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Ganz unten liegt Christopher Kullmann. Sein Kopfball wird vom Hallenser Kojola zum 2:1 ins Tor geleitet. Nach dem Abpfiff werfen sich Mitspieler und Trainer Stefan Krämer auf den eingewechselten Stürmer. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Ganz unten liegt Christopher Kullmann. Sein Kopfball wird vom Hallenser Kojola zum 2:1 ins Tor geleitet. Nach dem Abpfiff werfen sich Mitspieler und Trainer Stefan Krämer auf den eingewechselten Stürmer. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

2:1-Sieg in letzter Minute gegen Halle hilft hektischer Arminia zurück auf Platz zwei

Alle auf Kullmann

29.04.2013 | Stand 29.04.2013, 18:41 Uhr |

Bielefeld. Mit dem Schlusspfiff brachen sämtliche Dämme. Spieler, Reservisten, Verletzte, Trainer Stefan Krämer – alle stürzten sich auf Christopher Kullmann und begruben den Initiator des 2:1-Siegtreffers unter sich, so dass man sich schon ernsthaft um dessen Gesundheit sorgen musste. Ausgerechnet Kullmann. Der Stürmer, der über Wochen hinweg Dauergast auf der Tribüne war, sorgte für den Last-Minute-Sieg über Halle und damit auch dafür, dass Arminia wieder auf einem direkten Aufstiegsplatz steht.

"Ich freue mich für ihn. Er hat ein großes Herz", sagte Stefan Krämer. Auch die Fans feierten den Schützen des goldenen Tores und skandierten dankbar und aus voller Brust: "Der DSC ist wieder da." Eine treffendere Zeile hätte sich in der DSC-Mundorgel für diesen Moment kaum finden können. Ehe Halles Kristian Kojola Kullmanns Kopfball ins Tor leitete (89.) und damit aus einem Punkt wieder ein Dreier wurde, war Arminia nicht da, sondern ganz schön weit weg.

Bei einem 1:1 wäre zwar der dritte Platz geblieben, aber Münsters Patzer nicht genutzt worden und Heidenheim sowie Osnabrück hätten bis auf einen Punkt aufgeschlossen. "Der Sieg war enorm wichtig. Jetzt haben wir es selbst in der Hand, den Traum wahr zu machen, den wir alle hier träumen", sagte Pascal Testroet. Er war überraschend statt Sebastian Glasner als Sturmspitze und Klos-Ersatz aufgelaufen und hatte seine Einwechselung schon nach sechs Minuten mit dem 1:0 gerechtfertigt. Eine prächtige Kombination über den spielstarken Patrick Schönfeld und den aufmerksamen Marcel Appiah hatte die Führung gebracht.

"Wir hätten den Sack früher zumachen müssen", sagte Vorlagengeber Appiah hinterher und sprach damit fast allen der 14.436 Zuschauern aus der Seele. Eine Zitterpartie war nicht nötig. Thomas Hübener vergab in der 30. Spielminute per Foulelfmeter die Chance zum 2:0. In der zweiten Halbzeit schloss Sebastian Hille einen Sololauf – auch wegen eines Platzfehlers – freistehend mit einem Schuss auf die Tribüne ab. "Wir waren im Spiel nach vorn phasenweise zu hektisch und haben deshalb zu viele Ballverluste gehabt", analysierte Samir Arabi, Arminias sportlicher Leiter.

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Stefan Krämer ahnte auch warum. "Einige haben an dem verschossenen Elfer etwas zu lange zu knacken gehabt. Die hatten Pudding in den Beinen." Viele Abseitsstellungen, Fehl- und Rückpässe prägten das Bild gegen immer stärker werdende Hallenser. "Wir waren nervös. Keiner wollte Fehler machen", sagte Pascal Testroet.

Der Fehler passierte dann aber doch. Einen Pass, aus dem Hallenser Mittelfeld schön in die Lücke zwischen Hübener und Appiah gespielt, schnappte sich Dennis Mast und markierte den Ausgleich (75.). "Danach waren wir zwei, drei Minuten tot, dann haben wir uns wieder aufgerafft", beschrieb Pascal Testroet die Reaktion der Arminen. Der DSC war wieder da, wenn auch mit der Brechstange. Der Siegtreffer besaß für Stefan Krämer eine große Symbolik: "Das Tor ist Arminia Bielefeld. Man kann den Jungs noch so viele Knüppel zwischen die Beine werfen. Sie werfen sie immer wieder zurück. Wir sind sicherlich nicht die beste Mannschaft der Liga, aber wir haben den Namen Mannschaft wirklich verdient", lobte Stefan Krämer.

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