikkommission mit dem Fall.

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