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Das Duell zwischen Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn

Erfolge mit unterschiedlichen Strategien

VON JÖRG FRITZ
16.08.2013 | Stand 16.08.2013, 14:42 Uhr
Das Duell zwischen Arminia Bielefeld und SC Paderborn - © Fußball
Das Duell zwischen Arminia Bielefeld und SC Paderborn | © Fußball

Bielefeld. Die Region Ostwestfalen-Lippe freut sich heute Abend auf ein Fußballfest, wenn um 18.30 Uhr in der Bielefelder Schüco-Arena das Meisterschaftsduell zwischen Aufsteiger Arminia und dem SC Paderborn angepfiffen wird. Die Beantwortung der Frage, ob es sich um ein Derby oder nur um ein Nachbarschaftsduell handelt, erscheint müßig.

Fakt ist: Beide Klubs befinden sich aktuell in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, was als großer Erfolg rund um die Sparrenburg und den Paderboner Dom zu werten ist. Jörg Fritz und Hartmut Kleimann haben sich mit einigen Akteuren unterhalten, die jeweils bei beiden Klubs unter Vertrag standen beziehungsweise stehen und ihre Eindrücke vom Fußballgeschehen hüben wie drüben schildern.

Es ist letztlich die Tradition, die den Ausschlag für den größeren Bekanntheitsgrad Arminia Bielefelds regional und überregional gibt. "Arminia existiert doch viel länger als der SC Paderborn, der als Fusionsverein nur über eine kurze Geschichte von 15 Jahren zurückblicken kann", sagt Michael Bauer, der seit dem 1. Juli 2012 dem Trainerstab des DSC Arminia Bielefeld angehört und zuvor zwei Jahre beim SCP als Nachwuchskoordinator und Coach der U 23 tätig war. Als Zugereister aus Schleswig-Holstein hat der 45-Jährige Paderborn als Stadt mit "einer hohen Lebensqualität und einem großen Wohlfühlfaktor" erlebt. "Das sind Eigenschaften, die sich auch auf den Fußball abfärben."

"SCP-Erfolge nicht gebührend gewürdigt"

Eine ähnliche Einschätzung vertritt Gerrit Meinke, einst Torjäger bei beiden Klubs und aktuell Geschäftsführer der Bielefelder Stadiongesellschaft. Der 45-Jährige, der zuvor beim SC Paderborn für Controlling und Finanzen zuständig war, bezeichnet Paderborn als "Breitensport-, aber nicht als Fußballstadt." Aufgrund der niedrigeren Einwohnerzahl (147.688/Dezember 2011) gegenüber Bielefeld (323.359/Dezember 2011) ist ein schwächeres Zuschaueraufkommen gegenüber der Bielefelder Konkurrenz logisch. "Die SCP-Erfolge der vergangenen Jahre werden daher nicht in einem gebührenden Maße gewürdigt", bedauert Meinke. "Das Limit ist im Schnitt mit 10.000 Zuschauern erreicht", lautet seine Feststellung.

Bezüglich der Vereins-Philosophien fallen die Strukturen höchst unterschiedlich aus. "In Paderborn wird die Marschrichtung von Präsident Wilfried Finke bestimmt, was die Entscheidungswege zweifelsfrei verkürzt", meint Meinke. Nach vielen Fehlern in der Vergangenheit setzten die Arminen auf einen demokratischen Prozess mit Kontrollgremien. Meinke: "Beide Modelle erweisen sich als sehr erfolgreich", sagt Meinke. Michael Bauer ergänzt: "Bei Arminia werden die Lasten auf mehreren Schultern verteilt."

Zumindest beim Trainingsgelände weist der Bielefelder Klub einen großen Vorteil aus. Die Plätze an der Hagemann-Straße genügen höchsten Ansprüchen, was auch Philipp Heithölter (2009 bis 2011 beim SCP und seitdem bei Arminia) nur unterstreichen kann. "In Paderborn mussten wir an den Trainingstagen täglich fünf Euro in die Parkuhr werfen, da wir auf öffentlichen Parkplätzen unsere Autos abstellen mussten."

Meinke: "SCP noch einen Schritt voraus"

Gleichwohl zieht dieses Trio den Hut vor den sportlichen Leistungen der Paderborner. "Kompliment, was dort gewachsen ist", meint Heithölter. Gerrit Meinke: "Der SC Paderborn ist uns noch einen Schritt voraus." Michael Bauer: "Respekt!"

Schaut Paderborns Mittelfeldspieler Diego Demme hinüber zu seinem Ex-Klub, erinnert er sich "an eine schöne Jugendzeit, einen Abstieg aus der 2. Liga und einen schlechten Abgang". Aber daran denke er nun nicht mehr. Gegen einen Ex-Klub zu spielen, sei immer etwas Besonderes. "Da gehen immer fünf Prozent mehr", weiß er als schon erfahrener Zweitliga-Spieler. Sechs Jahre mit rückblickend guten Erinnerungen verbrachte Martin Amedick in der Jugend von Arminia Bielefeld. "Trainer Mike Halemeier ließ mich in der A-Jugend wirklich auf allen Positionen spielen", nennt er einen Lehrmeister. So habe er sich zum Innenverteidiger entwickelt. Während Amedick in Bielefeld "unseren Weg fortsetzen" will, verzichtet Demme auf einen Tipp: "Das machen wir morgen auf’m Platz."

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