Arminia verdient, wenn Marvin Höner den Durchbruch bei Ajax schafft

VON PETER BURKAMP
Arminia verdient

an Höners Wechsel - © Arminia
Arminia verdient
an Höners Wechsel | © Arminia

Bielefeld. Bei aller Fokussierung auf das Unternehmen Klassenerhalt werden die Arminen in den nächsten Monaten immer mal wieder einen Blick zum Fußball-Nachbarn nach Holland werfen. Sollte Marvin Höner nach seinem Wechsel von Arminia zu Ajax den Durchbruch in Amsterdam schaffen, klingelt beim DSC die Kasse.

Für beide Klubs ist der Transfer eine Investition in die Zukunft. "Wenn Höner erfolgreich ist, partizipieren alle Parteien", sagt Samir Arabi. Arminias sportlicher Leiter hat vorgebaut. Nach Informationen dieser Zeitung zahlt der niederländische Rekordmeister rund 50.000 Euro sofort an den DSC. Erfolgsabhängige Nachschläge sind bereits fixiert.

Wird Höner in den Kader berufen oder spielt er in der ersten Mannschaft, soll eine Zahlung in Höhe eines unteren sechsstelligen Betrags vereinbart sein. Würde Höner teuer weiterverkauft, geht ein beträchtlicher zweistelliger Prozentsatz des Erlöses nach Bielefeld. Dass Arminia – schon ohne künftige Ablösebeteiligung – bei dem Wechsel auf rund 250.000 Euro kommt, scheint nicht unrealistisch.
 
"Höner wollte nicht bei uns bleiben, sein Vertrag wäre ohnehin 2014 ausgelaufen, und Ajax wollte ihn haben.Mit unserer Vereinbarung geht Ajax nicht so ins Risiko und wir sind auf alle Entwicklungen eingerichtet", betrachtet Arabi den Wechsel nüchtern. Dies tut er auch, weil eine gewinnbringende Zukunft Höners in Bielefeld nicht absehbar war. Er litt unter großem Verletzungspech und brach eine Ausbildung zum Fitnesskaufmann beim DSC ab. Die geplante Integration in den Profikader klappte nicht.

Spielt Marvin Höner (l.) in Amsterdam, muss Ajax an Arminia einen Nachschlag zahlen. - © FOTO: SENFTNER
Spielt Marvin Höner (l.) in Amsterdam, muss Ajax an Arminia einen Nachschlag zahlen. | © FOTO: SENFTNER

"Wer garantiert denn, dass er uns im Abstiegskampf der 2. Liga hilft? Da brauchen wir verlässliche Kräfte", meint Arabi. Abgesehen davon, dass der DSC jede Einnahme brauchen kann, gelingt es aus diversen Gründen nicht immer, eigene Jugendliche in den Profikader zu übernehmen. "Einige Spieler sind sehr ungeduldig", sagt Arabi. Häufig sind mehrere Berater und unrealistische Forderungen im Spiel. Dann trennen sich die Wege. Ob das für die jungen Spieler immer richtig ist, bezweifelt Arabi. "Was ist aus Onel Hernandez und Ensar Baykan geworden?", fragt der Sportchef rhetorisch. Den erhofften Durchbruch haben sie nach den Wechseln nach Bremen und Dortmund jedenfalls nicht geschafft.

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