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Ex-Armine Fischer: "Wir haben etwas Riesiges geschaffen"

Defensiv-Allrounder des VfL Osnabrück über das Aufstiegsduell in Bielefeld

08.05.2013 | Stand 09.05.2013, 09:19 Uhr
Ex-Armine Fischer: "Haben etwas Riesiges geschaffen" - © Arminia
Ex-Armine Fischer: "Haben etwas Riesiges geschaffen" | © Arminia

Osnabrück. Nur noch zwei Siege zum Aufstieg in die Zweite Liga: eine Situation, die sich die Fans des VfL Osnabrück vor drei Wochen kaum zu erträumen wagten. Einer, der nie den Glauben verloren hat, ist der Ex-Armine und Defensiv-Allrounder Nils Fischer. Im Interview mit Benjamin Kraus spricht der 25-Jährige über Kameraden bei der Konkurrenz, die Bedeutung persönlicher Befindlichkeiten und sein besonderes Spiel gegen Arminia Bielefeld am Samstag.

Herr Fischer, drei Siege in Serie seit dem Nackenschlag des Last-Minute-Ausgleichs gegen Heidenheim: Wie hat der VfL das so gut weggesteckt?
NILS FISCHER:
Nach einem längeren Hänger in der Rückrunde haben wir uns in diesem Spiel unserer alten Stärken besonnen, waren die klar bessere Mannschaft. Der Ruck, das "Jetzt erst recht", das dann nach dem bitteren 2:2 durch unser Team ging, war spürbar: Wir haben die letzte Chance ausgerufen, ergriffen und nun die einmalige Chance auf den direkten Aufstieg. Deshalb freue ich mich ungemein auf das Derby in Bielefeld.

Gegen Ihren Ex-Verein . . .
FISCHER:
Ich bin dort geboren, habe 12 Jahre bei der Arminia gespielt. Meine Familie lebt dort, viele Freunde auch – darunter einige Bielefeld-Fans. Wobei ich schon glaube, dass die am Samstag mir die Daumen drücken.

Bis auf Patrick Platins, der Torhüter der Arminia . . .
FISCHER:
. . . stimmt, wir telefonieren regelmäßig. Zuletzt haben wir das Derby als Gesprächsthema aber weggelassen, weil wir beide fokussiert sind auf dieses Highlight, bei dem es richtig um was geht.

Wo sehen Sie Stärken und Schwächen beim Gegner?
FISCHER:
Sie sind sehr homogen, kompakt, mit schnellen Außen und erfahrenen zentralen Spielern um Manuel Hornig, Thomas Hübener und Tim Jerat. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass ihr bester Torjäger Fabian Klos gesperrt fehlen wird – wobei seine Vertreter ja zuletzt für ihn in die Bresche gesprungen sind.

Nils Fischer. - © FOTO: DPA
Nils Fischer. | © FOTO: DPA

Sie selbst werden beim VfL wohl wieder rechts in der Viererkette auflaufen – das ist nicht gerade Ihre favorisierte Position.
FISCHER:
Aber das ist dort, wo es für uns derzeit am besten läuft. Wenn ich Außenverteidiger spiele und wir gewinnen wie in den letzten drei Spielen, erfülle ich diese Aufgabe gerne. Sicherlich kommt mir die Innenverteidiger- oder Sechserposition eher entgegen. Aber meine persönlichen Befindlichkeiten stehen hier nicht an erster Stelle.

Spielen sie aber vielleicht eine Rolle, wenn Sie entscheiden müssen, ob Sie Ihren auslaufenden Vertrag beim VfL verlängern?
FISCHER:
Definitiv nicht. Ich kann mir absolut vorstellen, hierzubleiben – unabhängig von der Liga oder der Position, die ich derzeit spiele. Ich bin jetzt zwei Jahre in Osnabrück, mir gefällt die Stadt, ich mag die Menschen. Ich hatte zudem vor einiger Zeit schon ein gutes Gespräch mit Trainer Claus-Dieter Wollitz bezüglich der Zukunft. Wir haben aber beide beschlossen, uns erst auf die anstehenden großen Aufgaben zu konzentrieren.

Stichwort Trainer: Was macht er anders als Vorgänger Uwe Fuchs, der Sie damals zum VfL holte?
FISCHER:
Emotionale Typen sind sie beide. Unser jetziger Trainer bereitet jedes Training und uns auf jeden Gegner akribisch vor. Er weiß zudem sehr gut, wie er die verschiedenen Typen im Team anpacken muss. Da hat er seine ganz speziellen Maßnahmen, die ich hier aber nicht verraten möchte, damit die gewissen paar Prozent, die er so aus uns herauskitzelt, nicht verloren gehen.

Dann fragen wir lieber nur noch nach dem Erfolgsrezept für einen Sieg gegen Bielefeld?
FISCHER:
Wir müssen aufpassen bei Standards und im Vergleich zum Burghausen-Spiel hinsichtlich Leidenschaft und Einsatzbereitschaft noch eine Schippe drauflegen – dessen muss sich jeder bewusst sein. Wenn wir das umsetzen, kommen Selbstvertrauen und Leichtigkeit irgendwann von alleine. Wir haben bis hierhin etwas Riesiges geschaffen, das wir in den letzten zwei Spielen mit aller Macht krönen wollen.

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