0
Die Behörden überprüfen die Identität von Bakery Jatta. - © imago images
Die Behörden überprüfen die Identität von Bakery Jatta. | © imago images

Wirbel um HSV-Profi DFB und Behörde prüfen Identität von HSV-Spieler Jatta

Nach einem Bericht der „Sport Bild“ könnte es Zweifel an der Identität von Bakéry Jatta vom Zweitligisten Hamburger SV geben. Die DFL bittet um eine Stellungnahme. Der HSV verweist auf gültige Dokumente.

Regina Wank
07.08.2019 | Stand 08.08.2019, 11:54 Uhr
Thomas Prüfer

Hamburg. Die Frage nach der Identität von HSV-Spieler Bakéry Jatta wird vom Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der zuständigen Behörde geprüft. „Das Thema ist hier bekannt, der Kontrollausschuss wird den Sachverhalt untersuchen", bestätigte der DFB-Ausschuss-Vorsitzende Rainer Nachreiner am Mittwoch.

Laut einem Bericht der Sport Bild gibt es Zweifel an der Identität des aus Gambia stammenden Jatta. Das für ihn zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte teilte mit, es werde „den Fall intensiv prüfen und den Hinweisen nachgehen". Die Deutsche Fußball Liga hat den Zweitliga-Club und den Spieler um eine Stellungnahme gebeten.

2015 flüchtete er nach Deutschland, seit 2016 stürmt er für den HSV

Jatta war 2015 nach Deutschland geflüchtet und lebte zunächst in der Nähe von Bremen. Seit 2016 ist der Stürmer beim Hamburger SV. Nach Angaben der „Sport Bild" könnte er einen anderen Namen haben und älter als - wie angegeben - 21 Jahre sein. Er besitzt beim HSV noch einen Vertrag bis Juni 2024. Auf dpa-Anfrage wies das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge darauf hin, dass weder ein Asylantrag auf den Namen Bakéry Jatta noch auf den von der Sport Bild genannten Bakary Daffeh gestellt worden sei.

Der HSV verwies auf gültige Dokumente. „Wir haben Bakéry Jattas gültigen Reisepass inklusive Aufenthaltsgenehmigung vorliegen", betonte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann in einer Vereinsmitteilung. Der 56-Jährige betonte, Jatta habe sich als „tadelloser Sportsmann und verlässlicher Mitspieler gezeigt. Er hat sich schnell in unsere Mannschaft und in unseren Club integriert. Wir schätzen ihn als Spieler und Menschen." Darüber hinaus wollte sich der Verein bis auf Weiteres nicht zum Thema äußern. Jatta selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der Spieler war beim Spiel gegen Nürnberg spielberechtigt

Die DFL bestätigte, dass sie vom HSV vor dem Punktspiel am Montag in Nürnberg in Kenntnis gesetzt worden sei. „Der Hamburger SV hat die DFL vor dem Spiel gegen den FC Nürnberg darüber informiert, dass es möglicherweise eine mediale Berichterstattung über die Identität des Spielers Bakery Jatta geben wird", teilte die DFL auf Anfrage mit. „Der Spieler stand zum Zeitpunkt der Begegnung auf der Spielberechtigungsliste, insofern durfte er eingesetzt werden."

Der 1. FC Nürnberg, der gegen Hamburg 0:4 unterlegen war, legte nun Einspruch gegen die Wertung des Punktspiels ein und begründete  das mit der Berichterstattung über die Zweifel an der Identität Jattas. Der Gambier stand in der Startelf und spielte 65 Minuten.

Solange Jatta weiter auf der von der DFL geführten Spielberechtigungsliste steht, darf er auch weiter spielen. Voraussetzung dazu ist ein gültiger Aufenthaltstitel. Sollte ein Aufenthaltstitel erlöschen oder durch Behörden entzogen werden, würde die Spielberechtigung entfallen. Der HSV selbst müsste nur eine Strafe fürchten, wenn ein strafbares Handeln des Vereins vorliegen würde.

Links zum Thema

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group