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Ex-Armine Möhlmann zufrieden in Klein-Frankfurt

Montag Duell des FSV mit dem DSC

VON PETER BURKAMP
01.12.2013 | Stand 01.12.2013, 14:50 Uhr
Ex-Armine Möhlmann zufrieden in Klein-Frankfurt - © Arminia
Ex-Armine Möhlmann zufrieden in Klein-Frankfurt | © Arminia

Bielefeld. Er ist der Mann der Rekorde. Über 1.000 Mal war Benno Möhlmann Aktiver oder Trainer in der 1. oder 2. Bundesliga. Bei 449 Zweitligapartien stand er an der Seitenlinie – das hat bislang noch kein Fußball-Lehrer vor ihm geschafft. Aufzuhören ist kein Thema für Möhlmann (59). "Die 500 mache ich sicherlich noch voll", sagt der Coach des FSV Frankfurt im Vorfeld der Partie gegen seinen Ex-Klub Arminia Bielefeld am Montag.

Für den FSV hat sich die Situation nach dem 4:1-Sieg in Cottbus etwas entspannt. Bei 19 Zählern beträgt der Abstand auf Arminia fünf Punkte. Das macht in der Tabelle gleich sieben Plätze aus und sorgt wieder für Ruhe am Bornheimer Hang. Nach 40 Jahren Profigeschäft lässt sich Möhlmann aber ohnehin nicht mehr durch das dazu gehörende Auf und Ab aus der Bahn werfen.

Als er vor einigen Wochen spürte, dass es dem einen oder anderen Spieler an der nötigen Ernsthaftigkeit mangelte, rüttelte Möhlmann seine aus dem Vorjahr durch den vierten Platz verwöhnten Kicker einmal kräftig wach. Jetzt stellte er erneut seine Autorität unter Beweis. Nachdem Edmond Kapplani, immerhin treffsicherster FSV-Stürmer, verbal entgleist war, suspendierte er ihn bis zur Winterpause. Fehlverhalten wird nicht toleriert, mag sie auch sportliche Substanz kosten.

"Auch im Schatten kann man gedeihen"

"Im Rahmen unser Möglichkeiten liegen wir im Soll. Da muss man auch mal auf dem Teppich bleiben", sagt Möhlmann zur aktuellen Lage. Eben das tun sie beim FSV. Und deshalb fühlt sich Möhlmann nach nun fast zwei Kalenderjahren im Hessischen auch wohl. Den Verantwortlichen attestiert er Bodenhaftung und Realitätssinn. "Na klar, bewegen wir uns im großen Schatten der Eintracht. Aber auch im Schatten kann man gedeihen", sagt Möhlmann. Die herrschenden Bedingungen müsse man akzeptieren und nicht jammern. "Vierter zu werden ist ein toller Erfolg für diesen Verein. Wenn wir uns stabilisieren und vielleicht auch mal etwas mehr investieren können, dann kriegen wir auch eher ein paar Topleute und könnten oben angreifen", sagt Möhlmann.

Benno Möhlmann, Rekordtrainer in der 2. Liga, möchte mit Arminias nächstem Gastgeber FSV Frankfurt, künftig mal oben mitspielen. - © FOTO:DPA
Benno Möhlmann, Rekordtrainer in der 2. Liga, möchte mit Arminias nächstem Gastgeber FSV Frankfurt, künftig mal oben mitspielen. | © FOTO:DPA

Diese Aussicht erscheint ihm durchaus realistisch, so dass er gerade sein Engagement um ein Jahr verlängerte. Mit Bielefeld hat Möhlmann so gut wie keine Berührungspunkte mehr. Selbst mit seinem früheren Co-Trainer Frank Geideck habe er schon lange nicht mehr telefoniert, fällt ihm beim Stichwort Arminia ein. Im Frühjahr 2004, nach einem ernüchternden 0:0 in Ahlen und erneuter Kritik des damaligen Finanz-Geschäftsführers Roland Kentsch standen Arminia und Möhlmann am Scheideweg. Sofortige Trennung, aber auch eine Vertragsverlängerung waren möglich. Möhlmann ging letztlich und wechselte zurück zu Greuther Fürth.

Der Begegnung mit seinem früheren Arbeitgeber am Montag, mit dem er 2002 in die 1. Liga aufgestiegen war, sieht Möhlmann eher emotionslos entgegen. Daran, dass er – respektive sein Team – durch einen Erfolg über Arminia Schicksal für den Kollegen spielen könnte, verschwendet er keinen Gedanken. "Ich habe auch schon oft genug den Retter für Trainer gespielt, weil wir in solchen Momenten verloren haben." Die 2. Liga sei diese Saison noch ausgeglichener als die vorherige, als Regensburg und Sandhausen schon weit abgeschlagen waren. Deshalb erwartet Möhlmann auch einen langen Abstiegskampf, der "eigentlich erst in den letzten zehn Spielen so richtig losgeht".

Jetzt sei es wichtig, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um im Endspurt eine gute Ausgangsposition zu haben. Dabei soll ein Dreier gegen Bielefeld helfen – gemeinsame Vergangenheit hin oder her.

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