Fast ungläubig: Florian Hartherz jubelt nach dem Sieg gegen Nürnberg. - © Christian Weische
Fast ungläubig: Florian Hartherz jubelt nach dem Sieg gegen Nürnberg. | © Christian Weische

Albrechts Arminia Arminia bleibt oben dran: Sie werden doch nicht etwa...?!

Kolumne von Patrick Albrecht

Patrick Albrecht

Es läuft bei Arminia. Die 40-Punkte-Marke ist so gut wie erreicht. Zum ersten Mal seit acht Jahren zählt Arminia acht Spieltage vor Saisonende zu den Aufstiegskandidaten der zweiten Liga. Zugegeben, das gilt in diesem Jahr für die halbe Liga. Aber: Tabellenplatz Fünf und nur drei Punkte Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsplatz sind kein Zufall. Und mit Union Berlin, dem FC Ingolstadt, Darmstadt 98 und Eintracht Braunschweig bleiben vier ambitionierte Klubs deutlich unter ihren Möglichkeiten. Die Protagonisten des Aufstiegsrennens sind allesamt Überraschungsmannschaften, die mit der Prämisse Klassenerhalt in die Saison gegangen sind. Schwergewichte wie den VfB Stuttgart oder Hannover 96 gibt es diesmal nicht. Grundsätzlich wurde nicht viel investiert. Zwölf der 18 Zweitligisten nahmen im Sommer mehr Geld ein, als sie ausgaben. Trotz bedeutend besserer finanzieller Möglichkeiten wird es für Saibene und Co. angesichts potenzieller Bundesliga-Absteiger wie den Hamburger SV und den 1. FC Köln in der nächsten Saison wohl schwieriger, oben mitzuspielen. Auch Ingolstadt, Union Berlin und Braunschweig werden aus ihren Fehlern lernen. Der Aufstieg in die Bundesliga - derzeit noch zu früh? Klar ist: Die Arminen spielen derzeit über ihren Möglichkeiten. Der Mannschaftsetat gehört zu den kleinsten der Liga, noch vor wenigen Monaten musste zweigleisig geplant werden. Um so höher ist es Mannschaft und Trainer anzurechnen, was sie derzeit leisten. 17 Tore in der Schlussviertelstunde sind Zeichen für überdurchschnittliche Ausdauer und Moral. Wenngleich es auch ein wenig Glück braucht - bei Niederlagen gegen Heidenheim und Nürnberg wäre der Blick eher wieder nach unten gewandert. Ob ein Aufstieg noch ein paar Jahre zu früh käme? Wohl ja. Zumindest ist er noch lange nicht geplant. Das belegen auch die Aussagen der Verantwortlichen, die selbst nach dem Sieg gegen Nürnberg auf die Euphoriebremse traten, was einen baldigen Wiederaufstieg angeht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der DSC die Saison mit einem guten einstelligen Tabellenplatz abschließt, ist immer noch größer, als dass tatsächlich der große Wurf gelingt. Und das wäre auch gar nicht verkehrt. Der Verein muss sich in den nächsten Jahren weiter stabilisieren. Es muss eine Mannschaft aufgebaut werden, die mit zusätzlichen Verstärkungen in der ersten Liga wettbewerbsfähig wäre. Mit der finanziellen Konsolidierung und dem Bündnis Ostwestfalen ist der Grundstein hierfür gelegt.

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