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Buckley der tragische Held

DFB-POKAL: Arminias Torschützen vom Februar haben diesmal weniger Glück

22.04.2005 | Stand 20.04.2005, 22:57 Uhr

Bielefeld. Einmal Massimilian Porcello, zweimal Delron Buckley ?“ Arminias Torschützen waren am 13. Februar die meistgefeierten DSC-Profis nach dem 3:1-Triumph über die Bayern. Diesmal, gut zwei Monate später, übernahmen die Helden des Bundesligaspiels bei der "Wiederholung" des Duells mit dem deutschen Rekordmeister die Rolle der Pechvögel im Bielefelder Team.

Um Michael Ballack sollte sich Porcello bei den Standardsituationen kümmern, ein Auftrag, den Arminias Mittelfeldspieler schon nach nur 140 Sekunden beim zweiten Bayern-Eckstoß sträflich vernachlässigte. Völlig unbedrängt konnte der Nationalmannschaftskapitän sich am Fünfmeterraum hochschrauben ?“ wer einem der weltbesten Kopfballspieler so viel Freiraum lässt, darf sich nicht wundern, wenn es Sekundenbruchteile später 0:1 steht.

Den Fauxpas des 1:0-Torschützen vom Februar hätte beinahe postwendend Delron Buckley wettmachen können. Doch was bei schwierig zu bespielendem Schneeboden klappt, muss auf grünstem Rasenteppich noch lange nicht funktionieren: Buckley traf den Ball nicht voll, als er nach einem Querschläger im Münchner Strafraum frei vor Oliver Kahn auftauchte, und vorbei wars mit der großen Chance, bereits in der 6. Minute zu egalisieren.

Für den Torschützen vom Dienst sollte es nicht die letzte unglückliche Szene der Partie gewesen sein. Viel, viel später, es lief schon längst die Nachspielzeit und der bis dahin weitgehend sichere Markus Merk hatte gerade einen Foulelfmeter zugunsten der Gäste gepfiffen, ließ sich Buckley zu einer unbedachten Handlung hinreißen. Im Kreis mehrerer reklamierender Teamkollegen attackierte der Südafrikaner den Schiedsrichter sogar körperlich ?“ die Rote Karte musste die logische Konsequenz sein. "Mit Delron wird uns in den nächsten Wochen ein ganz wichtiger Mann fehlen", haderte Trainer Uwe Rapolder und auch Vereins-Präsident Hans-Hermann Schwick schätzte den zukünftigen Ausfall Buckleys als "sehr schade" ein. Der Sünder selbst ging unmittelbar nach Spielende in die Schiedsrichter-Kabine, um sich bei Merk für seinen Aussetzter zu entschuldigen.

Doch selbst diese personelle Hiobsbotschaft vor dem wichtigen Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg konnte die Stimmung nicht nachhaltig trüben. "Unsere Arminia hat vor einem Millionen-Publikum bei einer Live-Übertragung eine sehr gute Visitenkarte abgegeben", befand Schwick. "Wir waren eine Stunde lange die spielende Mannschaft und die Bayern, und das meine ich durchaus als Kompliment, haben gekämpft", verdeutlichte Trainer Uwe Rapolder die positive Entwicklung seines Teams, die ihn und alle Fans für den Bundesliga-Endspurt hoffen lässt.

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