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Arminias Glück kehrt zurück

2:1 in Frankfurt soll nur der Anfang einer Aufholjagd sein

Von Peter Burkamp
04.12.2013 | Stand 04.12.2013, 10:48 Uhr
Arminias Glück kehrt zurück - © Arminia
Arminias Glück kehrt zurück | © Arminia

Frankfurt/Bielefeld. Manuel Hornigs Schrei war bis auf die Tribüne zu hören. Als die letzten 20 Minuten des Spiels in Frankfurt begannen und der Druck der Gastgeber immer größer wurde, rief der Mannschaftskapitän: "Und jetzt alle dagegenhalten." Sein Wunsch war der Mannschaft Befehl. Die Arminen grätschten um ihr Leben, bolzten die Bälle auf die Tribüne oder schlugen sie einfach weit aus der eigenen Hälfte. So lange, bis Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus endlich abpfiff. Der Rest war grenzenloser Jubel.

"Es ist einfach nur unglaublich erleichternd", sagte der Siegtorschütze Philipp Riese nach dem 2:1-Auswärtserfolg beim FSV Frankfurt. "Endlich ist der Bann gebrochen", meinte Thomas Hübener, nachdem die Serie von sieben Niederlagen in Folge gestoppt war. Wie? Das interessierte unmittelbar nach dem Spiel niemanden auf Bielefelder Seite. "Es war ein Kampf- und Dreckspiel, der Boden war schwer und tief. Da zählt in erster Linie der Einsatz, und den haben wir gezeigt", sagte Hübener, dem "es einfach Spaß macht mit dieser Mannschaft".

DSC-Trainer Stefan Krämer (M.) und Geschäftsführer Marcus Uhlig wirken wie von einer schweren Last befreit. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
DSC-Trainer Stefan Krämer (M.) und Geschäftsführer Marcus Uhlig wirken wie von einer schweren Last befreit. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Der Aufsteiger hat ein Lebenszeichen gesendet. "Schön und wichtig" sei der Dreier gewesen, meinte Stefan Krämer. Nur drei Punkte trennen die Arminen vor dem letzten Hinrundenspieltag noch vom OWL-Rivalen Paderborn auf Platz elf mit 20 Zählern. Durch den Sieg hat der DSC wieder Anschluss an die Konkurrenz im Abstiegskampf gewonnen und kann sich nach der tagelangen Diskussion um Trainer Krämer wieder mehr auf sportliche Dinge fokussieren. "Ich bin froh, dass die Themen jetzt wieder in eine andere Richtung gehen", sagte DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig. Die Arbeit am Klassenerhalt werde fortgesetzt.

"So sehr ich mich über den Sieg freue. Wenn wir gegen Dresden nicht nachlegen, ist der Erfolg in Frankfurt wenig wert", sagte Fabian Klos. Der lang vermisste Stürmer, der am Montag in Frankfurt seinen 26. Geburtstag feierte, war ein Vorbild in Sachen Einsatz. Mit leichten Kopfschmerzen war er in die zweite Halbzeit gegangen. "Er wollte noch nicht raus", erzählte Thomas Hübener. Als Arminias Spitze dann doch in der 70. Minute vom Platz schlich, war der Akku komplett leer. Doch der Aufwand hatte sich gelohnt. "Ich bin total froh. Die Mannschaft hat mir mit dem Dreier zum Geburtstag alles geschenkt, was ich mir gewünscht habe", sagte Klos. Alle Bielefelder zeigten Einsatz bis zur Erschöpfung, und endlich war auch Fortuna mal wieder auf der Seite des DSC.

"Das Glück ist uns zuletzt nicht hinterhergelaufen. Aber das braucht eine Mannschaft, wie wir es sind, um solche Spiele zu gewinnen", sagte Krämer in Anspielung auf die erste Halbzeit. Zwei Mal rettete die Latte, ein Mal der Pfosten. Gerade im ersten Durchgang wirkte die DSC-Abwehr nicht immer sattelfest. Nach der Pause lief es besser. "Wir haben ein wenig umgestellt und anschließend erwachsener verteidigt", meinte Krämer. Zeit zum Feiern – Krämer hatte angekündigt, sich an Klos’ Geburtagsparty zu beteiligen – gab es nach nicht. "Schon am Freitag geht es gegen Dresden weiter. Das ist ein wichtiges Spiel, wir können unser Ziel, die Abstiegszone zu verlassen, erreichen. Für eine Feier muss später Zeit sein", meinte Krämer.

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