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Arminias Schönfeld setzt den Schluss-Akkord im OWL-Derby

Arminia Bielefeld und der SC Paderborn trennen sich vor 24.106 Zuschauern in einem dramatischen Spiel mit 3:3

18.08.2013 | Stand 19.08.2013, 08:25 Uhr |
Arminias Schönfeld setzt den Schlussakkord - © OWL-Derby
Arminias Schönfeld setzt den Schlussakkord | © OWL-Derby

Bielefeld. Was für ein Derby in der Bielefelder Schüco-Arena! Lange Zeit sah Zweitligaaufsteiger Arminia Bielefeld im Duell mit dem SC Paderborn wie der klare Verlierer aus. Doch mit der typischen Leidenschaft der vergangenen Wochen schafften die Spieler von Trainer Stefan Krämer letztlich in der Nachspielzeit durch ein Tor des eingewechselten Patrick Schönfeld ein nicht unverdientes 3:3 (0:1). Der freche Neuling, der in den Spielen zuvor herzerfrischenden Offensivfußball gezeigt hatte, wirkte in vielen Phasen wie paralysiert.

Für die Paderborner, die ihre zweites Unentschieden in Folge erzielten, waren Mahir Saglik (15.), Elias Kachunga (49.) und Rick ten Voorde (80./Foulelfmeter) erfolgreich. Arminias Tore erzielten Tim Jerat (52.),Tom Schütz (76.) und schließlich Patrick Schönfeld mit dem erlösenden 3:3 aus Sicht der Arminen. Von diesem hochdramatischen Derby, in dem die Paderborner Spieler über weite Strecken der Partie spielerisch reifer wirkten, berichten Carsten Blumenstein, Jörg Fritz und Hartmut Kleimann.

Bielefeld. Arminia Bielefelds Trainer Stefan Krämer hatte sich im Vorfeld dieses Duells als großer Geheimniskrämer einen Namen gemacht und bis zum letzten Augenblick die Position des Torhüters zumindest für die Öffentlichkeit offen gehalten. Auf dem Spielberichtsbogen tauchte dann – wie erwartet – der Name Stefan Ortega in der Startelf auf. Patrick Platins stand noch nicht einmal im 18er-Aufgebot. Für den leicht angeschlagenen Patrick Schönfeld spielte Christian Müller im linken Mittelfeld, so dass Krämer auch im fünften Pflichtspiel erneut in der Startformation auf die Aufsteigerhelden setzten. Einzige Änderung beim SC Paderborn gegenüber dem 1:1 gegen den 1. FC Köln: Für den Holländer Rick ten Voorde stürmte Mahir Saglik.

Die Arminen-Anhänger unter den 24.106 Besuchern rieben sich in der ersten Halbzeit verwundert die Augen. Von der spielerischen Klasse der jüngeren Zweitligavergangenheit war 45 Minuten lang überhaupt nichts zu stehen. Statt dessen verfielen die Gastgeber in längst vergessen geglaubte Drittligazeiten und fabrizierten lange Zeit grausam anzusehenden Rumpelfußball.

Paderborns Trainer Andre Breitenreiter schlug die Arminen in dieser Phase mit ihren eigenen Waffen. Mit frühem Pressing und schnellem Umschalten wusste der Aufsteiger gegen Union Berlin, im Pokal gegen Eintracht Braunschweig und zuletzt in St. Pauli nicht nur spielerisch zu gefallen, sondern sammelte auch noch wichtige Punkte. Mit diesen Tugenden wartete im Derby der Gast auf, der konsequenterweise in der 15. Minute mit 1:0 in Führung ging. Nach einem Freistoß von Daniel Brückner köpfte Mahir Saglik den Ball aus kurzer Distanz ins Arminen-Tor. Die DSC-Innenverteidiger Thomas Hübener und Manuel Hornig zeigten keine Reaktion.

Arminen-Stürmer Fabian Klos bekommt den entfesselten Torschützen zum 3:3, Patrick Schönfeld, nicht zu fassen. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Arminen-Stürmer Fabian Klos bekommt den entfesselten Torschützen zum 3:3, Patrick Schönfeld, nicht zu fassen. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Wo war die spielerische Leichtigkeit geblieben, mit der der Zweitliga-Neuling sich in die Herzen seiner Fans gespielt hat?

Die Paderborner wiesen die klarere Spielstruktur auf, erspielten sich aber kaum zwingende Torchancen. Statt dessen warteten sie ab, was Bielefeld zu bieten hatte. Die erhoffte Wende trat aber immer noch nicht ein. Vielmehr waren es die Paderborner, die vier Minuten nach dem Wiederanpfiff die 2:0-Führung feiern durften. Elias Kachunga ließ Manuel Hornig und Marc Lorenz wie Anfänger aussehen und schob den Ball flach ins Tor. Nach einem abgefälschten Distanzschuss von Tim Jerat (52.) zum 1:2 keimte noch einmal die Hoffnung zumindest auf ein Unentschieden auf.

Als Tom Schütz in der 76. Minute mit einem direkten Freistoß das 2:2 erzielte, tobte die Alm wie in den besten Tagen. Vier Minuten später herrschte dann wieder Totenstille. Nach einem Lorenz-Foul an Kachunga verwandelte der eingewechselte ten Voorde den Strafstoß zum 3:2. In der Nachspielzeit wurde der Bielefelder Kampf belohnt, als der eingewechselte Patrick Schönfeld zum verdienten 3:3 einschoss.

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