Der Bielefelder Trainer Jeff Saibene beim Spiel gegen Kaiserslautern. - © Christian Weische
Der Bielefelder Trainer Jeff Saibene beim Spiel gegen Kaiserslautern. | © Christian Weische

Albrechts Arminia Jugend forscht - Arminia auf dem Vormarsch

Kolumne von Patrick Albrecht

Patrick Albrecht

Bei fünf Punkten Rückstand durch den beeindruckenden 5:1-Auswärtssieg von Holstein Kiel beim FC Ingolstadt dürfte das Thema Aufstieg bei Arminia Bielefeld mit großer Wahrscheinlichkeit beendet sein. Dennoch ist klar: In dieser verrückten zweiten Liga sollte man niemals "nie" sagen. So oder so - die gezeigten Leistungen und die Punkteausbeute von Saibene und Co. sind außergewöhnlich. Eine grandiose Leistung und das beste sportliche Resultat seit acht Jahren. Mit einem Gesamtmarktwert, der vor der Saison im unteren Tabellendrittel angesiedelt war, kann die Mannschaft nach dem 34. Spieltag auf Platz Vier landen. Chapeau, Jeff le Chef! Das Erfolgsrezept war vor allem der Mut zur Offensive: Saibene lässt offensiven und attraktiven Fußball spielen. Das gelingt nicht immer, aber oft. Das Ergebnis: Nur das Spitzentrio aus Düsseldorf, Nürnberg und Kiel erzielte jeweils mehr Tore. Angesichts prominenter Bundesliga-Absteiger wird es im kommenden Jahr wohl schwierig, bis zum Ende oben mitzuspielen. Die langfristige Perspektive ist beim DSC jedoch gegeben. Jeder erntet das, was er sät Ein wesentlicher Grundstein ist die Nachwuchsarbeit: Dass Vereine mit begrenzten finanziellen Mitteln einen Verjüngungsprozess propagieren und vermehrt auf die Jugend setzen wollen, ist bei Weitem nichts Neues mehr. Auch der DSC verfolgt diese Strategie seit einigen Jahren. Die Früchte kommen nun zum Tragen. Trotz ausbaufähigen infrakstrukturellen Trainingsbedingungen schaffen Nachwuchsspieler mehr und mehr den Sprung in den Profibereich: Bis zu sieben Spieler aus dem eigenen Leistungszentrum - und damit über ein Drittel des Kaders - gehörten zwischenzeitlich zum Mannschaftsaufgebot. Auch wenn die A-Jugend des DSC in der Bundesliga West in dieser Saison große Schwierigkeiten hat. Mit Keanu Staude, Henri Weigelt und Roberto Massimo gehören drei Youngsters ohne Zweifel zum Stamm der gut 16 Spieler, die regelmäßige Einsätze bekommen. Staude spielt bereits seit Saisonanfang eine feste Rolle, Weigelt und Massimo seit einigen Wochen. Mit Massimo hat der DSC ohne Zweifel ein außergewöhnliches Talent in seinen Reihen. Perspektive Bundesliga? Hinzu kommt der Mut von Trainer Jeff Saibene, seine jungen Spieler ins kalte Wasser zu werfen. Und diese zahlen es ihm zurück: Weigelt und Massimo haben trotz ihres jungen Alters zuletzt absolut stabile Leistungen gezeigt. Nun gilt es, diese Spieler weiterzuentwickeln und ihnen Zeit zu geben. Mit Semir Ucar und Cerutti Siya haben zudem ein 18- und ein 19-Jähriger einen Profi-Vertrag bis 2020 bzw. 2021 unterschrieben. Vorstellbar ist, dass beide zur nächsten Saison an unterklassige Vereine ausgeliehen werden, um dort Spielpraxis zu sammeln. Gepaart mit gesunden finanziellen Voraussetzungen durch das Bündnis Ostwestfalen ist der Verein darüber hinaus in der Lage, gestandene Spieler auf die Alm zu holen. Die Perspektive für eine erfolgreiche Zukunft ist gegeben. Ein entscheidener Baustein dieser Zukunft ist Top-Stürmer Andreas Voglsammer - sein Verbleib über die aktuelle Saison hinaus dürfte eine der wichtigsten Stellschrauben sein, an denen Sportchef Samir Arabi zu drehen hat.

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