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Zu spät richtig reingekniet

Nach 0:1-Heimpleite gegen Hannover 96 in der Rückrunde weiter ohne Punkt und Tor - Mit Fotos zum Thema

31.01.2005 | Stand 30.01.2005, 20:48 Uhr

Bielefeld. Für alle, die gern positive Nachrichten über den DSC Arminia lesen: Die Mannschaft von Trainer Uwe Rapolder hat am Samstag ihren Vorsprung auf einen Abstiegsrang der Bundesliga um drei Tore ausgebaut. Erstaunlicherweise jubelte keiner der etwa 19.000 Bielefelder unter den 21.439 Zuschauern in der Schüco Arena über diesen Fakt. Denn der DSC hat diesen Teilerfolg im Kampf um den Klassenerhalt ausschließlich Bayer Leverkusen zu verdanken, das den VfL Bochum mit 4:0 deklassierte. Die Arminen selbst kassierten gegen Hannover 96 im zweiten Rückrundenspiel die zweite 0:1-Schlappe und präsentierten sich dabei über weite Strecken in Besorgnis erregender Form.

Vor allem in der ersten Halbzeit, die "an uns ging", wie der Hannoveraner Coach Ewald Lienen am Tage seines 200. Erstliga-Trainereinsatzes kurz und treffend analysierte, war nichts mehr zu sehen von dem Konzeptfußball, mit dem der DSC 15 Spiele lang Gegner verblüfft und Fans begeistert hatte. Zu statisch habe seine Mannschaft da agiert, zu wenig Druck gemacht, sich "nicht so gefunden wie in der Hinrunde", musste Rapolder feststellen.



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Zum verworrenen Durcheinander in Gastgeberreihen hatte der Coach durch seine personellen Maßnahmen beigetragen. Alle im Training gewonnenen Eindrücke nämlich entpuppten sich in der rauen Bundesliga-Realität als graue Theorie ?“ vor allem bei den von Rapolder vorgenommenen Änderungen. Matthias Langkamp, an Stelle von Detlev Dammeier erstmals im defensiven Mittelfeld nominiert, fand sich dort nicht zurecht, leistete zudem mit einem Ballverlust ungewollt Vorarbeit zum entscheidenden Tor. Last-Minute-Verpflichtung Tomasz Wisio bekam auf der linken Abwehrseite brutal vorgeführt, dass zwischen österreichischer und deutscher Bundesliga nach wie vor Welten liegen.

Und Roberto Pinto, der auf der rechten Außenbahn wegen Geschwindigkeits-Vorteilen den Vorzug gegenüber Marco Küntzel erhalten hatte, versuchte nicht ein einziges Mal, dieses Plus gegen den gerade 18-jährigen Sören Halfer, der sein erstes Spiel im Seniorenbereich (!) absolvierte, Gefahr bringend einzusetzen.

Ehe Rapolder zur Pause sein Fehlerbündel aufschnürte, war die Begegnung bereits verloren. Jiri Stajner setzte nach besagtem Langkampschen Ballverlust Daniel Stendel mit einem 40-Meter-Diagonalpass in Szene, der Sturmkollege tanzte die plump (Petr Gabriel) und halbherzig (Tomasz Wisio) grätschenden Bielefelder aus und ließ Keeper Mathias Hain mit einem Schuss ins kurze Ecke keine Chance.

Auch "wenn es blöd ist, beide Neuzugänge gleich im ersten Heimspiel rauszunehmen", so Rapolder, hatten Wisio und Pinto ihre Schuldigkeit getan. Detlev Dammeier und Diego Leon kamen, und mit ihnen ein neues System (3-5-2) und neuer Schwung.

"Wir hatten ein paar brenzlige Situationen zu überstehen, haben aber keine Chancen zugelassen"
Plötzlich, für viel zu kurze 20, 25 Minuten, war es wieder die "alte" Arminia aus dem Herbst 2004, wurden die 96-er mit "viel Leidenschaft" (sowohl Rapolder als auch Lienen) unter starken Druck gesetzt. Allein: Es fehlten die Mittel, die bestens organisierte Gästedeckung entscheidend auszuspielen.

Ewald Lienen kleidete das Geschehen in geeignete Worte: "Wir hatten ein paar brenzlige Situationen zu überstehen, haben aber keine Chancen zugelassen." Deshalb ists beinahe überflüssig, Delron Buckleys Heber (57. Minute) oder Patrick Owomoyelas Schrägschuss (61.) zu erwähnen, denn selbst diese Aktionen stellten einen Torwart wie Robert Enke vor keine ernsthaften Probleme.

Aus Bochum, kaum hatte der VfL die Nachricht von der Bielefelder Niederlage erhalten, kamen gleich die ersten Kampfansagen für die Partie gegen den DSC Arminia am nächsten Samstag (15.30 Uhr) im Ruhrstadion. "Das ist für uns ein Endspiel und ein Pflichtsieg", stachelte Coach Peter Neururer an. Uwe Rapolder begann die nun von ihm zu leistende Aufbauarbeit mit Abmilderung der Bedeutung der Begegnung der westfälischen Rivalen: "Auch wenn zurzeit alle die bestätigt werden, die aus der Historie des Vereins nun wieder Angst vor dem Abstieg haben: Wir können zwar in eine schwierige Situationen geraten, können uns daraus aber auch jederzeit befreien."

Die Spieler würden dieser Argumentation gerne folgen, wissen aber, dass es einer gehörigen Leistungssteigerung bedarf. Fatmir Vata, als 1,70-Meter-Mann im ungleichen Duell mit dem 27 Zentimeter längeren Per Mertesacker zuvor 90 Minuten lang von den eigenen Mitspielern durch permanent hohe Anspiele malträtiert, hat von der Besserung sehr konkrete Vorstellungen: "Das geht nur, wenn wir uns daran erinnern, dass wir erfolgreich waren, als wir öfter über die Flügel gespielt haben."

Arminia Bielefeld: Hain - Owomoyela, Borges (80. Küntzel), Gabriel, Wisio (46. Dammeier) - Kauf, Langkamp - Pinto (46. Leon), Skela, Buckley - Vata

Hannover 96: Enke - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Halfar - Lala, Dabrowski, de Guzman - Krupnikovic - Stajner (90. Christiansen), Stendel (90. Schneider)

Schiedsrichter: Brych (München)

Zuschauer: 21.439

Tore: 0:1 Stendel (30.)

Gelbe Karten: Langkamp / Mertesacker

Beste Spieler: Owomoyela, Kauf /Krupnikovic, de Guzman

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