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Arminias Kollektiv rettet schwache Einzelspieler

Trainer Krämer warnt vor überzogenen Erwartungen und rechnet mit Rückschlägen

VON JÖRG FRITZ
19.08.2013 | Stand 18.08.2013, 20:56 Uhr |
Arminias Kollektiv rettet schwache Einzelspieler - © Arminia
Arminias Kollektiv rettet schwache Einzelspieler | © Arminia

Bielefeld. Fünf Punkte nach vier Meisterschaftsspielen auf der Habenseite, Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals – "wenn mir vor sechs Wochen jemand diese Erfolge garantiert hätte, wäre ich umgehend einverstanden gewesen mit dem ersten Zwischenfazit der Saison 2013/14", sagte Arminia Bielefelds Trainer Stefan Krämer nach dem 3:3 gegen den SC Paderborn.

Der Aufsteiger aus der 3. Liga hat im neuen Umfeld rasch Fuß gefasst und "befindet sich im grünen Bereich", so die Bewertung des Bielefelder Fußballlehrers, der allerdings warnend den Finger hebt. "Viele meiner Spieler haben gegen Paderborn nicht ihr Limit erreicht. Das Kollektiv hat letztlich diese Akteure durchgeschleppt, so dass wir noch das Unmögliche möglich machten und den Ausgleich in der Nachspielzeit schafften."

Information
Nach einem trainingsfreien Sonntag beginnen die Profis heute Nachmittag um 15 Uhr ihre Vorbereitungen auf das Auswärtsspiel am Freitagabend in Ingolstadt (Anstoß erfolgt um 18.30 Uhr).

Der Bielefelder Trainer bringt aber großes Verständnis auf, dass seine Profis am Freitagabend nicht an glanzvolle Vorstellungen wie im Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig oder beim Auswärtssieg in St. Pauli anknüpfen konnten. "Sie sind keine Roboter, die auf Knopfdruck reagieren." Für die Entwicklung der Mannschaft, so Krämer, sei der dramatische Spielverlauf jedoch von besonderer Bedeutung gewesen. "Die Erkenntnis, trotz dreier Rückstände nicht verloren zu haben, prägt das Selbstbewusstsein für die kommenden Aufgaben."

Einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Bielefelder Aufholjagd hatten die von Stefan Krämer eingewechselten Johannes Rahn, Francky Sembolo und Patrick Schönfeld, der auch den Schlusspunkt zum 3:3 setzte. Dessen Einsatz war allerdings ein großes Risiko, da der technisch versierte Mittelfeldspieler wegen Adduktorenproblemen während der Woche kaum trainiert hatte. "Ich wollte ihn unbedingt auf dem Platz haben, da er eine absolute Säule in unserem Team ist", rechtfertigte Krämer seine Entscheidung. Der gebürtige Nürnberger Schönfeld gilt für Krämer als gesetzter Spieler, "da er sich in den vergangenen Monaten erheblich weiterentwickelt hat und auch seine Naivität im Abwehrverhalten abgestellt hat."

Arminias Trainer Stefan Krämer (m.) gratuliert Tom Schütz, Tim Jerat, Marc Lorenz und Thomas Hübener (v. l.). - © FOTO: KÖPPELMANN
Arminias Trainer Stefan Krämer (m.) gratuliert Tom Schütz, Tim Jerat, Marc Lorenz und Thomas Hübener (v. l.). | © FOTO: KÖPPELMANN

Das derzeitige Hochgefühl im Umfeld des Zweitligaaufsteigers erfreut natürlich auch den Trainer, der seinen Dank vor allem an die Fans richtet, "die ein ganz feines Gespür haben, was bei uns abgeht." Gleichwohl warnt Krämer aber vor allzu großen Erwartungen, die möglicherweise durch den guten Start geweckt werden. "Die perspektivischen Betrachtungen müssen realistisch bleiben, da wir den niedrigsten Etat aller Zweitligisten haben", erklärte Krämer, der sportliche Rückschläge in der nahen Zukunft einkalkuliert. "Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir jeden Gegner wegknallen können. Jedes Zweitligaspiel ist für uns ein extremes Endspiel, in dem wir stets an unser Limit gehen müssen. Nur dann haben wir eine Chance."

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