Arminia: Krämers Erfolg fußt auf harter Arbeit

DSC-Coach beim Nachdenkfrühschoppen der Freiwilligenakademie OWL in der Bielefelder Hechelei

Krämers Erfolg fußt auf harter Arbeit - © Arminia
Krämers Erfolg fußt auf harter Arbeit | © Arminia

Bielefeld (-sg-). Kurzweilige 90 Minuten beim Nachdenkfrühschoppen der Freiwilligenakademie OWL am Sonntagmorgen in der Bielefelder Hechelei: Zu Gast auf dem Podium von NW-Chefredakteur Thomas Seim war Stefan Krämer, der Trainer von Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld.

Seim, zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligenakademie OWL, hatte das gut 100 Köpfe zählende Publikum mit einer launigen Eröffnung schnell auf seiner Seite. Es reichte sein Hinweis darauf, dass Arminia derzeit mit Platz drei einen Aufstiegsplatz in der 2. Liga belege.

In der gut halbstündigen Einführungsrunde entlockte der NW-Chefredakteur dem Trainer die Gründe für dessen Erfolg. Krämer präsentierte sich ehrlich und authentisch, wehrte sich aber gegen das Image des Kumpeltyps. Für ihn hat Erfolg viel mit harter Arbeit zu tun. Oft sei er morgens um 6.30 Uhr der Erste auf dem Trainingsgelände und schließe oft abends erst um 23.30 Uhr ab.

Zudem machte er deutlich, dass ihn nur wenige Sachen neben Fußall interessieren - eigentlich gar keine. Um deutlich zu machen, wie besessen der Mann vom Spiel mit der runden Kugel ist, steht folgendes Zitat: "Wenn ich im Auto vor der roten Ampel sitze, denke ich an Fußball. Wenn die Ampel dann umspringt, muss ich aufpassen, dass ich mich wieder auf den Verkehr konzentriere."

Aber Krämer ist sich als Fußballtrainer im Profibereich auch bewusst, dass er mit der Unterschrift unter seinen Vertrag bei Arminia auch schon seine Entlassung unterschrieben habe. Alles hänge vom sportlichen Erfolg ab. Gut ausmachen könne er dies bei seinem morgendlichen Jogginglauf durch den Park. Derzeit laufe es gut bei Arminia und die Leute würden ihn freundlich grüßen und beglückwünschen. Vor zwei Jahren, als Arminia auf dem letzten Platz der 3. Liga stand, hätten die selben Leute im selben Park die Straßenseite gewechselt.

Zuschauerin bringt Krämer in Bedrängnis

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Aber auch die Zuschauer beim Nachdenkfrühschoppen, unter ihnen die Grünen-Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann, konnten Krämer Fragen stellen. Dabei kam heraus, dass der 46-Jährige sich durchaus auch ein Leben als Skilehrer in einem österreichischen Bergdorf vorstellen könnte. Oder, dass er seine letzte Rate für seinen Kredit zur Trainerausbildung vor zwei Monaten zurückgezahlt habe, dass es bei den Kabinenansprachen bei Arminia meist konstruktiv zugehe, aber auch schon mal die Fenster zugemacht werden müssen und dass er Pascal Testroet gern in Bielefeld behalten, dieser aber in Osnabrück Spielpraxis haben wollte.

Zu Gast auf dem Podium von NW-Chefredakteur Thomas Seim war Stefan Krämer, der Trainer von Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld. - © FOTO: STEFAN GEROLD
Zu Gast auf dem Podium von NW-Chefredakteur Thomas Seim war Stefan Krämer, der Trainer von Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld. | © FOTO: STEFAN GEROLD

Ins Straucheln geriet Krämer nur auf die Frage einer Zuschauerin, ob er es sich vorstellen könnte, eine Frauenmannschaft zu trainieren. Nach einigem Nachdenken fand er dann aber doch eine Antwort: "Vom Gefühl her nein, weil ich für die Mädels vielleicht zu direkt bin, aber ich bin auch neugierig und würde es mal probieren."

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