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Arminias Angst vor dem Tor

Beim 0:2 gegen Borussia Dortmund erneut viele Möglichkeiten vertan

VON JÖRG FRITZ
09.08.2010 | Stand 09.08.2010, 09:35 Uhr |
Arminias Angst

vor dem Tor




- © ARMINIA
Arminias Angst
vor dem Tor



| © ARMINIA

Bielefeld. Auf der Pressetribüne der Schüco-Arena saß Hans-Jürgen Boysen und machte sich eifrig Notizen zum Geschehen auf dem Rasen. Der Trainer des FSV Frankfurt, Saisonauftaktgegner der Bielefelder Arminia am 20. August, sah eine 0:2-Niederlage des Zweitligisten gegen Borussia Dortmund.

Weder Boysen noch die 10.594 zahlenden Zuschauer mussten ihr Kommen bereuen. Im zehnten und letzten Vorbereitungsspiel zeigte Arminia gegen den etablierten Erstligisten vor allem im zweiten Abschnitt eine mutige und selbstbewusste Vorstellung. "Die Jungens haben unter Beweis gestellt, guten Fußball spielen zu wollen. Leider haben sie sich selber nicht belohnt", lautete das Fazit von Arminias Trainer Christian Ziege nach 90 kurzweiligen Minuten.

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Kein Einsatz für Footballstar

Er gehörte zur Siegerelf von "Austrias new Footballstar", jetzt hofft er auf einen Profivertrag: Der 22-jährige Drazen Savic weilte die Woche in Bielefeld. Einer seiner Entdecker: Arminias Co-Trainer Ralf Santelli, damals Coach in der Pilot-Staffel. Im Spiel beim VfB Fichte durfte Savic 45 Minuten mitwirken, gegen den BVB lief er sich nur warm. Dabei hatte der Ideengeber des – bislang – nur in Österreich laufenden TV-Formats, Davitasports, zur Partie gegen Dortmund extra einen Kameramann geschickt, der die weiteren Schritte von Savic zum Profi aufnehmen sollte. (blue)
     

In der ersten Phase dieser Begegnung hatten Arminias Spieler jedoch gehörigen Bammel vor dem Europa-League-Teilnehmer, der nach einer kurzen Ecke in der 13. Minute durch Kapitän Sebastian Kehl in Führung ging. Die Zuordnung in Arminias Abwehr passte in dieser Szene nicht.

Arminias Stürmer Morike Sako kann Dortmunds Torhüter Mitchell Langerak nicht überwinden. - © FOTO: OLIVER KRATO
Arminias Stürmer Morike Sako kann Dortmunds Torhüter Mitchell Langerak nicht überwinden. | © FOTO: OLIVER KRATO

Positiv bei den Gastgebern fiel das frühe Attackieren des Gegners in der BVB-Hälfte auf, was den Dortmundern überhaupt nicht schmeckte. Ein organisiertes Aufbauspiel des Erstligisten kam deshalb nur selten zustande.

Zu viel Bammel vor Borussia Dortmund

Nachdem Christian Ziege kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Seitenwechsel seiner Flügelstürmer Christian Heidinger (von rechts auf links) und Franck Manga Guela (von links auf rechts) vorgenommen hatte, lief es bei den Ostwestfalen wie am Schnürchen. Bielefelder Einbahnstraßenfußball kennzeichnete die zweiten 45 Minuten. Zehn Minuten vor dem Abpfiff gelang den Dortmundern aus dem Nichts heraus der Treffer zum 0:2-Endstand. Nach einer schlecht hereingeschlagenen Bielefelder Ecke schloss der Japaner Kagawa einen sehenswerten Konter mit dem zweiten Treffer für den BVB ab.

Die Arminen, die zweifelsfrei ein Unentschieden verdient hatten, duften sich erneut über eine unbefriedigende Chancenverwertung ärgern. Der starke Alon Abelski (16.) traf nur die Latte. Der formverbesserte Oliver Neuville, Guela und Benjamin Lense scheiterten jeweils knapp mit Distanzschüssen. Den größten Bock leistete sich jedoch Gastspieler Morike Sako (60.), der aus kürzester Entfernung freistehend den Ball nicht ins Tor befördern konnte.

Trotz dieses Schnitzers ist Christian Ziege weiterhin an einer Verpflichtung des Stürmers interessiert. Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier hält sich nach wie vor bedeckt. "Selbst bei einem Erreichen der 2. Runde im DFB-Pokal gibt es nicht automatisch einen neuen Spieler." Jeder Zweitrundenteilnehmer im DFB-Pokal erhält 200.000 Euro.

Frankfurts Trainer Boysen, der mit dem FSV im Pokal auf den SC Paderborn trifft, war von Arminias Defensivleistung angetan. "Nach vorne lief hingegen wenig zusammen – eine ähnliche Situation wie bei uns."

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