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Arminia: Klos' Comeback erst kommendes Jahr

VON JÖRG FRITZ
17.10.2013 | Stand 18.10.2013, 09:21 Uhr
Klos' Comeback erst kommendes Jahr - © Arminia
Klos' Comeback erst kommendes Jahr | © Arminia

Bielefeld. Die Pudelmütze ist tief ins Gesicht gezogen, der rechte Augenbereich ist noch ein wenig blau gefärbt. Die Gesichtsfarbe erscheint ein wenig blass – Fabian Klos beobachtet als Zuschauer das Training der Profis des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld auf dem Gelände an der Friedrich-Hagemann-Straße mit großem Interesse.

Die wenigen anwesenden Arminen-Anhänger tuscheln, als der Torjäger des Zweitliga-Aufsteigers an ihnen vorbeiläuft. Sie staunen, dass es dem Profi nach seiner schweren Verletzung vom 4. Oktober schon wieder so gut geht. In der 37. Minute des Meisterschaftsspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern prallte Klos bei einem Kopfballduell mit Mo Idrissou zusammen. Der 25-Jährige sackte zu Boden und wurde mit einer Trage vom Platz transportiert.

Die Folgen sind fatal: Fraktur des Gesichtsschädels mit Beteiligung der Stirn- und Augenhöhle diagnostizierten die Ärzte an der Klinik für Neurochirurgie des Evangelischen Krankenhauses in Bielefeld. "Die Leute, die mich unmittelbar nach diesem Sportunfall gesehen haben, waren geschockt von meinem Anblick", erzählt Arminias Stürmer, der am 7. Oktober operiert wurde.

Nach seiner schweren Kopfverletzung als Folge eines Zusammenpralls mit dem Kaiserslauterner Mo Idrissou wird Fabian Klos von Rettungssanitätern zum Notarztwagen gebracht. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Nach seiner schweren Kopfverletzung als Folge eines Zusammenpralls mit dem Kaiserslauterner Mo Idrissou wird Fabian Klos von Rettungssanitätern zum Notarztwagen gebracht. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

"Die Verletzung hatte sich schwerwiegender als erwartet erwiesen, so dass die Frakturen mit zahlreichen Metallplatten versorgt werden mussten, um die Stabilität zu gewähren", erläutert Klos, dessen schwere Gesichtsblessur eigentlich typisch "für einen schweren Verkehrsunfall, aber nicht für eine Verletzung beim Fußball ist", berichtet Klos.

Vorwürfe an den Spieler aus Kaiserslautern macht der DSC-Stürmer nicht. "Es war eine unglückliche Aktion", sagt Klos. "Eine SMS im Nachhinein von Idrissou wäre aber schön gewesen ." Auch der von der Kaiserslauterner Offiziellen in Aussicht gestellte Geschenkkorb voller Pfälzer Spezialitäten und Köstlichkeiten ist bei Klos noch nicht angekommen. Schwamm drüber. Fabian Klos denkt positiv und beschäftigt sich bereits intensiv mit den kommenden Wochen und Monaten, um an seinem Comeback zu arbeiten.

Am 10. Oktober hat er bereits das Krankenhaus verlassen können, als er keine Übelkeit und kein Schwindelgefühl mehr als Folge seiner schweren Gehirnerschütterung verspürte. Derzeit ist Ruhe angesagt, da sein Blutdruck nicht steigen darf. In zwei oder drei Wochen, so sein Plan, wolle er es mit Joggen und Fahrradfahren probieren. "Nicht zu früh zu viel wollen", lautet sein Plan. Eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb erscheint frühestens zu Beginn des kommenden Jahres möglich. Dann, so Klos, sei er sich ganz sicher, keine Angst vor hohen Bällen zu haben. "Ich werde meine Spielweise nicht ändern und bei Kopfballduell nicht kneifen."

Ein äußerliches Merkmal an die "erste schwere Verletzung seiner Karriere" wird bleiben: Die lange Narbe auf der Stirn wird ihn immer an den 4. Oktober 2013 erinnern. Die Perspektive, dass bei Fluggastkontrollen künftig die Detektoren aufgrund der Metallplatten in seinem Gesichtsschädel piepen werden, lässt den Pechvogel sogar wieder ein wenig lächeln.

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