Aufstieg und Fall des Ernst Middendorp

Nach dem Klassenerhalt lässt sich der Retter als Bayern-Jäger feiern, um wenig später vor einem Scherbenhaufen zu stehen

VON TORSTEN ZIEGLER

15. September: Der DSC schlägt Rostock mit 4:2, erobert Platz zwei hinter Bayern München. Middendorp brüskiert Bernd Korzynietz, indem er den Linksfuß Markus Schuler auf rechts in der Viererkette stellt. Middendorp wird in der Woche danach bereitwillig die von den Medien angebotene Rolle als "Bayern-Jäger" annehmen.

29. September: Dritte Niederlage in Serie: 1:8 in Bremen. Der Mannschaftsrat hatte sich schon vor dem Spiel über zu hohe Belastungen im Training beklagt.

4. Oktober: Middendorp stellt die Professionalität seiner Spieler in Frage und vergrößert damit die ohnehin existierende Distanz zu einigen Profis.

15. Oktober: Middendorp rastet im Training aus, brüllt wie von Sinnen, will Aggressivität wecken. Nach einer halben Stunde prügeln sich Markus Bollmann und Ioannis Masmanidis.

27. Oktober: Jonas Kamper drückt seine Unzufriedenheit über die Jokerrolle mit eigenwilligem Torjubel beim 1:1 gegen Cottbus aus. Er setzt sich nach dem Treffer auf die Bank. Middendorp reagiert eiskalt: "Das kann er seinem Hund erzählen."

31. Oktober: Middendorp betont nach dem 2:1 im Pokal gegen Koblenz, nur er selbst könne sich entlassen - ein Affront gegen Geschäftsführung, Vorstand und Aufsichtsrat des DSC. Es folgt ein 0:4 in Leverkusen.

11. November: Nach desolater erster Halbzeit und "Middendorp raus"-Rufen in der Schüco-Arena wird Nürnberg noch 3:1 bezwungen.

7. Dezember: 1:6 in Dortmund. Bei keiner vorherigen Niederlage war es so klar zu sehen: Ernst Middendorp ist ratlos. Beim Stand von 0:4 schickt er den Bundesliga-Debütanten Thilo Versick aufs Feld. In eine Truppe, die sich, die ihn hängen lässt. So werden Talente verheizt.

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