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Drei im Rampenlicht, zwei verdienen fürstlich: Luka Modric (l.) und Kylian Mbappé (r.) sind nicht nur Weltfußballer, sondern Weltstars - daher verdienen sie Millionenbeträge pro Monat. Ada Hegerberg, norwegische Ballkünstlerin, erhält gerade mal 35.000 Euro. - © picture alliance/AP
Drei im Rampenlicht, zwei verdienen fürstlich: Luka Modric (l.) und Kylian Mbappé (r.) sind nicht nur Weltfußballer, sondern Weltstars - daher verdienen sie Millionenbeträge pro Monat. Ada Hegerberg, norwegische Ballkünstlerin, erhält gerade mal 35.000 Euro. | © picture alliance/AP

Kommentar Fußball-Frauen verdienen weniger als Männer: Stets im Schatten der Herren

Frauen verdienen im Profifußball viel weniger als Männer – es ist keine neue, aber eine stetig mit prekäreren Zahlen gefütterte Schlagzeile. Unser Autor kommentiert das Problem.

Jan Ahlers
11.06.2019 | Stand 11.06.2019, 20:25 Uhr

Frauen verdienen im Profifußball viel weniger als Männer – es ist keine neue, aber eine stetig mit prekäreren Zahlen gefütterte Schlagzeile. Das Problem: Interesse dafür gibt es hierzulande nur so lange, bis die deutschen Frauen ausscheiden und die Bundesligisten die Sommervorbereitung starten.

Es kommt nicht von ungefähr, dass dieses Thema meist nur im Sommer der ungeraden Jahrgänge hochkocht. Dann, wenn abseits der Vereinswettbewerbe auch keine bedeutenden Männer-Nationenturniere anstehen, dürfen für drei, vier Wochen Frauen über die Bildschirme flimmern. Zumindest so lange, bis der scheinheilige FIFA-Präsident Gianni Infantino, der den Frauen nun reflexartig mehr Augenmerk verspricht, sich für diese Tage kein weiteres Turnier der für ihn viel lukrativeren Männer zusammenstrickt.

Selbst der Begriff "Frauenfußball" suggeriert, ausgegrenzt zu werden

Kickt das weibliche Geschlecht vor den Ball, bewegt es sich stets im Schatten der Herren. Das zeigt sich in schwach gefüllten Stadien, morgendlichen Anstoßzeiten und selbst am geläufigen Begriff des Frauenfußballs, der unterschwellig eine andere Sportart suggeriert, obschon die Regeln die gleichen sind. Ein Ergebnis ist die weit auseinandergehende Schere bei den Gehältern, ein Teufelskreis. Denn ohne Aufmerksamkeit fließt kein Geld.

Und eine Regelung, die von den überbordenden Gehaltsschecks der Fußballer einen festen Prozentsatz den Frauen zukommen lassen würde? Das würde einzig ein noch stärkeres Abhängigkeitsverhältnis schaffen – und den Teufelskreis nicht aufheben, sondern ihn verstärken.

Information
Kontakt zum Autor: jan.ahlers@ihr-kommentar.de

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