Neuanfang: Der HSV bleibt mindestens ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit. Er ist aktuell nicht mehr als eine Geldverbrennungsmaschine, meint unser Autor. - © Witters
Neuanfang: Der HSV bleibt mindestens ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit. Er ist aktuell nicht mehr als eine Geldverbrennungsmaschine, meint unser Autor. | © Witters

2. Bundesliga Kommentar: Verdiente Strafrunde für den Hamburger SV

Der Hamburger SV verlangte für das vermeintliche Aufstiegsspiel gegen Duisburg vor Monaten den doppelten Preis. Jetzt geht es in der Partie um gar nichts mehr - der Ticketwucher ist bezeichnend für die Gesamtsituation

Jan Ahlers
14.05.2019 | Stand 15.05.2019, 10:27 Uhr

Bielefeld/Hamburg. Wie sehr der Hamburger Sportverein mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga gerechnet haben muss, spüren am kommenden Sonntag seine Fans. Für das völlig wertlose Spiel des bereits feststehenden Nicht-Aufsteigers gegen den ebenso sicheren Absteiger aus Duisburg verlangt der HSV einen Ticket-Aufschlag von fast 100 Prozent – bis zu 85 Euro werden für das Zweitliga-Spiel fällig.

Eine Maßnahme, die schon vor Monaten für Diskussionen sorgte, als tatsächlich noch vieles auf einen Aufstieg der Nordlichter hingedeutet hatte. Dass der Klubs seine Fans derart zur Kasse bittet, gibt dem strukturellen Versagen in der ersten Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte den letzten Feinschliff. Viel zu selbstverständlich und überheblich hatte der Favorit auf den direkten Wiederaufstieg seine Rolle interpretiert. Aus einem 33-Millionen-Euro-Etat produzierte der Hamburger SV, so lässt sich heute konstatierten, nicht mehr als eine Geldverbrennungsmaschine.

Kein Ausrutscher, sondern ein ernsthaftes Problem

Die zweite Strafrunde in der 2. Bundesliga – schon die erste wurde im HSV-Umfeld viel zu oft als Ausrutscher abgetan – sollte den Verantwortlichen endgültig zu denken geben. Warum geht die Konkurrenz einen anderen Weg und fährt damit viel effizienter? Warum bringen es Trainer wie Hannes Wolf und Spieler wie Filip Kostic und Kerem Demirbay bei anderen Klubs zu signifikanten Erfolgen, nicht aber in Hamburg?

In Sachen Tickets hat der HSV einen Anfang gemacht: Er verspricht Entschädigungen für jene Fans, die für den müden Sonntagskick Wucherpreise bezahlt haben. Der Auftakt zum nachhaltigen Sinneswandel? Noch fehlt der Glaube daran.

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